Erstmals ist der Pate beim mz3athlon selbst am Start
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Posing für den Fotografen.
Von Henning Maak
Auch eine Zeitungsente kann an einem Triathlon teilnehmen - dieses Fazit muss man nach der Auftaktveranstaltung zur elften Auflage des mz3athlon ziehen. "Es gibt Sonderanfertigungen in Schuhgröße65, die dürften auch für Entenfüße passen", meinte Roy Fischer von der Firma Roy Sports, der als einer der Sponsoren den mz3athlon unterstützt. Die Frage nach der stärksten Disziplin erübrigt sich: "Schwimmen natürlich", erklärte Moderator Achim Seiter, der den Beginn der Veranstaltung im Kostüm der Zeitungsente moderierte. "Und den Rest fliege ich", ergänzte Achim Seiter noch.
Als der Moderator der Auftaktveranstaltung mit dem Entenkopf zumindest einen Teil seines Kostüms abgelegt hatte, wurde er von Björn Steinmetz, dem Präsidenten des baden-württembergischen Triathlonverbandes überrascht: Für seine langjährigen Verdienste um den Triathlonsport steckte ihm Steinmetz die bronzene Ehrennadel des Verbandes an. Der Moderator zeigte sich gerührt und überrascht, aber dennoch schlagfertig genug, um sogleich nachlegen: "Und wann gibt's die Goldene?" Die Antwort von Steinmetz fiel nicht weniger schlagfertig aus: "Da muss man schon deutlich älter aussehen als man tatsächlich ist."
Wie in jedem Jahr wurden die Zuschauer bei der Wahl der Farbe des diesjährigen mz3athlon-Shirts mit einbezogen. Fünf Farben standen zur Auswahl, darunter rosa. "Wir lassen nichts unversucht, auch diesmal rosa durchzusetzen", witzelte Kai Keller, Geschäftsführer der Marbacher Zeitung. Gemessen am Applaus der Besucher schaffte es die Farbe rosa allerdings nur auf den zweiten Platz - aber immerhin noch vor orange, weiß und grau. Den größten Beifall des Publikums bekam jedoch die neongrüne Variante.
Als Pate des elften Triathlons nahm neben Achim Seiter diesmal Michael Göhner auf der Couch Platz. Bekannt wurde der 29-Jährige im vergangenen Jahr, als er bei der Langstreckendistanz in Roth vor dem zweimaligen Hawaii-Sieger Normann Stadler gewann und sich dadurch den Titel eines Deutschen Langstreckenmeisters sicherte. In 7:55:53 Stunden blieb Michael Göhner zudem erstmals unter der magischen Acht-Stunden-Grenze für die 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und den abschließenden Marathonlauf.
Der 29-Jährige schilderte den Zuhörern seinen Werdegang zum Triathlon-Profi, der er seit dem Jahr 2006 ist. Sein Interesse für Sport weckte ein Interview mit Dieter Baumann, das der damals zwölfjährige Michael Göhner im Rahmen des Projekts "Zeitung macht Schule" mit dem Olympiasieger von Barcelona über 5000 Meter führen durfte. "Er hat mich sehr beeindruckt", weiß Göhner noch. "Und danach haben meine Eltern gesagt, mach doch selbst mal ein bisschen Sport."
Das Talent des gelernten Bankkaufmanns wurde schnell entdeckt: Bei Straßenläufen kam der gebürtige Reutlinger mehrfach auf das Podest. Doch er erkannte auch schnell seine Grenzen: "Weiße Läufer sind genetisch benachteiligt", erklärte er. Daher wandte er sich dem Triathlon zu und kam beim Ironman in Hawaii in der Altersklasse zwei Mal unter die ersten drei. 2005 blieb er beim Ironman in Roth nur knapp hinter dem deutschen Spitzentriathleten Lothar Leder. "Da habe ich mir gedacht, bei mir müsste noch eine enorme Steigerung drin sein, wenn ich Triathlon auch professionell betreibe", erzählte Göhner.
Seinen Tiefpunkt erlebte er im Jahr 2008: Wegen einer Verletzung musste er bei seinem fünften Hawaii-Start auf der Radstrecke aufgeben. "Ich hatte 2008 eine Mittelohrentzündung. So etwas kannte ich von früher nicht", erzählte der 29-Jährige, der in diesem Jahr zudem Vater wurde und ein Haus baute. "Man muss durch Tiefen gehen, um wieder nach oben zu kommen", machte Göhner den Zuschauern Mut, "immer nur geradlinig ist langweilig." Aufwärts ging es promt 2009: Beim Ironman Südafrika erreichte er den zweiten Platz, im Juli gewann er dann den Ironman in Roth.
Einen großen Anteil an seinem Erfolg schreibt Göhner Dr. Wolfgang Feil zu. Der Ernährungsexperte habe vor allem seinen Magen auf der Langdistanz stabilisiert. Welche Vorzüge die richtige Ernährung auch für Hobbysportler haben kann, erläuterte der Experte in einem kurzen Vortrag. "Unser Körper produziert pro Tag 100 Milliarden Körperzellen neu. Wie gut die Zellmembran ist, hängt von unserer Ernährung ab", sagte Dr. Feil.
Der Biologe erläuterte sein Konzept an den fünf Fingern einer Hand: Der Daumen stehe für das Training. Der Zeigefinger stehe für die Basisernährung, für die er vor allem Speiseleinöl und Vollkornbrot mit Sauerteiganteil empfahl. Der Mittelfinger stehe für das Bindegewebe. "Man kann Sehnen, Knorpel und Bänder stabilisieren - vor allem mit Kieselsäure", erklärte Dr. Feil. Für die Wettkampfversorgung stehe der Ringfinger. "Das beginnt schon mit dem Frühstück", meinte Feil, der sich für Ingwer und Natrium stark machte. Der kleine Finger stehe schließlich für die Regeneration. "Traubensaft und Salzstangen wirken sehr schnell nach dem Wettkampf", meinte der Experte.
Von der Wirkung seiner Tipps kann man sich am 9. Mai in Steinheim beim elften mz3athlon ein Bild machen: Michael Göhner wird als erster Pate selbst am Start sein. Achim Seiter überreichte ihm zum Abschluss des Abends die Startnummer 101.
09.03.2010 - aktualisiert: 09.03.2010 20:02 Uhr