Steinheim/Fußball Variables Spiel und interner Konkurrenzkampf

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Die Mannschaft des TSG Steinheim für die Saison 2018/19. Foto: avanti

Steinheim - Philipp Fies, der Sportliche Leiter des TSG Steinheim, kann offenbar sehr überzeugend sein. „Schon in den vergangenen Jahren hat er mich immer mal wieder angerufen und gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, Trainer des TSG zu werden. Diesmal habe ich zumindest zugesagt, sich zu treffen, obwohl ich eher skeptisch war. Dann hatten wir aber ein super Gespräch“, erzählt Luciano Adami. Anschließend galt es für den jungen Vater noch, die Familie zu überzeugen, doch nun ist Adami der neue Coach der Steinheimer. Vom Umfeld und der neuen Vereinsführung um Fies und Thomas Joos ist er nach den ersten Wochen sehr angetan: „Es wirkt alles sehr stimmig auf mich. Ich habe den Eindruck, dass wir alle an einem Strang ziehen“, stellt er heraus.

Beim TSG tritt er das Erbe des zum Ligarivalen TSV 1899 Benningen gewechselten Rainer Schreiber an, der das Team in der Vorsaison zur überlegenen Meisterschaft in der Kreisliga B3 und dem sofortigen Wiederaufstieg führte. Als aktiver Spieler trug Adami einst das Trikot des FC Marbach, als Trainer führte er vor einigen Jahren den TV Neckarweihingen in die Bezirksliga, bevor er zuletzt eine Auszeit einlegte. Der 41-Jährige, der wie schon beim TVN wieder Marc Schippert als Co-Trainer an seiner Seite hat, gilt als Coach, der Fußball eher spielen, denn nur arbeiten lassen will. „Ich habe beispielsweise den Anspruch, den Jungs mehr in die Werkzeugkiste mitzugeben, als nur die Viererkette“, sagt er, betont aber auch: „Der Kader gibt letztlich vor, was wir machen können. Aber diesbezüglich haben wir hier einige Spielräume.“ Eine variable Spielweise ist ihm ganz wichtig. „Es wird Spiele und Phasen geben, in denen wir dominant sein werden, vor allem auf unserem großen Rasen im eigenen Stadion. Aber es wird auch Momente geben, in denen wir abwartender agieren und tief verteidigen“, erklärt er.

Der Kader wurde im Sommer deutlich verjüngt. Fünf Routiniers gingen, hörten ganz auf oder treten künftig in derTSG-Zweiten kürzer. Dem stehen insgesamt zehn Neuzugänge gegenüber, von denen gleich vier den Weg vom FC Marbach II nach Steinheim gefunden haben. „Da ist wohl eine Gruppendynamik entstanden. Einer hat das Ei gelegt und die anderen folgten“, schmunzelt der Trainer. Zwei weitere Akteure kamen von dem vom dicken Adami-Kumpel Detlef Olaidotter betreuten Rems-Murr-Club TSV Höfen Bach, darunter mit Fabio der Neffe des Trainers. „Im Training sind meist 20 Mann anwesend, sodass wir auch zehn gegen zehn spielen können. Ich glaube, diese Spiele sind dann deutlich intensiver als manches Ligamatch der vergangenen Saison, als man in der Staffel B3 nicht immer wirklich gefordert wurde“, freut sich der Übungsleiter.

Hinsichtlich einer potenziellen Stammelf hält er sich aber noch recht bedeckt. „Ich experimentiere noch und bin derzeit überhaupt nicht festgelegt“, sagt er. Zwar zeichnet sich ab, dass Markus Brodbeck im Tor die Nase vorne hat und dass bisherige Fixgrößen wie Florian und Dennis Michelfelder, Kapitän Julian Kübler, Jan Belsner und Dominik Wels auch weiterhin das Gesicht der Mannschaft prägen werden. Doch der neue Coach hält den Konkurrenzkampf hoch. „Gerade in der Offensive haben wir ein Wahnsinnsangebot. Da hat die Mannschaft im Vergleich sicher mehr Potenzial als in der Defensive. Teilweise muss ich ja Offensivspieler für defensive Rollen umfunktionieren“, stellt er nach den ersten Wochen der Vorbereitung fest, kann sich aber mit diesem Status Quo absolut anfreunden: „Schließlich macht es viel mehr Spaß, nach vorne zu spielen“, sagt er.

Was die Frage nach der Zielsetzung für die am 19. August mit dem Gastspiel beim FV Oberstenfeld beginnende Runde angeht, lautet Adamis Antwort, wie für einen Aufsteiger obligatorisch: „Klassenerhalt.“ Als Favoriten stuft er die Lokalrivalen TSV 1899 Benningen und SGV Murr sowie den kräftig mit höherklassigen Spielern verstärkten Mitaufsteiger AKV Ludwigsburg ein.

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