Steinheim Wellarium soll neues Gesicht erhalten

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Seit der Eröffnung 1981 hat sich an den Gebäuden im Freibad wenig verändert. Foto: Archiv/Werner Kuhnle

Steinheim - Mehr als 35 Jahre können Wasserratten im Steinheimer Wellarium nun schon ihre Bahnen ziehen. Generationen von Schwimmern haben sich seit 1981 in den Umkleiden in Bikini und Badehose geschält oder sich eine Pommes am Kiosk besorgt – ohne dass sich an den Gebäuden etwas Grundlegendes verändert hätte. Auch das alle alten Trakte überspannende Dach ist seit den Anfangstagen nicht auf Vordermann gebracht worden. Das soll sich nun ändern. Der Gemeindeverwaltungsverband Steinheim-Murr will im großem Stil in die Infrastruktur investieren und für etwas mehr als drei Millionen Euro die Gebäude teils modernisieren, teils komplett neu errichten.

Die Verwaltungen aus den Trägerkommunen schlagen vor, rund 3,1 Millionen Euro in die Hand zu nehmen, um den Sektor, in dem die Gastronomie untergebracht ist, sowie den Eingangs- und Personalbereich abreißen und im Gegenzug Neubauten errichten zu lassen. Darüber hinaus wird anvisiert, die Duschen und Toiletten sowie die Umkleiden im Bestand umzugestalten. Der Steinheimer Bürgermeister Thomas Winterhalter betont jedoch, dass all das noch nicht in Stein gemeißelt ist. Zu dem Thema gab es zwar schon nicht-öffentliche Sitzungen des Gemeindeverwaltungsverbands und der Gemeinderäte von Steinheim und Murr, aber den endgültigen Beschluss müssten die Gremien in den nächsten Wochen erst noch fassen.

Vor allem könnten sich die Räte theoretisch auch für andere, weniger umfangreiche und damit günstigere Varianten entscheiden. So wäre es eine Alternative, für 2,57 Millionen Euro lediglich das Dach auszutauschen, die Gastronomie nur minimal zu sanieren und die anderen Gebäude im Bestand in Schuss zu bringen. 2,851 Millionen Euro würden die beiden Kommunen aufbringen müssen, sollten alle Trakte im Bestand umgestaltet und das Dach erneuert werden. Der Steinheimer Bürgermeister hält die tief greifendste Lösung allerdings für ideal. „Von den Kosten her ist das angesichts des Gesamtvolumens kein riesiger Schritt zu den anderen Varianten“, erklärt er. Außerdem sei die von den Verwaltungen präferierte Lösung „sinnvoll und nachhaltig“.

Das bestätigt der Murrer Rathauschef und Chef des Gemeindeverwaltungsverbands Torsten Bartzsch. „So kommen wir mit einem überschaubaren Mehraufwand zu einer langfristigen Lösung“, erklärt er. Zumal es erfahrungsgemäß leichter sei, in einem Neubau beispielsweise eine zeitgemäße Raumaufteilung hinzubekommen.

Sollten das auch die jeweiligen Gremien so sehen, würde die Variante für 3,1 Millionen Euro vom Architekturbüro Richter + Rausenberger weiter verfeinert. Wobei die Umsetzung dann in zwei Abschnitten erfolgen würde. Zunächst würden sich die Handwerker um den Personal-, Eingangs- und Gastrobereich kümmern. Der Rest würde dann in einer zweiten Bauphase erledigt. Das Problem ist nur, dass die Arbeiter den Job jeweils nur in einem begrenzten Zeitfenster erledigen können – um nicht mit der Badesaison von Mai bis September ins Gehege zu kommen. „Der Architekt hat aber versichert, dass sich das machen lässt“, erklärt Thomas Winterhalter.

Der Startschuss für das Projekt würde dann nach der nächsten Freibadsaison 2018 fallen. Läuft alles wie geplant, könnten die Bagger im Frühjahr 2020 abrücken und das Ganze abschließen, sagt Torsten Bartzsch.

Die Kosten würden nach der Anzahl der Einwohner auf die beiden Kommunen verteilt. Steinheim steuere etwas zwei Drittel, Murr ein Drittel bei.

Sowohl Torsten Bartzsch als auch Thomas Winterhalter betonen, dass die Sanierung nicht überraschend in die Weg geleitet werden muss. „Dass das kommt, war klar“, erklärt Thomas Winterhalter. „Das Tragwerk ist schadhaft“, fügt Torsten Bartzsch hinzu. Das Holz leide unter Fäulnis und einem Pilzbefall, den auch eine bloße Sanierung womöglich nicht gänzlich beseitigt hätte – weshalb alle Varianten ein neues, dann auch nicht mehr zusammenhängendes Dach wie bisher vorsehen.

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