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VfR Großbottwar setzt auf nachhaltigen Erfolg

Der VfR Großbottwar vor der Saison 2010/2011
Avanti

Großbottwar Trainer Rainer Schreiber gibt keinen Tabellenplatz als Ziel aus, sondern will von seiner Mannschaft Spielfreude und attraktiven Fußball sehen. Von den Neuzugängen erwartet man beim Kreisliga A-Klub einiges. Von Marek Lantz
 

In sein drittes Jahr in der Kreisliga A1 Enz-Murr geht der VfR Großbottwar am übernächsten Samstag, wenn er beim TSV Grünbühl ins Spieljahr 2010/11 startet. Nach einer nur mühevoll mit dem Klassenerhalt abgeschlossenen ersten Saison gelang es dem im vergangenen Sommer gekommenen Spielertrainer Rainer Schreiber, die Mannschaft in der abgelaufenen Runde deutlich nach vorne zu bringen. Mit verändertem Spielsystem und 48 Zählern belegte man im Abschlussklassement einen guten sechsten Rang. Abstiegsgefahr blieb über weite Phasen der Saison ein Fremdwort in Großbottwar, im Frühjahr hatte man schließlich sogar losen Kontakt zum Kampf um die Aufstiegsrelegation.

Vor allem auf seine Heimstärke konnte sich der VfR dabei stets verlassen. Geht es nach Schreiber, soll der Verein jetzt den nächsten Schritt gehen: "Wir wollen kontinuierlich den eingeschlagenen Weg weitergehen und in Großbottwar etwas aufbauen", erklärt er.

Diesen nächsten Schritt bemisst Schreiber dabei nicht in erster Linie am Tabellenplatz. "Die Mannschaft soll noch spielfreudiger werden und attraktiven Fußball bieten", nennt er als Ziel für die neue Runde und führt aus: "Wir setzen auf Nachhaltigkeit, nicht auf den schnellen Erfolg". Mit der Viererkette und der Umstellung auf eine ballorientierte Spielweise wurden im Vorjahr die elementaren Grundlagen gelegt, auf die es nun aufzubauen gilt. Schreiber hat dafür den Kontakt mit den VfR-Jugendtrainern gesucht, denen man Schulungen anbot, um die favorisierte Spielweise bereits frühzeitig dem Nachwuchs nahe zu bringen. "Im nächsten Sommer kommen einige sehr interessante Talente aus unserer A-Jugend", unterstreicht der Coach, dass man beim VfR perspektivisch arbeitet. Doch Schreibers auf Nachhaltigkeit beruhende Konzepte tragen schon jetzt erste Früchte: "Unsere Neuzugänge sind fast alle junge, entwicklungsfähige Spieler. Daran, dass sie jetzt den Weg zu uns gefunden haben, sieht man, dass es sich herumgesprochen hat, dass bei uns wieder besserer Fußball gespielt wird", sagt er. Es wird also wahrgenommen, dass sich in Großbottwar einiges tut.

Sinnbildlich steht dafür die Verpflichtung des 21-jährigen Angreifers Muhammet Kodal, der im Vorjahr noch bei Landesligist FV Löchgau regelmäßig zum Einsatz kam. Kodal entstammt eigentlich der Jugend des VfR und fand nun den Weg zurück. "Schön, dass es geklappt hat, einen jungen Großbottwarer wieder an den Verein zu binden, der einst wegen Perspektivlosigkeit weggegangen ist", freut sich Schreiber über den Neuzugang. Weitere Verstärkung kam mit den Mittelfeldspielern Ilker Cakir (25) und Engin Özhan (23) von Absteiger FV Oberstenfeld, die zwar beide die Vorbereitung teilweise verpassten, auf die Schreiber jedoch große Stücke hält. "Ilker Cakir ist ein klassischer Zehner und technisch sicher einer der stärksten Spieler in der Kreisliga A", erläutert er. Der einzige Neuzugang, der vom Alter her etwas aus dem Rahmen fällt, ist Michael Erhard, der aus Benningen zum VfR stieß. Der 29-jährige Abwehrspezialist habe in der Vorbereitung absolut überzeugt, lobt der Trainer und legt sich fest: "Er gehört momentan für mich zu den wenigen gesetzten Spielern". Abwehrtalent Dominik Stahlberger (eigene Jugend), Timo Weiß (TSV Westhausen) und Stefan Kicherer (nach Pause) komplettieren die Liste der Neuen.

Insgesamt, ist sich Schreiber sicher, sei es gelungen, den Kader qualitativ und quantitativ zu verstärken. "Nahezu alle Positionen sind jetzt doppelt besetzt. Zudem haben wir viele flexibel einsetzbare Spieler dabei. Der Konkurrenzkampf ist größer geworden und das heißt, dass ich jetzt leistungsorientiert aufstellen kann", freut er sich. Leistung wird allerdings auch er selbst zeigen müssen, denn der Spielertrainer plant sich selbst in der Defensive mit ein. "Ich stelle mich da wie jeder andere der Konkurrenz", stellt er klar.

Obwohl mit Michael Maier ein langjähriger Leistungsträger aufgrund eines Kreuzbandrisses für die komplette Hinserie fehlen wird, stehen beim VfR insgesamt alle Vorzeichen auf eine Fortsetzung des Aufwärtstrends der Vorsaison. Vom Eingreifen in den Aufstiegskampf will Schreiber, der den TSV Affalterbach sowie Freiberg II und Neckarrems II als Favoriten einstuft, jedoch noch nicht reden. "Irgendwann wird es aber die logische Konsequenz sein, vorne anzuklopfen", räumt er ein. Angesichts der positiven Entwicklung beim VfR scheint es jedoch nicht ausgeschlossen, dass dieses "irgendwann" schon recht bald Realität werden könnte.





31.08.2010 - aktualisiert: 31.08.2010 11:51 Uhr

 






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