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Ein übermotiviertes Anfänger-Team und das Kentern

Marbach In einer kleinen Serie stellen wir die Teilnehmer am Corporate-Vierer-Rennen bei der Marbacher Ruderregatta vor.Teil 4: Die Firma Godel - Planen und Bauen, ein Team, das einmal bereits fast ins Wasser gefallen ist. Von Melanie Reh
 

Was machen zwei Architekten, ein Bauingenieur, ein Diplom-Immobilienwirt und ein Gebäudereiniger auf dem Neckar? Nein, sie planen kein Designer-Haus im Wasser. Das würden sie in ihrem Arbeitsalltag machen. Die fünf aber rudern, beziehungsweise sie versuchen es. Und hin und wieder läuft es auch recht gut. "Bereits am Ende der ersten Trainingseinheit hat es überraschenderweise sehr gut geklappt", berichtet Silke Kojer, die Steuerfrau des Godel-Anfänger-Teams. Eigentlich funktionierte es schon zu gut. Denn weil alles so rund lief, wurden ihre vier rudernden Herren im Boot übermütig. Mit viel zu viel Kraft und Emotionen wurden die Skulls ins Wasser geschlagen und durchgezogen. Leider etwas unrhythmisch. Die Folge: "Wir wären fast gekentert", sagt Timo Strößler lachend. Kojer war in diesem Moment hingegen das Herz stehen geblieben. "Ich dachte immer, die Dinger sind unsinkbar, aber da war es kurz davor, dass ich eines anderen belehrt werde", blickt die Steuerfrau immer noch leicht erschreckt zurück.

Dabei hat sie sich das übermotivierte Team, bestehend aus Marc Böpple, Timo Strößler, Joachim Hübner, Rick Wildersin und Ersatzfrau Anja Ruzicka streng genommen selber ausgesucht. Firmenchef Jochen Godel, eigens seit einigen Jahren Ruderer im Marbacher Ruderverein, hatte die Teilnahme an der Ruderregatta zwar initiiert, die Verantwortung dann aber mit einem "Kümmer" dich drum" an Silke Kojer weitergeleitet. So hat die Architektin einfach mal im Büro rumgefragt. "Tja, am Ende hatte ich dann die vier gefunden", erklärt Kojer. Seit 21 Jahren rudert sie bereits, knapp 20 Jahre davon in Marbach. Ein Grund weshalb sich die erfahrene Ruderfrau für den Falle der Fälle - fürs kentern - vielleicht doch etwas rausreden möchte. "Wir sind ein eher kleines Büro und einige sind im Sommer ja auch im Urlaub, daher blieb kein anderes Team übrig", entschuldigt Kojer sich verlegen.

Bei so viel Sportsgeist, wie die Mannschaft allerdings besitzt, kann eigentlich bis zum Rennen nichts schief gehen. Zwar haben die Herren bisher keinen Sport zusammen getrieben, aber jeder ist für sich äußerst sportlich. "Ich würde sagen, wir sind relativ fit", äußert Wildersin. Der Gebäudereiniger selbst - der "zur Not auch das Boot sauber hält" - ist vor allem mit dem Bike aktiv: "Mountainbike, Rennrad, ach alles mit zwei Rädern ist toll." Strößler und Böpple spielen gerne Tennis, ebenfalls getrennt, und Hübner? "Ich inliner halt gerne", antwortet er. Das passt doch, oder nicht? Vier sportlich äußerst aktive Männer mit vier unterschiedlichen Berufen, das muss doch bei so vielen Unterschieden irgendwo wieder zusammen passen. "Oder auch eben im totalen Gegenteil enden", sagt Strößler und erinnert an das Beinahe-Kentern. Wenn dieser Fall im Rennen eintreten sollte, hat der Immobilienwirt aber schon einen Plan: "Wenn wir kentern, dann entern wir einfach ein anderes Boot." Die Mannschaft hält dies für einen tollen Plan und applaudiert. Steuerfrau Silke Kojer nicht. Sie ist plötzlich um einiges zuversichtlicher: "Wir werden das hinbekommen und wir werden siegen."

Die vier Herren sind verdutzt, schauen sich skeptisch an und stimmen dann kopfnickend zu: "Könnte werden."





04.09.2010 - aktualisiert: 04.09.2010 06:13 Uhr

 






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