Bittenfeld Die Zweitliga-Handballer stehen nach der Auftaktniederlage in Aue bereits in ihrem ersten Heimspiel unter Druck. Die Zuschauer dürfen sich am Samstagabend (19.30 Uhr) auf eine spannende Heimpremiere mit neuen Gesichtern freuen. Von Steffen Sauer
Die Zweitliga-Handballer treten in dieser entscheidenden Bundesliga-Saison erneut mit einem jungen Mannschaftskader an. Nach dem Abgang von Linkshänder Sebastian Seitner zu den Stuttgarter Kickers suchte der TVB lange nach einem adäquaten Ersatz für den wurfgewaltigen Rückraumschützen (33 Spiele, 135 Treffer). Fündig wurde man in Neuzugang Jan Forstbauer, der als Junioren-Nationalspieler vom TSV Schmiden nach Bittenfeld kam. Der 18-Jährige soll zunächst behutsam für den rechten Rückraum aufgebaut und an das Bundesliga-Klima herangeführt werden. Als einziger Linkshänder auf dieser Position muss er nun jedoch von Beginn an seine Klasse unter Beweis stellen.
Weitere Optionen stehen den Bittenfeldern momentan auf dieser Position durch einen Linkshänder nicht zur Verfügung. Patrick Rothe ist nicht mehr dabei, Kai Häfner besitzt kein Doppelspielrecht für den TVB, weil er bei Frisch Auf Göppingen mehr Spielanteile bekommen wird. Forstbauer wird sich daher auf der wichtigen rechten Rückraumposition mit den routinierten Rechtshändern Adrian Wehner und Florian Schöbinger abwechseln. Doch der Verein macht keinen Hehl daraus, dass er sich noch auf der Suche nach einem starken Linkshänder für den rechten Rückraum befindet. Eine Eilverpflichtung wird es allerdings nicht geben. "Der Spieler müsste menschlich wie sportlich zu uns passen", sagte Co-Trainer Klaus Hüppchen bereits vor einigen Wochen.
Neben Sebastian Seitner verließ ein weiterer Linkshänder den Verein: Marco Hauk wechselte zum Bundesliga-Aufsteiger TSG Friesenheim. Auch seine Position wird schwer zu ersetzen sein - mit 127 Treffern in 30 Spielen zählte er neben Seitner zu den wichtigsten Schützen beim TVB. Seine Position wird der 23-jährige isländische Nationalspieler Arnor Gunnarsson einnehmen, der sich in Aue bereits mit fünf Treffern beweisen konnte. Dritter Neuzugang beim TV Bittenfeld ist Linksaußen Tobias Schimmelbauer. Er wird den verletzten Marcel Lenz sowie den beruflich stark eingespannten Jens Baumbach auf der linken Außenseite unterstützen. Mit seinen 23 Jahren passt er hervorragend in das Konzept des TVB, der erneut verstärkt auf junge Spieler setzt. Aus der eigenen A-Jugend werden deshalb auch Eigengewächse die Chance bekommen, Bundesliga-Luft zu schnuppern. Vielleicht bereits in den kommenden Wochen. Da wird es nämlich ernst für die Bittenfelder.
Auf die Auftaktniederlage beim EHV Aue folgt am Samstagabend das erste Heimspiel gegen Eisenach. In den vergangenen Partien hatte der TVB große Schwierigkeiten gegen den etablierten Zweitligisten, der sich noch einmal verstärkt hat. Zudem konnte Eisenach einem der Aufstiegsfavoriten, dem Bergischen HC, beim 32:32 einen Punkt abringen. Eine Woche später muss der TVB bei einem weiteren Aufstiegsaspiranten antreten, dem TV Hüttenberg. Es folgt das Heimspiel gegen den engagierten und unbequemen HC Erlangen, bevor Bittenfeld zum Bergischen HC reisen muss. Bis Ende September wird sich der TV Bittenfeld durch dieses schwere Anfangsprogramm durchkämpfen müssen. Der Verein und die Spieler wissen jedoch, dass dies die wichtigste Spielsaison werden wird. Denn mit der Neugestaltung der Profi-Ligen wird es nächstes Jahr eine bedeutende Veränderung geben. Jeweils die ersten neun Teams der beiden Bundesliga-Staffeln werden ab 2011/2012 weiterhin in der eingleisigen 2. Bundesliga antreten. Die restlichen Bundesliga-Mannschaften müssen den Gang in die neue dritte Liga antreten. Das oberste Ziel für den TV Bittenfeld heißt somit: Qualifikation für die eingleisige 2. Bundesliga und damit eine Platzierung unter den ersten neun Teams.
03.09.2010 - aktualisiert: 03.09.2010 06:11 Uhr
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