Steinheim Eine neue Attraktion fürs Urmensch-Museum

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Die Skulptur begrüßt seit Sonntag Besucher des Museums. Foto: Avanti

Steinheim - Eine absolute Neuheit wurde am Sonntag im Urmensch-Museum präsentiert: die Nachbildung der Steinheimer Urmensch-Frau, erschaffen von der Künstlerin Elisabeth Daynès, die für die feierliche Enthüllung ihrer Skulptur eigens aus Paris angereist war. Zu diesem besonderen Anlass hatten sich im kleinen Raum im Obergeschoss aber auch zahlreiche Besucher sowie die Mitglieder des Fördervereins Urmensch-Museum, Stadträte und der Bürgermeister Thomas Winterhalter vor einem riesigen Vorhang versammelt.

Nachdem der Raum komplett gefüllt war – einige Gäste mussten sich sogar im Treppenhaus ein Plätzchen suchen –, begann die Präsentation zuerst mit einer musikalischen Darbietung. Im Anschluss sprach der Bürgermeister über den einmaligen Fund des Urmenschschädels von 1933 und dessen Nachbildung im Museum. Bereits 49 Jahre bestehe das Museum und es sei wichtig, ein neues Kleinod dieser Größe und Qualität in Steinheim zu haben. Die Abbildung ist besonders dem Förderverein Urmensch-Museum, dessen Mitgliedsbeiträgen und Engagement sowie unzähligen Privatspenden, wie der des Ehepaares Wägerle, zu verdanken. Ohne diese Spenden und den großen Einsatz wäre eine derartige Anschaffung nicht realisierbar gewesen, sagte Thomas Winterhalter. Besonderen Dank sprach er Hilde Beyerbach, der Vorsitzenden des Fördervereins, aus, welche zusammen mit den anderen Mitgliedern an Initiative, Elan und Fachwissen nicht zu übertreffen sei. Danach ergriff Hilde Beyerbach selbst das Mikrofon und stellte mit großer Freude die Künstlerin Elisabeth Daynès vor, die besonders auf die lebensechte Rekonstruktion von Vor-, Ur- und gegenwärtig lebenden Menschen spezialisiert ist. Für das Museum ist mit der Darstellung der Urmensch-Frau ein großer Wunsch in Erfüllung gegangen. Wichtig ist es gewesen, dass Gesicht, Körper, Charakter und auch Ausstrahlung genauso von dem Betrachter aufgenommen werden, wie es vor 400 000 Jahren der Fall gewesen ist. Dies habe Elisabeth Daynès in Perfektion umgesetzt, lobte Hilde Beyerbach. Es müsse eine Darstellung sein, über die gesprochen werde, über die debattiert werden könne und die dem Steinheimer Museum neben dem vier Meter großen Skelett des Steinheimer Steppenelefanten würdig sei, erklärte Hilde Beyerbach. Danach enthüllte der Bürgermeister im Verbund mit der Künstlerin den Homo Steinheimensis, der sich hinter dem Vorgang verborgen hatte.

Die Besucher bekamen die Abbildung einer Frau zu Zeiten der Neandertaler in Echtgröße und realitätsnah zu sehen. Eine Frau, die laut der Künstlerin dem afrikanischen Klima in Haut-, Augen- und Haarfarbe angepasst wurde. Die Rekonstruktion stelle dabei ein Grenzgebiet der Kunst dar, bei dem das Protokoll immer dasselbe sei. Ausgangspunkt ist immer der Kopf, davon hängt die Persönlichkeit der Abbildung ab. Zur lebensnahen Realisierung verwendete Elisabeth Daynès echtes Haar für Kopf und Körperbehaarung. Der Rest des Körpers ist eine in Silikon gegossene Form, die im Anschluss mit den Feinheiten bearbeitet wird. Innerhalb von nur drei Monaten erschuf die Rekonstrukteurin die Urmensch-Frau in Abstimmung mit Dr. Reinhard Ziegler vom Staatlichen Museum für Naturkunde in Stuttgart. Dabei wurde auch berücksichtigt, in welchem Winkel die Frau bestrahlt werden muss, damit der Anschein geweckt wird, dass sie den Besucher des Museums tatsächlich anschaut.

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