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300 Tonnen Druck pressen Friedrich Schillers Haupt

werner kuhnle

Marbach Zum 250. Dichtergeburtstag gibt es aus reinstem Gold eine neue Gedenkmedaille. Von Götz Schultheiß
 

Nicht nur wenn im Marbacher Rathaus gelächelt wird, sieht man viel Gold: Am gestrigen Mittwoch strahlten die Gesichter über die neue Schiller-Goldmedaille, die dort präsentiert wurde. Das 3,5 Gramm schwere Glanzstück aus reinstem Gold ist ab sofort über die Marbacher Zweigstelle der Kreissparkasse Ludwigsburg für 199,90 Euro erhältlich.

Bereits im Frühling hatten Stadt und Kreissparkasse Silbermedaillen und eine auf 400 Medaillen limitierte Goldserie zu Ehren des Dichters prägen lassen. Der Erfolg übertraf alle Erwartungen, die goldenen Exemplare sind ausverkauft. Jetzt haben Stadt und Bank zu den Schillerfeierlichkeiten, passend vor Weihnachten, 1000 Goldexemplare mit verändertem Motiv prägen lassen. "Ich finde es schön, dass der Versuch erfolgreich war und dass Gold so besonders leuchtet", sagte Marbachs Stadtoberhaupt Herbert Pötzsch bei der Präsentation. Die Anziehung der Leuchtkraft, so vermutet Lothar Schmidt, Geschäftsführer der Prägeanstalt Euromint in Bochum, liege nicht nur am glänzenden Werk Schillers, sondern an der Wirtschaftskrise, in der die Menschen statt bedrucktem Papier härtere Werte bevorzugten. Seit dem Ausbruch der Bankenkrise sei dieser Trend spürbar und treibe den Wert des Edelmetalls nach oben. "Die Feinunze Gold mit 31,1 Gramm liegt bei knapp über 1000 Dollar, so hoch wie nie", bestätigt Hans Joachim Eckstein, Abteilungsdirektor fürs Auslandsgeschäft der Kreissparkasse Ludwigsburg.

Für die neue Serie der Schillermedaille hat Euromint, eigens zwei neue Stempel aus Edelstahl gefertigt, die vom Graveur graviert wurden. Die Firma ist spezialisiert auf Medaillen und arbeitet für Universitäten, die Unesco und für Vereine. Die Vorlage hat sich Lothar Schmidt bei dem Marbacher Stadtarchivar Albrecht Gühring besorgt. So glänzt des Dichters Haupt jetzt nach einem Pastellgemälde von Gerhard von Kügelgen, der den in Marbach bürgerlich geborenen Schiller etwa fünf Jahre nach dessen Tod, um 1810, gemalt hat. Die Vorderseite der Medaille zeigt Schillers Namenszug und eine Ansicht von Marbach. Wert legen Stadt, Kreissparkasse und Euromint darauf, dass es sich bei der Prägung nicht um eine Münze handelt, die ja ein Zahlungsmittel ist, sondern um eine Medaille, also um ein Erinnerungsstück. Es macht auch aus Schillers verliehenem Adelstitel keinen Hehl, trägt es doch den Schriftzug: "Friedrich von Schiller zum 250. Geburtstag, 10. 11. 1759".





05.11.2009 - aktualisiert: 05.11.2009 15:44 Uhr

 






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