Steinheim Weinlandschaft im Wandel – wohin geht’s?

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Volles Haus – das Interesse am dritten Symposium der Marbacher Zeitung ist groß gewesen. Foto: Werner Kuhnle

Steinheim - Der Andrang im frisch renovierten und umgebauten Haus Steinheim ist groß gewesen. Am Freitag kamen mehr als 120 Gäste zum dritten Syposium Wein Lese Tage Marbach & Bottwartal. Sie haben sich damit einige Stunden Zeit genommen, um Impulse und Diskussionen über die Weinlandschaft im Wandel zu verfolgen, die im Spannungsfeld zwischen Gesellschaft, Nachhaltigkeit und Klimawandel liegt.

Auf dem Podium eine Reihe von Experten: Dieter Blankenhorn, der neue Leiter der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg, Monika Christmann, die Institutsleiterin des Zentrums für Weinforschung und verfahrenstechnologie der Getränke Hochschule Geisenheim sowie Natalie Lumpp, Deutschlands führende Weinexpertin. Impulsbeiträge kamen von Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, Hermann Hohl, Präsident des Weinbauverbandes Württemberg, Gerhard Schiek vom Projekt Steiler Zucker aus Bad Cannstatt sowie Jessica Deutsch von der Koordinierungsstelle Weintourismus Württemberg bei Stuttgart Marketing. Die Moderation übernahm Karin Götz, die Leiterin der Lokalredaktion der Marbacher Zeitung.

Gemeinsam zeichneten sie für eine interessante Mischung aus Diskussion und Impulsen verantwortlich und gingen Fragen auf den Grund: Wie lassen sich Weinbau und Nachhaltigkeit vereinbaren? Wie kann der Fortbestand des Weinbaus und die Pflege der Kulturlandschaft gesichert werden? Welche Herausforderungen gibt es?

Grußworte kamen vom frisch gebackenen Steinheimer Bürgermeister Thomas Winterhalter, vom Leiter des Hauses Steinheim, Dieter Schmidke, sowie von Claus-Peter Hutter, dem Leiter der Akademie für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg. Letzterer warf in seinem Beitrag einen Blick in den Alltag: Dass er sich Gedanken über seine Zukunft mache, könne man dem Nebenerwerbs-Wengerter nicht verdenken. „Da kommt er abends von seinem Job nach Hause und muss noch im Wengert arbeiten, während andere genau dort mit dem Rad unterwegs sind.“ Letzlich, so Hutter, sei nichts einfach so da. „Wir müssen kämpfen, weil alles, was wir draußen sehen, nicht selbstverständlich ist.

Stichwort Klimawandel. Hutter: „Wir haben hier einfach nur Glück gehabt. Was in Braunsbach vergangenes Jahr passiert ist, kann uns jederzeit auch treffen“, warnte der Leiter der Umweltakademie, der auch die Frage stellte: „Wie erhält man die terrassierten Steillagen so sexy, dass sie als Kulturlandschaft erhalten bleiben?“

Überhaupt, die Fragen: Hutter war schon zu Beginn des dritten Symposiums sicher: „Wir werden heute wahrscheinlich mehr Fragen stellen, als dass wir Antworten haben.“ Er sollte recht behalten. Die Diskussion ist aber allemal angestoßen . . .

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