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Die Wesen sind für ihn immer da

Kornwestheim Unter dem Namen Charly Stone veröffentlicht ein Kornwestheimer die sechsteilige "Echsenbrunnen"-Saga. Darin lebt er seine sprudelnde Fantasie aus. Von Gaby Mayer-Grum
 

Fantastische Wesen bevölkern diese Welt: Dämonen und Engel, Vampire, Drachen und Echsen. Für Charly Stone sind sie immer da. Sie hocken in den Ecken seines Zimmers, das mit silbernen Totenköpfen, hunderten Feen- und Zaubererfiguren geschmückt ist und in dem Süßigkeiten in einer Urne bereitstehen. Die Wesen tauchen auf, wenn er abends im Capitol-Kino sitzt, wo er als Filmvorführer arbeitet. Sie schleichen sich in seine Gedanken und flitzen dann in einem Raumschiff wieder davon. Ob er verrückt ist, dieser Charly Stone? Der 35-Jährige grinst und antwortet mit einer Anekdote. Neulich, in einem Interview beim Radiosender Metal only, habe ihn der Moderator mit den Worten angekündigt: "Ich sitze neben einem kranken, aber sehr sympathischen Hirn." Das habe ihn doch recht treffend beschrieben, findet der Kornwestheimer.

Natürlich ist Charly Stone, dessen Nachname eigentlich Steingraber lautet, weder krank noch verrückt. Vielmehr zeichnet ihn eine überbordende Fantasie aus - und die bahnt sich ihren Weg. Das Ergebnis: eine auf sechs Teile angelegte Fantasy- und Science-Fiction-Saga, deren erster Band nun erschienen ist. "Der Echsenbrunnen - Exordium" heißt das Buch, das über 272 Seiten in eine Welt namens Gesfalin einführt, in der sich der geheimnisvolle Echsenbrunnen befinden soll, dessen Wasser den, der es trinkt, zu einem Gott macht. Das weckt Begehrlichkeiten bei den Bösen der Welt. Es ist die Bestimmung von Browl, dem Held der Saga, gegen diese finsteren Mächte zu kämpfen - auch wenn Browl dieser Aufgabe zunächst nicht gewachsen scheint. Er wird als Feigling verlacht, entwickelt sich aber zu einem tapferen Kämpfer.

So wie sich Browl verändert, so verändere sich auch sein Schreibstil, erzählt Charly Steingraber. Noch recht holprig wirkt die Sprache auf den ersten Seiten von "Exordium", hier und da hapert es mit der Grammatik, so manche Methapher ist schief. "Ich habe das Buch schon vor sieben Jahren geschrieben, und das merkt man", räumt Steingraber ein. Die Handlung der neuen Bücher - "Cornix magica", Band zwei der Reihe, wird im Frühjahr erscheinen - sei komplexer, die Sprache geschliffener. "Ich habe viel dazugelernt."

Auch wenn ihm eine Deutschlehrerin einmal attestierte, dass er dafür kein Talent habe - Charly Steingraber schreibt leidenschaftlich gerne und schon seit vielen Jahren. Der Verkauf seines ersten Buches laufe ganz gut, berichtet er und straft damit die Einschätzung seiner einstigen Lehrerin Lügen. Noch besser komme das Hörbuch an, das der Mann mit der Bärenstatur, den langen schwarzen Haaren und der dunkeln Stimme selbst gesprochen hat. "Es wäre mein Traum, mal vom Schreiben leben zu können", sagt er. Derzeit schaufelt er zwischen seinen Jobs als Filmvorführer und Mathematiklehrer an einer Nachhilfeschule Zeit für seine Passion frei.

Angefangen habe seine Leidenschaft für das Fantasy-Genre schon als Kind. Er begeisterte sich für Rollenspiele, leitete selber eine Gruppe, die mitunter stundenlang in Geschichten abtauchte, die der Kornwestheimer selber schrieb und zu großen Büchern band - die Vorläufer für die Echsenbrunnen-Saga. Die nehme im Übrigen noch unerwartete Wendungen, kündigt der Autor an. Denn die gesamte sechsteilige Saga ist fertig - zumindest in seiner Fantasie, die von Dämonen, und Engeln, Vampiren und Drachen immer bevölkert ist.

Nicht für Kinder "Der Echsenbrunnen - Exordium" ist im Hefei Huang Verlag erschienen. Die Verwertungsgesellschaft (VG) Wort empfiehlt, das Buch wegen beschriebener Gewaltszenen erst ab 16 Jahren zu lesen. Das Hörbuch gibt es im Internet unter http://www.libri.de.





18.01.2010 - aktualisiert: 18.01.2010 06:09 Uhr

 






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