Affalterbach Der Dartclub Wolfsölden hat mit einem Turnier sein 25-jähriges Bestehen gefeiert. Am Rande sind einige lustige Anekdoten von den Anfängen und den Jahren danach zur Sprache gekommen. Von Andreas Hennings
Und diese kann sich durchaus sehen lassen. Bereits ein Jahr nach der Gründung im Jahr 1985 veranstaltete der Club in der Sporthalle in Wolfsölden ein Sommerturnier für Mannschaften aus der Umgebung. 184 Herren und 40 Damen waren ein Wochenende lang Gast in der Ortschaft und spielten um den Pokal. "Der Metzger und der Bäcker haben damals Sonderschichten geschoben. Wir hatten zehn Dartscheiben aufgestellt, merkten aber schnell, dass diese bei weitem nicht reichen würden", erinnert sich die heutige Vorsitzende Monika Kutscherauer. Also machten sich die Mitglieder des Clubs kurzerhand auf den Weg und holten weitere verfügbare Scheiben. "Manche haben Scheiben von sich zu Hause geholt, auch das Dartboard der Gaststätte Krone durften wir leihen. Insgesamt haben wir acht weitere Scheiben an die Außenwand der Halle genagelt", sagt Kutscherauer lachend.
Es war nicht das einzige Highlight des Jahres 1986. Nur ein Jahr nach der Gründung hatten sich bereits 32 Mitglieder dem Club angeschlossen, zwei Teams konnten in der eigens gegründeten Schwabenliga, dem Vorgänger der heutigen Dartliga Schwaben, gemeldet werden. Als erster Verein im Großraum Stuttgart trat man darüber hinaus auch noch dem Deutschen Dart-Verband bei.
Im Jahr 1991 konnte der Club gar drei Mannschaften in der Oberliga melden, der höchsten von drei Spielklassen in der Schwabenliga. "Wir waren ein Vorreiter im Dartsport. Auch an der Gründung des baden-württembergischen Dartverbandes waren wir maßgeblich beteiligt", erklärt Kutscherauer. Mitte der 90er Jahre wurden dann die größten Erfolge der Vereinsgeschichte gefeiert: Rund 60 Mitglieder hatte der Club in seinen Reihen. 1994 wurde der DCW Oberligameister und baden-württembergischer Sieger bei den Achter-Teams. Bei den anschließenden Deutschen Meisterschaften belegte der DCW den neunten Rang. "Als dort die teilnehmenden Vereine vorgelesen wurden, schauten uns alle verwundert an. Wir spielten in Rottgau gegen Mannschaften wie Hamburg und Bremen. Die haben sich natürlich alle gefragt, wo denn bitte Wolfsölden liegt", erinnert sich die Vorsitzende. Vor allem Ilona Rapp konnte bei zahlreichen Turnieren auf sich aufmerksam machen.
Im Jahr 1999 musste sich der Dartclub eine neue Heimat suchen. Nach 14 Jahren in der Krone fand man diese im Squash-Cafe in Affalterbach. Wegen der zwei Stockwerke der Gaststätte und der langen Wege der Kellner richteten die Wirtsleute dort extra ein Telefon ein, dass die Dartsportler darüber Bestellungen aufgeben konnten und so einige Treppengänge gespart werden konnten. Seit August 2008 spielt man nun im Schützenhaus in Affalterbach. "Wir haben eine gute Zusammenarbeit mit dem Schützenverein. Anfängliche Skeptiker konnten inzwischen überzeugt werden, es funktioniert prima und wir haben viel Platz", zeigt sich Kutscherauer zufrieden. Jeden Donnerstagabend trifft man sich dort beim sogenannten "Hausabend", um die Pfeile auf das Dartboard zu werfen.
Heute hat der Club rund 30 Mitglieder und mischt noch immer kräftig mit in der Liga. Lange Zeit war man in der parallel zur Dartliga Schwaben ausgetragenen Baden-Württemberg-Liga vorne mit dabei. In diesem Jahr konnte der Abstieg allerdings nicht verhindert werden. "Viele gute Spieler haben uns verlassen. Wir müssen uns neu organisieren, aber unser Ziel ist es nun, wieder peu à peu nach oben zu kommen", gibt Kutscherauer die Marschrichtung vor. Das Potenzial dafür ist vorhanden: Das 16-jährige Vereinsmitglied Jan Pastorfer beispielsweise steht im baden-württembergischen Ranking auf Rang vier. Und auch die Geschichte des Clubs zeigt, dass Erfolge des Wolfsöldener Dartclubs keine Seltenheit sind.
03.08.2010 - aktualisiert: 03.08.2010 11:54 Uhr
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