Ein Urgestein übernimmt das Aushängeschild
Uli Heyden (links) hat sein Team um sich. In dieser Saison gibt er die Kommandos.
Avanti
Eigentlich hätte Uli Heyden schon viel früher Trainer der Landesliga-Basketballer beim TV Marbach werden müssen. Denn: Es dürfte kaum jemanden im Verein geben, der dem TV über so viele Jahre in verschiedenen Funktionen erhalten geblieben ist. Doch erst zur Saison 2010/2011 kommt zusammen, was zusammen gehört. "Ich war der Wunschkandidat", gibt der 50-Jährige zu. Kein Wunder.
Der 2,02 Meter große Heyden bringt profunden Basketball-Sachverstand mit: 27Jahre lang ist er für den TV Marbach auf Korbjagd gegangen. Noch im Alter von 40Jahren hat er in der Landesliga gespielt, bevor er seine Basketballschuhe an den Nagel hängte. Er hat die Hoch-Zeiten des TV Marbach miterlebt: Unter Trainer Jürgen Blaetter spielte er 1984/85 in der zweiten Bundesliga und wurde sogar in die Deutsche Juniorennationalmannschaft berufen. "Ich bin damals aber nicht freigestellt worden", sagt Heyden. Lange Jahre war er in der Regional- und Oberliga aktiv, hielt dem Werben anderer Vereine stand.
Seine erste Trainertätigkeit übernahm der Entwicklungsmitarbeiter einer Messtechnikfirma in Bietigheim vor sechs Jahren: Die U14, U16 und U18 des TV Marbach führte er jeweils in die höchstmögliche Spielklasse. Danach war er zusammen mit Jürgen Blaetter bis zu dessen Tod für die zweite Mannschaft des TVM verantwortlich, mit der er in die Bezirksliga aufstieg. In den folgenden beiden Spielzeiten führte er das Team jeweils auf Rang vier.
Da das Landesligateam sehr viel Zeit kostet, hat der 50-Jährige seine Jugendteams aufgeben müssen. Was in der kommenden Saison möglich ist, kann er derzeit noch nicht sagen. "Ich muss erst einmal meine Vorstellungen von Basketball mit denen des Teams abgleichen", erklärt er. Schnelles und einfaches Spiel lautet seine Devise, wie es sein Vorgänger Roland Leidel in den vergangenen Jahren ebenfalls spielen ließ.
Der Kader der Vorsaison bleibt komplett zusammen. Mit der Zusage von Uli Heyden kehrt ein Spieler zum TVMarbach zurück, der den Verein in der Vergangenheit verlassen hat: Jost Schmidt wird wieder für die Schillerstädter auf Korbjagd gehen. Aus der eigenen Jugend wird Simon Albert hochgezogen, der unter Leidel auch schon einige Male Landesligaluft geschnuppert hat. Einziger externer Neuzugang ist der 19-jährige Flügelspieler Patrick Scherer, der bei der BSG Basket Ludwigsburg in der Nachwuchs-Basketball-Bundesliga und im Regionalligateam gespielt hat.
Mit externen Neuzugängen in größerem Umfang tut sich der TVM traditionell schwer: Die Hochburg Ludwigsburg ist zu nahe. Und selbst die Oberligisten BG Remseck und die BG Bietigheim/Tamm können Talenten bessere Perspektiven bieten. Gerne hätte Heyden noch einen zweiten Zwei-Meter-Mann neben Patrick Hamann auf der Center-Position. Doch der Plan, den Ex-Marbacher Dennis Schreiber mit einem Zweitspielrecht auszustatten, scheiterte am Veto der Ludwigsburger. "Dort ist er als Perspektivspieler voll gefordert", zeigt Heyden Verständnis, "aber wir werden uns spielerische Alternativen für die Centerposition überlegen", verspricht er.
17.06.2010 - aktualisiert: 17.06.2010 14:04 Uhr