Steinheim Jugendbildungspreis für Spielstraße der besonderen Art

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Mit Urkunde und Scheck: Sophia Henninger freut sich über ihre Auszeichnung Foto: privat

Steinheim - Als „überwältigend“ beschreibt Sophia Henninger aus Steinheim ihre Gefühlslage, nachdem sie am Mittwoch in Stuttgart mit dem dritten Platz beim landesweiten Jugendbildungspreis ausgezeichnet worden ist. „Ich war mir nicht sicher, wie die Chancen stehen. Letztlich war es eine große Überraschung“, freut sich die 17-jährige Schülerin vom Friedrich-Schiller-Gymnasium in Marbach. Zehn Projekte waren für den „DeinDing“-Preis nominiert – schon dies war eine Auswahl aus 98 Projekten in Baden-Württemberg. Bemerkenswert: Als einzige der zehn Nominierten hatte die Abiturientin ihr Projekt alleine auf die Beine gestellt, die anderen stemmten dies in Teams.

Mit 1000 Euro ist der Jugendbildungspreis dotiert, den Sophia Henninger nun von Sozial- und Integrationsminister Manfred Lucha überreicht bekam. Ausgezeichnet wurde sie für ihre Spielstraße zum Thema Nachhaltigkeit, die sie als Seminararbeit in der Kursstufe 1 verwirklicht hatte (wir berichteten). Auf kreative Weise gelang es ihr damit, die Ziele der Agenda 2030 näherzubringen. Ihre Zielgruppe waren Schüler der Klassen eins bis sechs.

Bei der Agenda 2030 handelt es sich um eine Zielvereinbarung der Vereinten Nationen, mit deren Hilfe eine nachhaltige Entwicklung auf der Erde gewährleistet werden soll. 17 Oberziele sind formuliert, die Sophia Henninger in der Spielstraße mit je einer Station behandelt – unter anderem die Bekämpfung von Armut und Hunger sowie das Anstreben von menschenwürdiger Arbeit, Frieden und Gerechtigkeit. Ein halbes Jahr hatte sie an der Umsetzung getüftelt, sie mobilisierte mehr als 30 Helfer. Für ihre Idee und diesen Aufwand wurde sie nun von der Jury des „DeinDing“-Preises belohnt.

„Es ist beeindruckend, auf wie viele kreative Weisen sich die Projektgruppen engagieren. Mir ist es ein großes Anliegen, euer Engagement zu fördern, zu würdigen und sichtbar zu machen. Ihr alle, die ein Projekt eingereicht haben, verkörpert unsere Zukunft und den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft“, sagte Minister Lucha bei der Preisverleihung am Mittwochnachmittag, der Sophia Henninger mit ihren Eltern beiwohnte. Zuvor hatte sie am Vormittag an Workshops teilgenommen, die für Schülerprojekte von Bedeutung sind. Die Steinheimerin entschied sich hier für das Thema Kommunikation, damit sie ihre Spielstraße künftig entsprechend in der Öffentlichkeit platzieren kann.

Das möchte sie auch in die Tat umsetzen, denn nach ihrem Abitur im Frühjahr möchte sie die Spielstraße weitere Male aufbauen. „In welchem Rahmen ist noch unklar. Mit dem Preisgeld von 1000 Euro ist die Finanzierung aber gesichert“, freut sich die 17-Jährige. Schließlich fallen pro Durchführung rund 100 Euro Kosten an. Zum Einsatz gekommen war die Spielstraße bereits mit einem Aktionstag für Jedermann an der Erich Kästner Realschule in Steinheim und beim Bürgerfest in Marbach, wenn dort auch in abgespeckter Form. Schon das hatte ihr im Seminarkurs 15 Punkte, also die Note „sehr gut“ eingebracht, die nun als ihre mündliche Abiturnote zählt. Eines ihrer Ziele hat sie damit erreicht – bleibt zu hoffen, dass das mit den Zielen der Agenda 2030 genauso sein wird.

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