Steinheim/Tischtennis „Das Gute war, dass ich frei aufspielen konnte“

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Einen gebührenden Empfang hat Wenna Tu (Mitte) in Stuttgart bekommen. Foto: privat

Steinheim - Nach ihrer erfolgreichen Schüler-Europameisterschaft in Portugal ist die Silbermedaillen-Gewinnerin Wenna Tu am Montagabend feierlich am Stuttgarter Hauptbahnhof empfangen worden. Mit etwas Abstand spricht die 15-jährige Tischtennisspielerin aus Steinheim über ihr Erfolgsgeheimnis im Einzel, eine Enttäuschung im Team-Wettbewerb und den anstehenden Wechsel in die U18-Altersklasse.

Hinter Dir liegt eine erfolgreiche Schüler-Europameisterschaft. Wie fühlst Du Dich als Vize-Europameisterin?
Ich bin natürlich glücklich, eine Medaille gewonnen zu haben. Nach dem Turnier, das über zehn Tage ging, bin ich aber auch etwas müde. Es gab ja nicht nur die Spiele, sondern wir haben zwischendrin auch viel trainiert.
Im Einzel hast Du das Finale erreicht. Hattest Du damit vorab ansatzweise gerechnet?
In der Europa-Schülerinnenrangliste war ich ja auf Platz 15 gesetzt. Ich wollte einfach mein Bestes geben und schauen, wie weit ich komme. Eigentlich war ich dann schon mit dem Erreichen des Viertelfinals zufrieden – das war ja mein bestes Ergebnis bis dahin im Einzel.
Was hat Dich bei diesem Turnier so stark gemacht? Hast Du ein Erfolgsgeheimnis?
Insgesamt hat sich auch die Vorbereitung unter anderem mit drei Lehrgängen ausgezahlt. So konnte ich mich für die harte Arbeit belohnen. Das Gute bei der EM war, dass ich fast gar nicht nervös war. Ich hatte ja überhaupt keinen Druck, da zum Beispiel meine Viertelfinal-Gegnerin Arina Slautina vor mir in der Rangliste stand. Ich konnte also frei aufspielen.
Wie hast Du dann das Halbfinale und das Endspiel empfunden?
Im Halbfinale ging es ja gegen meine Mannschaftskollegin Anastasia Bondareva. Da habe ich mir gesagt: Egal, wer jetzt gegenüber an der Platte steht, das Spiel beginnt bei 0:0. Und im Finale hatte ich auch keinen Druck, ich wollte einfach das spielen, was ich kann, und meine Chance nutzen, falls sie sich bietet. Vor fünf Monaten hatte ich gegen Elizabet Abraamian noch im fünften Satz mit 9:11 verloren, seitdem hat sie sich noch weiter verbessert. Sie hat im Finale einfach besser und aggressiver gespielt. Und mit dem zweiten Platz bin ich richtig zufrieden.
Im Mannschafts-Wettbewerb reichte es nur für Platz neun. War die Enttäuschung groß?
Ja, das schon. Wir waren an Nummer vier gesetzt, hatten viel trainiert und auf eine Medaille gehofft. Unsere Augen waren schon auf das Halbfinale gerichtet. Im Achtelfinale verloren wir dann aber glatt gegen Weißrussland, gegen die ich davor weder im Einzel noch im Doppel mal verloren habe. Wir hatten da als Favorit aber sicher mehr Druck und haben auch nicht unser bestes Tischtennis gezeigt. Wir waren sehr enttäuscht, konnten das aber dann etwas ablegen. Wir haben danach alle Platzierungsspiele gewonnen. Und für das Einzel habe ich mir dann vorgenommen, es besser zu machen.
Im Doppel und Mixed ging es für Dich bis in die dritte Runde. Wie fällt hier Dein Resümee aus?
Insgesamt bin ich zufrieden. Im Doppel haben wir mal gutes, mal nicht so gutes Tischtennis gespielt. Im Mixed haben wir im Achtelfinale gegen Schweden 1:0 nach Sätzen und 10:8 nach Spielen geführt. Den Satz haben wir dann aber noch verloren, und dann auch das Match. Mit einem 2:0 wäre es bestimmt anders gelaufen. Das war schade. Aber es hat Spaß gemacht und ich habe mich mit meinem Mixed-Partner gut verstanden.
Wie hast Du nach deinem vorherigen Flug nach Frankfurt dann den Empfang am Bahnhof in Stuttgart empfunden?
Das war toll! Familie, Freunde und ein paar Fans waren dabei, sowohl vom TSG Steinheim als auch von der Neckarsulmer Sport- Union. Sie haben sogar Kuchen und Plakate mitgebracht.
Wie geht es für Dich jetzt sportlich weiter?
Nach dem Sommerurlaub bin ich im September bei den Junior-Open in Kroatien mit dabei. Es ist das erste Mal, dass ich international in der U18-Altersklasse spiele. Ich möchte da einfach schauen, wie gut ich reinkomme. Und die neue Saison bestreite ich dann weiterhin in der Dritten Liga in Neckarsulm.
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