TTV Erdmannhausen Matthias Hiller erhält die goldene Ehrennadel

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Matthias Hiller Foto: TTV Erdmannhausen

Erdmannhausen - Im Rahmen des diesjährigen Ludwigsburger Bezirkstags in Zaisersweiher wurde Matthias Hiller vom TTV Erdmannhausen für sein 20-jähriges ehrenamtliches Engagement auf Bezirks- und Verbandsebene mit der TTVWH-Ehrennadel in Gold ausgezeichnet. Besonders bemerkenswert ist dabei die Tatsache, dass er erst 35 Jahre alt ist. Bereits mit 15 hatte Hiller ein Ehrenamt übernommen und ist nun höchstwahrscheinlich einer der jüngsten Träger der goldenen Ehrennadel.

Die Liste der bisherigen Tätigkeiten des gebürtigen Nagolders ist ebenso lang wie beeindruckend: Jugend-Klassenleiter im Bezirk Schwarzwald, lizenzierter Nachwuchstrainer in vier verschiedenen Vereinen (CVJM Grüntal, HC Haiterbach, TTG Marbach/Rielingshausen, TTV Erdmannhausen), Ressortleiter Jugendsport im TTVWH und so weiter. Aktuell ist er sowohl Ressortleiter Mannschaftssport Jugend als auch Klassenleiter im Bezirk Ludwigsburg sowie Jugendleiter beim TTV Erdmannhausen. Anhand dieser Auszüge aus seiner Tischtennis-Vita ist leicht ersichtlich, dass das Herz von Matthias Hiller für den schnellsten Rückschlagsport der Welt schlägt. Anlässlich seiner Ehrung berichtet er im Interview über seine Erlebnisse und Erkenntnisse aus zwei Jahrzehnten Tischtennis. Wie kam es, dass Sie bereits mit 15 Jahren ehrenamtlich aktiv wurden? Matthias Hiller:
In meinem ersten Verein sah man Jugendarbeit eher als lästiges Beiwerk an. Jede Woche leitete jemand anderes das Training, ab und zu fiel es aus und unsere Mannschaft verlor Spiele kampflos, weil wir von den Spielen schlicht nichts wussten. Daraufhin wechselte ich den Verein und wurde vom dortigen Jugendleiter für den Tischtennissport begeistert. Es wurde viel geboten und wir besuchten Turniere in nah und fern. Er fragte mich recht bald, ob ich mir vorstellen könnte, einen Klassenleiterposten zu übernehmen. Damit fing alles an. Was waren damals für Sie die größten Herausforderungen? Am Anfang war es komisch, mit gerade einmal 15 Jahren Aufstellungsformulare zu unterschreiben, welche die Vereine bei mir einreichten. Damals lief ja noch alles über den Postweg ab. Dann musste ich Strafen wegen Nichtantretens aussprechen. So etwas gegenüber erfahrenen Erwachsenen durchzusetzen, war nicht immer einfach. Sie haben bisher als Trainer in jedem ihrer Vereine einen Jugendboom ausgelöst. Gibt es dafür ein Patentrezept? Letztlich entscheidet der Spaß am Sport darüber, ob Kinder dabeibleiben. Erfolg alleine reicht in der Regel nicht aus. Der TTV Erdmannhausen nimmt zum Beispiel seit 2014 jährlich an einem mehrtägigen, internationalen Turnier im belgischen Hasselt teil. Dort wird einerseits viel Tischtennis gespielt, andererseits ist es aber auch ein unterhaltsamer Ausflug. Die Wirkung solcher Aktionen ist unverkennbar, da die Kids bereits während der Rückfahrt fragen, ob sie nächstes Jahr wieder mit nach Hasselt dürfen. Insgesamt ist viel Zeit und Arbeit erforderlich. Man muss sich abheben von den anderen Sportarten vor Ort, muss besondere Dinge machen. Und man sollte immer ein offenes Ohr für die Jugendlichen haben. Warum schaffen es große Vereine nicht immer, kontinuierlich gute Jugendarbeit zu leisten? Ich kann da jetzt nur für uns sprechen. Die Voraussetzungen sind in Erdmannhausen durch die Unterstützung der Gemeinde sehr gut. Dazu kommt die beinahe uneingeschränkte Handlungsfreiheit, die mir vom Vereinsvorstand gewährt wird. Entscheidend sind aber die Helferinnen und Helfer, hier möchte ich vor allem Sabine Stickel sowie die Jungtrainer Sabrina Stickel, Michel Bauer und David Adkins nennen. Es mag bei uns manchmal nach einer One-Man-Show aussehen, aber in Wahrheit sind wir ein Team, bei dem jeder seinen Anteil am Erfolg hat. Was wünschen Sie sich zukünftig für die Nachwuchsförderung im Bezirk Ludwigsburg? Mehr Vereine sollten sich aktiv in der Jugendarbeit engagieren. Dazu sollte der Verband auch sanften Druck ausüben. Zum Beispiel könnte man Damenmannschaften das Aufstiegsrecht nur dann gewähren, wenn der Verein auch ein Mädchenteam hat.

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