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Frauen-Union ist nicht nur zu Fuß, sondern auch zu Pferde unterwegs

Frauen-Union Ludwigsburg Mitglieder und Gäste machen einen Ausflug zur Burg Lichtenberg und dem Islandpferdehof.
 

Oberstenfeld Bei allerbestem Sommerwetter traf sich die Frauen-Union Ludwigsburg (FU) mit ihren Gästen und ihrem Wanderführer, dem Landtagsabgeordneten und Murrer Bürgermeister Manfred Hollenbach, um gemeinsam die Burg Lichtenberg zu erklimmen und dort den Islandpferdehof zu besichtigen. Herzlich begrüßte die Kreisvorsitzende der FU, Elke Kreiser, die Anwesenden. Am Treffpunkt, der bekannten Krugeiche, gab Manfred Hollenbach zunächst einen kurzen Einblick in die wechselvolle Geschichte der Burg und des Ortes Oberstenfeld.

Hoch über der Gemeinde Oberstenfeld gelegen, wurde Lichtenberg 1197 erstmals urkundlich erwähnt und gilt als eine der ältesten Stauferburgen Deutschlands. Bis zum Ende des letzten Weltkrieges ist die Burg von kriegerischen Verwicklungen verschont geblieben. Sie gilt als Wahrzeichen des Bottwartales und liegt auf Oberstenfelder Gemarkung. Seit 1483 ist sie im Besitz der Familie von Weiler, der früher auch die umliegenden Ländereien gehörten. Außerdem beherbergt die Burg ein nur zu besonderen Anlässen geöffnetes Restaurant, bei unserem Besuch war dies eine Hochzeit.

Wie man aus kundigem Munde von Hollenbach - ergänzt vom Oberstenfelder Altbürgermeister Manfred Läpple - hören durfte, war das unter der Burg gelegene Oberstenfeld eine Siedlung des frühen Landesausbaues im 7. und 8. Jahrhundert. Um 1016 erfolgte die Gründung des Stifts Oberstenfeld durch einen Grafen Adalhard und seinen Sohn Heinrich, möglicherweise Verwandte der edelfreien Herren von Heinriet, die ihre Rechtsnachfolger in Oberstenfeld waren. Das Stift nahm im 14. Jahrhundert die Augustinerregel an. Herzog Ulrich wandelte nach der Einführung der Reformation in Württemberg (1534/35) das Stift in ein evangelisches adliges Fräuleinstift um.

In den Nachkriegszeiten des vergangenen Jahrhunderts entwickelte sich Oberstenfeld dank der Ausweisung von Bau- und Industriegebieten. Zu den bedeutendsten Industrieunternehmen zählen ein Werk das die Firma Getrag aus Ludwigsburg dort gründete, sowie die Firma Werzalit. Außerdem entwickelten sich aus regionalen Handwerksbetrieben weitere Industrieunternehmen. 1968 wurden etwa 3000 Einwohner gezählt. Nach der Eingemeindung von Gronau und Prevorst im Jahr 1972 wuchs die Gemeinde weiter, so dass heute rund 8000 Menschen dort wohnen.

Aber auch der durchwanderte Wald barg einiges Sehenswertes. So zum Beispiel die Krugeiche. Auf der Hinweistafel neben dem Baum steht zu lesen: "Die Bauersfrauen von Altersberg haben hier Halt gemacht und sich kurz ausgeruht, bevor sie mit dem Korb auf dem Kopf vollends ins Tal hinabstiegen, ebenso wenn sie vom Markt in Oberstenfeld mit ihrer Last heraufkamen." Ausruhen heißt auf schwäbisch "ausgruege" oder "ausgruebe", erfuhren die unkundigen "Reingschmeckten" unter den Wanderern. Irrtümlicherweise wurde dann aus der Gruegeiche eine Krug-eiche, was sich im Schwäbischen gleich ausspricht. Im Wald machten Hollenbach und Läpple dann auf diverse Grenzsteine aufmerksam und erklärten etwas über die Waldwirtschaft. Wegzoll musste aber niemand mehr zahlen.

Geschafft vom Aufstieg erreichte man schließlich den auf einem Bergsporn direkt neben der Burg Lichtenberg zwischen Reben und Wald malerisch gelegenen Islandpferdehof. Früher als Zeltlager durchziehender Truppen oder für das Gefolge eines hohen Gastes genutzt, treffen sich heute hier Freizeit- und Sportreiter zum Trainieren und zu Ausritten in den Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald. Heike Böhm, Inhaberin und Gestütsleiterin, führte über das Gestüt und erklärte alles zum Hof, der bestehend aus Reitschule, Zucht und Pferdepension, derzeit etwa 150 Islandpferde beherbergt und trainiert.

Islandpferde gehören zu den Gangpferden, da die meisten von ihnen nicht nur die Grundgangarten beherrschen, sondern zusätzlich die Gangart Tölt. Diese Gangart ist für Reiter sehr angenehm und hat wesentlich zur Beliebtheit und Verbreitung des Islandpferdes beigetragen. Nicht selten steigen Reiter im Alter auf Islandpferde um, da man auf einem töltenden Pferd nahezu erschütterungsfrei und somit rückenschonend reiten kann. Ein Islandpferd ist erst mit etwa sieben Jahren ausgewachsen, erklärte Böhm. Mit Rücksicht auf die späte körperliche Reife der Pferde werden sie erst zwischen dem vierten und fünften Lebensjahr angeritten. Islandpferde werden normalerweise recht alt, 30 bis 35 Jahre und mehr sind keine Seltenheit.

Gern nutzen dann auch einige Teilnehmer die Gelegenheit, die Pferde bei einer Reitstunde und anschließender Pferdepflege näher kennenzulernen. Ein besonderes Erlebnis war der Tag besonders für die Kinder. Britta Steinmetz Pressereferentin FU





31.08.2010 - aktualisiert: 31.08.2010 06:09 Uhr

 






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