Der Stabwechsel steht für den Neubeginn
Oberstenfeld Heiner Stumpp ist als Rektor der Oberstenfelder Lichtenbergschule in den Ruhestand verabschiedet worden. Gleichzeitig wurde sein Nachfolger Johannes Fezer eingesetzt.
Von Oliver von Schaewen
Auch wenn die beiden Rektoren Heiner Stumpp und Johannes Fezer gestern im Mittelpunkt standen: Der feierliche Stabwechsel der beiden Schulleiter im Oberstenfelder Bürgerhaus markierte den Übergang, den die beiden Nachbarkommunen Großbottwar und Oberstenfeld mit der Gründung der gemeinsamen Werkrealschule neuen Typs zuvor bereits einvernehmlich besiegelt hatten. Heiner Stumpp nahm nach 28 Jahren als Leiter der Oberstenfelder Lichtenbergschule den Dank aller Beteiligten entgegen. Johannes Fezer, der zehn Jahre lang und bis dato die Geschicke in der Wunnensteinschule in Großbottwar lenkte, wurde vor etwa 140geladenen Gästen willkommen geheißen.
Die Redner sparten nicht mit Lobesworten für den beliebten Leiter der Hauptschule, Heiner Stumpp. "Sie haben die Schule in guter Weise geleitet, gestaltet und entscheidend geprägt", sagte Gabriele Traub, die Leiterin des Staatlichen Schulamtes, nach der Begrüßung durch den Konrektor Gerhard Tripodi und der persönlich gestalteten Gesangsouvertüre durch den Oberstenfelder Grundschulchor.
Traub ging in ihrer Rede auf den Werdegang Stumpps ein. Er habe im Alter von 15Jahren die Schule verlassen und sei Werkzeugmacher bei der Firma Hüller in Ludwigsburg geworden. Dort sei er Ausbilder geworden, später habe er an der Pädagogischen Hochschule in Ludwigsburg Mathematik, Biologie und Evangelische Theologie für das Lehramt studiert. Konrektor wurde er 1978 ausgerechnet an der Wunnensteinschule, was Traub zu der Bemerkung reizte: "Die Wege in die Schulleitung der Lichtenbergschule scheinen ganz offensichtlich über Großbottwar zu führen."
Dass Stumpp mit Leib und Seele mit der Schule verbunden sei, zeige er auch in den Tagen des Abschieds. "Die Tür zu Ihnen stand immer offen", formulierte Traub, die in Stumpp einen Menschen, Helfer und Erzieher sieht, der anderen Menschen mit viel Wertschätzung begegnet sei und Vertrauen geschafft habe.
Diese Wesenszüge hob auch der Oberstenfelder Bürgermeister Reinhard Rosner in seiner Dankesrede hervor. "Die Schule trägt Ihre Handschrift, es waren sehr gute Jahre mit Ihnen." Rosner erwähnte als Innovationen die Ganztagesbetreuung im Hort, das Schülercafé und die Namensgebung der Grund- und Hauptschule. Als "spannendes Projekt" bezeichnete er die Aufgabe, die sich vom Herbst an dem neuen Schulleiter Johannes Fezer stelle. Von der Großbottwarer Hauptschule bringt der Rektor 100 neue Schüler mit.
Zuvor hatte die Schulamtsleiterin Traub auch den Werdegang Fezers skizziert. Er habe an der Pädagogischen Hochschule in Ludwigsburg Englisch und Sport studiert, unterrichtete zunächst an der Grundschule in Walheim - übrigens an der Schule, in der Heiner Stumpp als Kind war - und gelangte über die Stationen Hessigheim und Besigheim im Jahr 1998 als Konrektor nach Bönnigheim, bevor er zwei Jahre später Leiter der Wunnensteinschule wurde. Dort habe er viele Spuren hinterlassen: etwa die Schulsozialarbeit eingeführt, einen Förderverein gegründet, Streitschlichterprogramme und Trainingsräume eingeführt. Damit sei ein Rahmen für Persönlichkeitsentwicklung gegeben.
Der Großbottwarer Bürgermeister Ralf Zimmermann lobte den "geborenen Pädagogen" Fezer, der Mut für Innovationen mitbringe und hoc h geachtet sei. Viele Redner schlossen sich an, etwa Jochen Haar, Leiter der Matern-Feuerbacher-Realschule, die Schuldekanin Birgit Sendler-Koschel sowie Sprecher der Kollegien, Elternbeiratsvorsitzende und Schülervertreter, bevor Stumpp und Fezer jeweils dankten.
27.07.2010 - aktualisiert: 27.07.2010 14:19 Uhr