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Der Ironman dominiert das Dirty Race

Der zweifache Ironman-Sieger Norman Stadler hat das Dirty Race dominiert.
Avanti

Das Kompliment kam aus berufenem Mund: "Das hätte ich nicht gedacht", rief Dirty Race-Sprecher Achim Seiter, als Norman Stadler nach 1:06:51 Stunden mit fast zwei Minuten Vorsprung über die Ziellinie lief. Der Ironman-Sieger der Jahre 2004 und 2006, der normalerweise auf den langen Strecken zu Hause ist, war erst zwei Tage zuvor vom Ausdauertraining aus dem frühlingshaften Fuerteventura gekommen. Dennoch ließ der Radspezialist und Ex-Duathlet seinen Konkurrenten auf der Strecke keine Chance.
 

Von Henning Maak

Ganz kurzfristig hatte sich der Triathlon-Weltmeister zu einem Start beim diesjährigen Dirty Race entschieden. Dazu überredet hatte ihn sein Vater, der unter anderem Johannes Moldan (FC Dörlesberg) trainiert, der im vergangenen Jahr Vierter war und bei seinem zweiten Start in Murr in 1:08:45 Stunden auf Rang drei landete. Er musste sich knapp Felix Schumann vom Ejot Team Buschhütten geschlagen geben, der neun Sekunden vor ihm ins Ziel kam. "Ich habe beim zweiten Wechsel auf Felix Schumann Zeit verloren, die ich beim Laufen nicht mehr reinholen konnte", meinte Johannes Moldan.

Norman Stadler drückte dem Rennen früh seinen Stempel auf. Bereits nach der ersten Fünf-Kilometer-Strecke hatte er einen kleinen Vorsprung auf Schumann und Moldan herausgelaufen, der sich auf den 15Kilometern mit dem Mountainbike auf eineinhalb Minuten summierte. "Norman Stadler ist phänomenal mit den Bedingungen zurecht gekommen", gratulierte Schumann dem Sieger, "wenn er Druck auf die Kette kriegt, ist er nicht zu halten."

Bei der ersten Abfahrt am Berg in der ehemaligen Obstanlage lag Stadler auf seinem Rad mit den weißen Reifen klar vorne. Der 36-Jährige konnte es sich sogar leisten, die Zuschauer mit einem Sprung über einen kleinen Hügel zu unterhalten. "Es war nicht ganz leicht im Matsch", räumte Stadler nach seinem Zieleinlauf ein, "aber die anderen hatten weit mehr Probleme."

Gute Platzierungen erreichten auch die Lokalmatadoren vom veranstaltenden Team Silla Hopp. Bester war Marc Dülsen auf Rang sieben. "Es war knüppelhart. Ich habe von Anfang an Tempo gemacht und hatte keine Zeit zum Ausruhen", meinte er nach dem Zieleinlauf noch etwas atemlos. Der elftplatzierte Matthias von Borstel schloss sich an: "Duathlon ist das Härteste überhaupt. Das Laufen vor dem Radfahren macht die Muskeln kaputt", sagte er und räumte ein, auf dem Rad Krämpfe gekriegt zu haben.

Schnellste Frau war die 22-jährige Lena Berg vom SV Nikar Heidelberg, die für die Strecke 1:30:25 Stunden benötigte. Sie lieferte sich ein spannendes Duell mit Kathrin Janzen vom TF Feuerbach, die 14 Sekunden nach ihr ins Ziel kam und erst auf dem letzten Kilometer überholt wurde. "Das Radfahren war hart, weil die Männer schon tiefe Rillen in den Matsch gefahren hatten", meinte die Siegerin, die in Achim Seiter einen Glücksbringer sah: "Er war schon bei meinen ersten Rennen in Waiblingen als Sprecher dabei."

Insgesamt bekamen die Organisatoren vom Team Silla Hopp nur Lob von den Startern für die gut präparierte Strecke. Dabei hatten Seiter und sein Team am Samstagmorgen noch bange Minuten zu überstehen: "Als die Leute vom Bauhof den Schnee geräumt hatten, lag darunter Eis", sagt Seiter. Dies ließ sich mit Salz jedoch ebenso lösen wie das Problem mit einem Schäfer, der seine Herde just am Samstag durch Murr treiben wollte. "Wir haben ihn auf nach dem Rennen vertröstet", erklärte Seiter. Vielleicht sind es diese kleinen Dinge, die einem Weltstar wie Norman Stadler das Versprechen entlocken: "Wenn es terminlich passt, komme ich 2011 wieder."





30.01.2010 - aktualisiert: 31.01.2010 21:38 Uhr

 






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