Oberstenfeld/Tennis Der siebte WTB-Hallentitel für den TCO

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Steffen Gundermann hat den einzigen Einzelpunkt abgeben müssen.Das Meister-Team des TC Oberstenfeld mit Steffen Gundermann, Patrick Kienzle, Julian Schöller und Dennis Michalczyk (von links). Foto: Archiv (avanti)

Oberstenfeld - Die Tennisspieler des TC Oberstenfeld haben sich zum siebten Mal seit 2007 den Titel als württembergischer Mannschaftsmeister in der Halle gesichert. Zwar sind in der aus fünf Teams bestehenden Württembergstaffel noch zwei Partien zu absolvieren. Doch keine der daran beteiligten Mannschaften kann die TCO-Herren noch abfangen.

Während in der Sommerrunde viele Vereine ihre Teams durch „eingekaufte“ Topspieler verstärken, sind in der Winterrunde meist deutlich schwächere Besetzungen am Start. So muss Bundesligist TV Reutlingen noch um den Klassenerhalt in der höchsten Winter-Spielklasse bangen. Beim TC Oberstenfeld hingegen stehen in der Halle mit Ausnahme des serbischen Spitzenspielers Ilija Vucic dieselben Spieler auf dem Platz wie im Sommer – hier liegt wohl der Hauptgrund für die Winter-Erfolge der vergangenen Jahre.

Vor dem letzten Saisonspiel gegen die TA SV Böblingen war für den TCO noch alles möglich: Mit einem 4:2-Sieg – oder höher – war man WTB-Meister. „Es war uns aber auch bewusst, dass wir bei einer Niederlage wohl absteigen würden“, erklärt Mannschaftskapitän Steffen Gundermann. Doch auch für die Gäste waren noch alle Optionen offen. Da war es wichtig, dass Julian Schöller an Position zwei mit einem überlegenen 6:0, 6:1 gegen Philippe Zehender gleich für die Oberstenfelder Führung sorgte. „Das Match war auch genauso eindeutig, wie es das Ergebnis sagt“, betont Gundermann. Fast schon eine Vorentscheidung war dann der Erfolg von Dennis Michalczyk, der sich mit 7:5, 3:6, 10:6 gegen Thomas Mollekopf durchsetzte. „Das war ein wirklich enges Match. Dennis hat das sehr gut gemacht. Denn eigentlich hat Mollekopf genau das Spiel, das ihm gar nicht liegt“, lobt Steffen Gundermann den Jüngsten im TCO-Team. Patrick Kienzle profitierte dann von der Aufgabe seines Böblinger Gegners Lukas Tvrdon, der Oberstenfelder lag hier mit 5:2 in Führung, als sein Gegenüber die Partie beendete. „Der ist bereits nach dem Einschlagen einmal raus und musste sich übergeben“, erklärt Steffen Gundermann, der insgesamt von „einem kuriosen Spiel“ spricht. Denn er selbst hatte aufgrund einer Schulterverletzung gegrübelt, ob er überhaupt antreten solle. Doch dann führte Gundermann an Position eins gegen den amtierenden Deutschen U16-Meister Nic Wiedenhorn bereits mit 4:1. „Es ging überraschend gut, und er hat noch viele Fehler gemacht. Aber dann wurden bei mir die Schmerzen immer stärker und Wiedenhorn spielte besser.“ So unterlag Gundermann mit 6:7, 1:6.

Beim 3:1 nach den Einzeln war die Partie noch nicht ganz in trockenen Tüchern, zumal der TCO ja ein 4:2 brauchte, um den Titel sicher zu haben. Für den fehlenden Punkte sorgten dann Gundermann/Kienzle gegen Wiedenhorn/Tvrdon. Letzterer versuchte es im Doppel zwar nochmal, doch beim Stand von 7:6, 3:2 für das TCO-Doppel war erneut Schluss. „Allerdings haben wir zunächst 2:5 hinten gelegen, weil ich mittlerweile gar nicht mehr aufschlagen konnte. Doch dann haben wir gesehen, dass es im zweiten Doppel eng wurde. Wir haben uns dann irgendwie durchgewurschtelt“, erklärt Gundermann. Schöller/Michalczyk ließen sich auf dem Platz nebenan dadurch aus dem Rhythmus bringen, dass Böblingens Philippe Zehender nun zweimal wegen Magen-Darm-Problemen einige Zeit auf der Toilette verschwand. Zum Glück spielte die Niederlage im Match-Tiebreak letztlich keine Rolle mehr, das 4:2 war unter Dach und Fach – und damit auch die siebte württembergische Mannschaftsmeisterschaft in der Halle seit 2007.

„Wir freuen uns jedes Mal über den Titel, auch wenn die Hallenrunde natürlich nicht den Stellenwert der Sommersaison hat“, sagt Steffen Gundermann, der das Mauerblümchen-Dasein der Winterrunde bedauert und kritisiert: „Ich finde es schon schade, dass da bislang nicht einmal auf der Homepage des Verbandes eine Meldung zu unserem Titelgewinn kam.“ Bei derTCO-Mannschaft war man – nicht zuletzt aufgrund der kuriosen Umstände – direkt nach der Partie auch noch nicht so richtig in Feierlaune. „Früher sind wir anschließend noch durch Stuttgart gezogen. Aber man wird ja auch älter“, sagt Gundermann lachend, fügt aber hinzu: „Es wird demnächst auf jeden Fall noch eine Meisterschaftsfeier geben.“

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