Steinheim/Murr Wellen bieten künftig mehr Abwechslung

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Die Besucher des Freibads in Steinheim dürfen sich zur neuen Saison auf zusätzlichen Badespaß freuen. Foto: Archiv (Werner Kuhnle)

Steinheim/Murr - Das Wellenbecken ist zweifelsohne ein Markenzeichen des Freibads in Steinheim und Murr – und gibt dem Wellarium gewissermaßen seinen Namen. Nachdem die Wellenmaschine während der diesjährigen Saison teilweise ihren Geist aufgegeben und nur noch mit halber Kraft gearbeitet hatte, war es also keine große Frage, ob der Motor ersetzt werden soll. Am Donnerstag entschied der Gemeindeverwaltungsverband Steinheim-Murr (GVV) entsprechend einstimmig, dass bis zur Saison 2019 eine neue Wellenerzeugungsanlage eingebaut wird.

Gerechnet worden war hierfür zunächst mit Kosten von 136 300 Euro. Da mit der nun beauftragten Firma API aus Fulda aber nachverhandelt wurde, könnten diese auf 123 300 Euro sinken. Der Grund: Die Firma übernimmt – anders als zunächst vorgesehen – auch die Demontage des alten Motors sowie die Elektroinstallation. API hatte vor 38 Jahren auch die bisherige Anlage geliefert und ist deutschlandweit der einzige Anbieter solcher Wellenmaschinen. Da das Planungsbüro Richter & Rausenberger auch im europäischen Ausland keine entsprechenden Firmen bekannt sind, konnte der GVV nicht zwischen verschiedenen Angeboten auswählen.

Freuen dürfen sich die Freibadbesucher künftig auf „spannendere Wellenbilder“, wie Julia Leibinger von Richter & Rausenberger anmerkte. Die Maschine soll also nicht mehr nur große und kleine Wellen im Wechsel erzeugen. Wie das aussehen kann, beschreibt Christian Stark von der Firma API auf Nachfrage: „Je nachdem, welches Modell gewählt wird, sind richtige Brandungswellen möglich. Auch kann das Becken in zwei Hälften mit verschiedenen Wellengrößen unterteilt werden. Möglich sind auch Wellen wie bei einem Vogelschwarm: In der Mitte trifft zuerst die Spitze aufs Ufer, die Außen ziehen dann nach. Wie am Meer eben.“ Da der Auftrag noch nicht bei der Firma in Fulda eingegangen und somit noch kein Modell gewählt worden ist, steht die genaue Umsetzung aber nicht fest.

Entschieden hat der GVV auch, wie die Fassade des im Bau befindlichen Personal- und Gastrogebäudes im Freibad gestaltet wird. Drei Varianten standen zur Wahl, der einstimmige Beschluss fiel auf die mit Mehrkosten von 10 000 Euro günstigste Variante. Sprich: eine schlichte Umsetzung mit weißem Putz, wobei an Fenstern und Türen auf Paneelen saphirblau und rubinrot angebracht werden – jene Farben, die auch am neuen Sanitärgebäude am Strömungsbecken verwendet wurden. Die Alternativen hätten mit massiven Rahmen um die Fenster oder durch das Anbringen von HPL-Platten mit Mehrkosten von 21 000 Euro beziehungsweise 33 000 Euro zu Buche geschlagen.

Da bereits 90 Prozent aller Gewerbe für den Neubau vergeben sind, besteht Hoffnung auf eine finanzielle Punktlandung. Gerechnet wurde mit Kosten von 1,454 Millionen Euro, bislang steht man bei 1,277 Millionen Euro. „Sehr optimistisch“ ist daher Murrs Bürgermeister und GVV-Vorsitzende Torsten Bartzsch – zumal die Vergabe eines zweiten Gewerke-Pakets am Donnerstag um 62 200 Euro günstiger war als geplant. Der Bau, für den das Fundament steht und der sich laut Bartzsch „voll im Zeitplan“ befindet, soll bis zum Start der Freibadsaison abgeschlossen sein. Dann dürfen sich die Besucher also nicht nur wieder auf Wellen, sondern auch auf einen neuen Kiosk freuen.

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