Verantwortung für nächsten Generationen übernehmen
Kirchberg. Der neu gegründete Verein gentechnikfreie Landkreise Ludwigsburg/Rems-Murr hat 63 Mitglieder. Von Andrea Opitz
Das Interesse am Thema Gentechnik ist enorm. Das zeigte sich einmal mehr bei der Gründungsveranstaltung des Vereins gentechnikfreie Landkreise Ludwigsburg/Rems-Murr am Montagabend in Burgstetten. Die Sitzmöglichkeiten im Feuerwehrhaus waren schnell belegt. Von den mehr als 80 Besuchern haben sich am Ende 63 in die Liste der Gründungsmitglieder eingetragen.
Einstimmig in die Vorstandsriege gewählt worden sind die Initiatoren um den Ideengeber Robert Trautwein aus Kirchberg. Manfred Groth aus Leutenbach fungiert als Erster Vorsitzender, Reinhild Holzkamp aus Erdmannhausen als seine Stellvertreterin. Der Pressewart Wolfgang Simon (Erdmannhausen), der Kassier Udo Staffa (Aspach) sowie die Schriftführerin Maria Schiele (Erdmannhausen) ergänzen das Führungsteam. Trautwein übernimmt als Vorstandsmitglied die Funktion des Fachwartes. Der Bio-Landwirt hat sich in den vergangenen Jahren ausführlich mit dem Thema Gentechnik beschäftigt und ist inzwischen ein Experte auf diesem Gebiet.
Darüber, dass der neu gegründete und kreisübergreifende Verein auf ein solch großes Interesse stößt, freut sich Trautwein. Die Bevölkerung müsse heutzutage mehr Verantwortung für die kommenden Generationen übernehmen, als dies die Politik tue, fordert der Kirchberger. "Der Mensch hat verlernt, vorausschauend zu denken."
Seit 1996 sind gentechnisch manipulierte Pflanzen im Ausbau, informierte Robert Trautwein am Montagabend. In Kanada gebe es inzwischen keinen gentechnikfreien Raps mehr. Die gesundheitlichen Auswirkungen für Menschen und Tiere seien katastrophal. Gefahren auf die der Aktivist auch im Mai im Rahmen einer Informationsveranstaltung in der Stadthalle in Marbach hingewiesen hatte. Samt dem Vorwurf, die Politik werde von den Großkonzernen gelenkt.
Es sei ein regelrechtes Drama zu sehen, dass es wirklich nur um Macht und Geld gehe, findet auch Irmgard Wiedersatz, Bürgermeisterin von Burgstetten. An sich sollte der Verein "gentechnikfreies Deutschland" heißen, betonte sie bei der Gründungsversammlung. Doch man müsse im Kleinen anfangen. Als Konsequenz der Ahnungslosigkeit der Menschen macht der evangelische Pfarrer Hans-Christoph Werner aus Burgstetten, ein leichtes Spiel für die Gentechniker aus.
Der neue Verein will mit Veranstaltungen und Medienauftritten Aufklärungsarbeit leisten und den Landwirten sowie den Verbrauchern die Gefahr von genmanipuliertem Saatgut aufzeigen. "Dabei müssen wir deutliche Worte finden", fordert Robert Trautwein im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Förderung der Eigeninitiative stehe im Vordergrund. "Vielleicht wachen die Menschen auf." Darüber hinaus sollen Basisgruppen in den Kommunen der beiden Landkreise Ludwigsburg und Rems-Murr gebildet und untereinander vernetzt werden.
27.07.2010 - aktualisiert: 27.07.2010 19:24 Uhr