Steinheim-Höpfigheim Die schwäbische Küche mit passendem Wein zelebriert

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Die Weine des Weinguts Schütz runden das Abendessen ab. Foto: Werner Kuhnle

Steinheim-Höpfigheim - Regionale Küche erfreut sich auch im Schwabenland großer Beliebtheit, doch beim Auswärtsessen gute schwäbische Spezialitäten, wie man sie einst von Oma kannte, zu finden, ist oft gar nicht so einfach. Dorffeste bilden meist eine Ausnahme, auch Besenwirtschaften – oder die Genusstage beim Weingut Schütz.

Am frühen Freitagabend waren bereits an die 40 Plätze in der Vinothek gut besetzt, und die Gäste ließen es sich schmecken. Maultaschen in der Brühe, liebevoll angerichtet bis hin zum frischen Schnittlauch, Gaisburger Marsch, Pilzrahmragout, Linsen mit Spätzle, Sauerbraten nach Omas Rezept oder ein Zwiebelrostbraten – da fiel manchem die Auswahl schwer. Zumal, betonte Benjamin Schütz, der zusammen mit seiner Schwester Lisa das Weingut leitet, alles selbst gekocht ist. Hauptverantwortliche dafür ist Mutter Anneliese Schütz, doch ohne die Zuarbeit von anderen Familienmitgliedern, die Oma eingeschlossen, die fürs Kartoffelschälen und den Kartoffel­salat zuständig ist, wäre das nicht möglich. Immerhin ist Platz für rund 80 Gäste – 50 in der Vinothek, weitere 30 in der Wein­stube – vorhanden.

Die Genusstage waren in diesem Jahr bereits die fünfte Veranstaltung dieser Art, wobei es kulinarisch immer um ein anderes Thema geht – vom Frühlingserwachen mit Spargel und Wein bis zu mediterranen Köstlichkeiten im Sommer. Vor allem jedoch, sagt Benjamin Schütz, geht es darum, dass die Besucher in geselliger und wein­seliger Atmosphäre die Weine und ihre ­Erzeuger kennenlernen. „Deshalb laufe ich auch hier mit der Bedienungsschürze herum“, schmunzelte er. Auch Fragen zum Wein dürfen gern gestellt werden. Weinempfehlungen gibt es aber auch schon schriftlich auf der Speisekarte, darüber ­hinaus werden verschiedene Spitzenweine angeboten. Viele der Gäste kämen ein oder zwei Wochen später und würden noch ­Weine kaufen, die ihnen gut geschmeckt hätten, berichtete der junge Winzer.

Marion und Jan Best haben zum ersten Mal den Weg ins Weingut gefunden. „Wir haben beschlossen, dass wir heute nicht kochen wollen“, erzählten die Bietigheimer lachend. Und obwohl sie eher Anhänger der traditionellen Besenwirtschaften sind, stieß der goldgelbe Zwiebelkuchen ebenso wie der Wein auf Anklang. Denn auch für den kleinen oder den „zweiten Hunger“ ist bei den Genusstagen gesorgt.

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