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Anbindung der späten S-Bahnen angeregt

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Marbach/Bottwartal Seit Dezember fahren zwei weitere S-Bahnen am Wochenende nach Mitternacht nach Marbach. Doch an Busse ins Bottwartal sind sie nicht angebunden. Ein Defizit, finden nicht nur die Eisenbahnfreunde Murrtal.
Von Christian Kempf
 

Nachtschwärmer und Pendler, die schichten müssen, dürften sich über den Fahrplanwechsel im Dezember gefreut haben. Vor der Umstellung war der letzte Zug in Marbach am Wochenende um 0.35 Uhr eingefahren. Jetzt kann man von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag sowie vor Feiertagen am Stuttgarter Hauptbahnhof zwei weitere S-Bahnen in Richtung Marbach nehmen. Eine erreicht die Schillerstadt um 1.05 Uhr, die andere um 1.35 Uhr. Doch dort fangen dann die Probleme an. Denn wer weiter in Richtung Bottwartal oder Affalterbach will, muss in ein Taxi steigen, einen langen Fußmarsch auf sich nehmen - oder viel Geduld mitbringen. Der Nachtbus trudelt nämlich erst um 2.24 Uhr ein.
Auf dieses Dilemma haben die Eisenbahnfreunde Murrtal sämtliche betroffene Kommunen in einem Schreiben hingewiesen. "Wir bitten die Gemeinderäte der Anrainergemeinden der Buslinien 456 (nach Erdmannhausen und Wolfsölden) und 460 (nach Murr, Steinheim, Großbottwar, Oberstenfeld und Beilstein), sich gemeinsam beim Verband Region Stuttgart und bei der Regiobus Stuttgart GmbH für eine weitere Busverbindung um 1.39 Uhr von Marbach nach Beilstein beziehungsweise Wolfsölden einzusetzen", heißt es in der Mitteilung der Eisenbahnfreunde. Der Fahrgast hätte damit eine gute Spätverbindung nach Hause. Nicht zuletzt wäre dieser Schritt im Sinne der Umwelt sinnvoll, findet der Verein. "Das würde auch die S-Bahn ganz allgemein attraktiver machen", erklärt Wolfram Linnebach, der Vorsitzende, auf Nachfrage.

Die Chancen stehen nicht einmal so schlecht, dass die Lücke am Marbacher Bahnhof tatsächlich geschlossen wird. Jochen Biesinger, Stadtrat der Schillerstadt und als Prokurist der WEG Kraftverkehrs GmbH ein ausgewiesener Experte für den Öffentlichen Personen Nahverkehr, glaubt jedenfalls nicht, dass sich Marbach einem entsprechenden Ansinnen verschließen würde. Der Impuls müsse jedoch von den betroffenen Kommunen ausgehen. Denn die Rielingshäuser kämen über das Ruftaxi auch zu später Stunde noch nach Hause. Eine dieser betroffenen Kommunen ist Steinheim. Und dort steht man hinter dem Wunsch der Eisenbahnfreunde nach zusätzlichen Bussen. "Das wäre sinnvoll, keine Frage", sagt Rolf Englert, Ordnungsamtsleiter der Urmenschstadt. Insofern werde Steinheim einen entsprechenden Bedarf anmelden. Dann müsse man schauen, welche Kosten damit verbunden sind. Wobei Rolf Englert davon ausgeht, dass nicht die ganz großen Summen aufgerufen werden. Falls das Projekt noch dieses Jahr starten sollte, sieht der Ordnungsamtschef aber einen kleinen Haken. Der Haushalt für 2010 sei bereits verabschiedet worden, sodass zusätzliche Ausgaben außerplanmäßig finanziert werden müssten.

Ganz ähnlich schätzt Reinhard Rosner, Bürgermeister von Oberstenfeld, die Situation ein. Man werde dem Landratsamt Ludwigsburg, das gerade eine Bedarfsanalyse durchführt, mitteilen, dass die Kommune einer weiteren Busverbindung offen gegenübersteht. Anschließend werde abgewartet, was das finanziell bedeuten würde. "Das Problem ist auf jeden Fall bekannt", betont der Rathauschef.

Auch die Gemeinde Erdmannhausen wird sich offenbar für eine bessere Vertaktung einsetzen. Wolfram Linnebach hat jedenfalls eine positive Rückmeldung aus dem Rathaus bekommen. "Bürgermeister Lutz Schwaigert hat versprochen, sich darum zu kümmern", berichtet er. Nicht ganz so gut sei die Nachricht aus Affalterbach gewesen. Der Bürgermeister Steffen Döttinger habe darauf hingewiesen, dass sich die Gemeinde erst für den Bus um 0.39 Uhr stark gemacht habe, sodass nun wohl kein weiteres Engagement erfolgen werde.

Endgültige Klarheit in dieser Frage herrscht erst, wenn die Angelegenheit im Kreistag behandelt wird. Denn die Kosten teilen sich - abzüglich eines Zuschusses des Verbands Region Stuttgart - der Landkreis Ludwigsburg und die betroffenen Kommunen. Stephanie Mayer, Sprecherin der Behörde, weist darauf hin, dass es bei der Fahrplanumstellung im Dezember noch keine Forderungen nach einer zusätzlichen Busanbindung gegeben habe. Derzeit werde aber der Bedarf nach Verbesserungswünschen bei den Kommunen abgeklopft. Insofern bestehe die Chance, über die Fortschreibung des Buskonzepts für den Raum Marbach/Bottwartal beziehungsweise Marbach/Affalterbach zusätzliche Fahrten anzubieten. "Der Anstoß dazu müsste aber aus den Gemeinden kommen", betont auch sie. Und genau das sei schon erfolgt. Einige hätten sich mit diesem Anliegen im Kreishaus gemeldet. In einem weiteren Schritt würden die Anliegen geprüft und die Kosten ermittelt. Anschließend müssten die Gremien des Landkreises und die Kommunen bestimmen, ob, wann und in welchem Umfang weitere Busse fahren sollen.

10.03.2010 - aktualisiert: 09.03.2010 21:12 Uhr

 






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