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Zivi ist mit dem Auto für Senioren unterwegs

Iris Schmutz

Oberstenfeld Zivi statt Wehrdienst. Dafür entschied sich auch Julian Weeber aus Gronau. "Ich möchte etwas Sinnvolles tun, was den Menschen hilft", erklärt er. Es gefalle ihm, zu sehen, dass man etwas erreichen könne. Und bei den Oberstenfeldern wird er bereits sehnsüchtig erwartet. Von Iris Schmutz
 

Einige Senioren können nicht mehr selbst aus dem Haus. Größere Entfernungen bereiten ihnen Schwierigkeiten. Manche haben auch keine Verwandschaft in der Nähe, die einspringen könnte. Sie sind auf Hilfe von außen angewiesen.
An seinem ersten Tag stellt sich Julian Weeber in ein paar Häusern vor. Martha Siebert begleitet ihn dabei. Sie ist Pfarrerin in Oberstenfeld und zuständig für die Zivistelle. "Ich glaube, sein großer Vorteil ist, dass ihn viele schon kennen", sagt sie. Es brauche ein bisschen Zeit, bis die Menschen sich an eine neue Person gewöhnen. Hinzu kommen Fortbildungen für Zivis, die weitere Zeit in Anspruch nehmen. Da helfe es nicht gerade, dass die Bundesregierung über eine weitere Verkürzung oder Abschaffung des Wehrdienstes nachdenkt. "Ob wir das ohne Zivi leisten können, ist sehr fraglich", befürchtet Martha Siebert. Sie weiß um die Wichtigkeit der Aufgabe der Ersatzdienstleistenden.

Doch vorerst ist die Welt noch in Ordnung in Oberstenfeld. Julian Weeber übernimmt Einkäufe und fährt die Senioren der Gemeinde zu allerlei Terminen. "Sei es ein Arztbesuch oder ein anderer Anlass, ein Anruf genügt", sagt er und lacht. Seinen Terminplaner hat der frisch gebackene Zivi für die erste Woche schon einmal mit ein paar Fahrten bestückt. Sein rotes Zivi-Auto steht im Hof bereit. Darin findet sich genug Platz für volle Tüten und sogar einen Rollstuhl kann man problemlos transportieren. "Den Senioren ins Auto zu helfen, lernt man von ganz allein", beruhigt Martha Siebert.

Julian Weeber scheint zufrieden zu sein. "Mir gefällt die eigenständige Planung", erklärt er. Aber so arbeiten kann nicht jeder. Deshalb war es der Pfarrerin wichtig, dass der Neue schon mal selbstständig etwas auf die Beine gestellt hat. In der Jugendarbeit hat Julian Weeber diese Fähigkeit zu Genüge unter Beweis gestellt.

Er hat aber noch eine weitere wichtige Aufgabe. An einem Tag in der Woche wird er das Tafelmobil begleiten. Dabei wird er das obere Bottwartal befahren. Dennoch: Er bleibt in seiner Heimat. Das ermöglicht es ihm, seine Hobbies weiterzuführen. Und er muss auch nicht auf die Freunde verzichten. Ein wichtiges Detail für den 20-Jährigen. Bei seinen Vorgängern hatte er sich schon über die Arbeit informiert. "Sie haben gesagt, es sei eine angenehme Stelle und es herrsche freundlicher Umgang", erzählt er. Für ihn sei das ideal. Sein lachendes Gesicht bestätigt die Zufriedenheit.

Nun gilt es noch, einige Termine und Informationen auszutauschen. Martha Siebert gibt wertvolle Tipps. "Die Menschen kennen sich selbst sehr gut, sie sagen, wo und wann sie Hilfe benötigen." Die Ratschläge nimmt Julian Weeber dankend an. "Ich warte einfach mal, was mir so passiert und bleibe locker."





02.09.2010 - aktualisiert: 01.09.2010 19:21 Uhr

 






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