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Junge Detektive gehen auf Verbrecherjagd

Tanja Capuana

Steinheim. Rund 30 Kinder haben sich mit der Spurensicherung bei
Kriminalfällen beschäftigt. Von Tanja Capuana
 

Nicht nur in Großstädten geschehen Verbrechen: Auch in Steinheim könnten Kriminelle am Werk sein. Wie geht die Polizei am Tatort vor? Die Freie Wählervereinigung (FWV) hat deshalb im Rahmen des Sommerferienprogramms das Thema Spurensicherung in den Fokus gestellt. Der Polizeihauptkommissar und FWV-Rat Bernhard Fähnle hat rund 30 Kinder am Donnerstag gezeigt, wie er im Falle eines Einbruchs im Bahnhöfle reagieren würde. Außerdem dürfen die Mädchen und Jungen beim Ermitteln des fiktiven Täters helfen.
"Ferienprogramme machen wir regelmäßig", erzählt Werner Deuscher, der Erste Vorsitzende der FWV. Zum ersten Mal beschäftigen sich die Kinder jedoch mit Spurensicherung. Bernhard Fähnle habe die gleiche Veranstaltung bereits in Oberstenfeld im Ferienprogramm angeboten.

Sorgfältig suchen die jungen Detektive den Tatort ab. Als erstes müsse man feststellen, wie die Verbrecher in das jeweilige Gebäude gekommen sind, sagt Fähnle. Den Einbruch sowie die Schäden werden fotografiert und dokumentiert. So könne man verschiedene Fälle miteinander vergleichen. Schnell werden die Kinder auf der Spurensuche fündig: An der Fensterscheibe klebt Blut. "Das ist kein Ketchup, sondern echtes Blut", sagt das FVW-Mitglied Ingrid Petermann und lacht. Ihr Parteigenosse Erich Wägerle hat sich freiwillig zum Aderlass bereit erklärt.

Fähnle demonstriert der Gruppe, dass der Lebenssaft die DNA und somit die Identität des Täters enthalte. Der Polizist befeuchtet ein Wattestäbchen mit destilliertem Wasser und fährt über den Fleck auf der Scheibe, bis sich die weiße Watte rot färbt. Wenn man Blut und Fingerabdruckspuren aufnimmt, müsse man auf jeden Fall Handschuhe und einen Mundschutz tragen, betont Fähnle. Sonst könne man Fremdspuren hinterlassen und das Ergebnis verfälschen.

Die Teilnehmer lernen, wie sie Finger-und Barfußabdrücke, die so genannten daktyloskopischen Spuren, sichern können. Wichtige Hinweise auf einen Täter geben auch Schuhabdrücke, Hautabschürfungen durch Abrieb, Haare, sowie Speichelspuren, erklärt Bernhard Fähnle. Die Art und Weise, wie sich ein Einbrecher gewaltsam Eintritt verschafft, kann die Ermittlungen ebenfalls unterstützen. "Wir suchen deshalb auch Werkzeugspuren", sagt Fähnle.

Der Polizeihauptkommissar gibt den Kindern gegen Ende des Nachmittags Gelegenheit ihm Fragen zu stellen. "Welche Polizei passt etwa bei Demonstrationen wie im Fall von Stuttgart 21 auf?", will Nils Koretzky wissen. Die Kinder fragen, ob Fähnle seinen Schlagstock und seine Dienstwaffe schon benutzt habe. Schließlich werfen die wissensdurstigen Mädchen und Jungen noch einen Blick in das Streifenfahrzeug und erhalten als Andenken ein Abdruck ihres eigenen Daumens.





03.09.2010 - aktualisiert: 03.09.2010 17:38 Uhr

 






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