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Neue Schätze fürs Archiv

Marbach Der umfangreiche Vorlass von Walter Ruegg kommt auf die Schillerhöhe.
 

Walter Rüegg, emeritierter Professor der Uni Bern und ehemaliger Rektor der Uni Frankfurt, hat seinen Vorlass dem Deutschen Literaturarchiv übereignet. Unter den Archivalien befindet sich inhaltsreiche Korrespondenz von den 40er Jahren bis in die Gegenwart, darunter umfangreiche Briefe von und an Shmuel Noah Eisenstadt, Hans-Georg Gadamer, Hartmut von Hentig, Wolfgang Schadewaldt, Emil Staiger und Max Wehrli. Dazu gehört auch eine Autographensammlung zum 19. und 20. Jahrhundert, zum Teil Briefe von Hermann Hesse, James Joyce, Gerhart Hauptmann und Ernst Jünger. Außerdem finden sich zahlreiche Akten zu Tagungen, Konferenzen und Workshops sowie Fotografien. Bezüge zum Bestand des Literaturarchivs ergeben sich in besonderem Maße über Dolf Sternberger, Hartmut von Hentig oder Viktor von Weizsäcker; außerdem über Dokumente aus dem "Arbeitskomitee Demokratie im Notstand 1968".

Der 1918 in Zürich geborene Ruegg hat maßgeblich zum Aufbau der deutschen Wissenschaftslandschaft nach 1945 beigetragen. Ursprünglich klassischer Philologe und Spezialist für die Geschichte des Humanismus, erhielt nach dem Studium in Paris und Zürich 1961 einen Ruf nach Frankfurt, dort wirkte er als Ordinarius für Soziologie sowie als Universitätsrektor.

Aus Protest gegen die Neufassung des hessischen Universitätsgesetzes trat er schließlich zurück und wechselte nach Bern, wo er bis zu seiner Emeritierung 1986 lehrte. Als Gastprofessor lehrte er an der University of Chicago, in St. Gallen und Paris. Über viele Jahrzehnte war er im Präsidium deutscher und schweizer Wissenschaftsorganisationen und Förderinstitutionen tätig. Rüegg ist unter anderem Herausgeber der mehrbändigen europäischen Universitätsgeschichte, die in verschiedene Sprachen übersetzt wurde. red





29.07.2010 - aktualisiert: 29.07.2010 06:07 Uhr

 






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