Steinheim/Tischtennis Wenna Tu holt sich die Silbermedaille

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Jubel bei Wenna Tu über das Erreichen des Finales. Foto: privat

Steinheim - Als im Jahr 2010 eine achtjährige Nachwuchs-Tischtennisspielerin aus Steinheim die Altersklasse U11 beim MZ-Cup gewann und damit ihren ersten Turniersieg feierte, da konnte man zwar schon erahnen, dass hier ein großes Talent schlummert. Doch den jüngsten Erfolg von Wenna Tu hätten damals wohl nur die wenigsten zu prophezeien gewagt. Jetzt ist sie 15 Jahre alt und hat am vergangenen Wochenende bei den Schüler-Europameisterschaften in Guimaraes/Portugal die Silbermedaille geholt.

Zum dritten Mal war die Steinheimerin, die in der dritten Bundesliga für die Neckarsulmer SU antritt, für eine Europameisterschaft nominiert, zum letzten Mal durfte sie in der Altersklasse U15 antreten. Dass sie es bis ins Finale schaffte, muss man als Überraschung bezeichnen, denn sie gehörte nicht zum engeren Favoritenkreis. Aus deutscher Sicht hatte man sogar eher mit der Hessin Sophia Klee als Medaillenkandidatin gerechnet. Doch die schied im Achtelfinale aus. Wenna Tu hatte nach einem Freilos und einem klaren 4:1-Erfolg gegen die Lokalmatadorin Patricia Santos in der Runde der letzten 32 gegen die Ungarin Helga Dari ihren ersten Härtetest zu bestehen. Nach 2:0- und 3:1-Satzführung musste sie doch noch in den entscheidenden siebten Durchgang, setzte sich hier aber mit 11:6 durch. Es folgte ein klares 4:0 gegen die Französin Lou Frete, womit Wenna Tu im Viertelfinale stand.

Hier traf sie auf die Russin Arina Slautina, die mit der Mannschaft Europameisterin geworden war und zu den Favoritinnen zählte. Wenna Tu bewies in dieser Partie einmal mehr ihre Nervenstärke. Den ersten Satz gewann sie trotz eines anfänglich klaren Rückstands mit 11:9. Im zweiten Durchgang wehrte sie sogar zwei Satzbälle ab und entschied diesen mit 12:10 für sich. Auch vom Verlust des dritten Satzes ließ sich die Steinheimerin nicht beirren. Mit 11:4 und 11:9 entschied sie die beiden folgenden Durchgänge und damit das Match für sich. Die Bronzemedaille war bereits sicher, bevor es ins rein deutsche Halbfinale gegen Anastasia Bondareva ging. Hier war vorentscheidend, dass sich Wenna Tu die beiden ersten Sätze sicherte. Diesen Rückstand konnte Bondareva nicht mehr aufholen, die Steinheimerin erreichte mit einem 4:2 das Endspiel.

Gegnerin im Kampf um Gold war die favorisierte Russin Elizabet Abraamian, die bereits den Teamwettbewerb gewonnen und dort kein Spiel verloren hatte. In dieser Partie hatte Wenna Tu immer wieder Probleme mit den Aufschlägen der Gegnerin. Bereits bei einem 1:3-Satzrückstand wehrte sie den ersten Matchball ab und verkürzte auf 2:3. Doch ab 6:6 im sechsten Satz gewann die Russin fünf Punkte in Serie und damit den Titel. Die Enttäuschung über die Niederlage hielt sich aber in Grenzen, im Gegenteil: Wenna Tu zeigte sich hochzufrieden über ihren bislang größten Erfolg.

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