Oberstenfeld Markus Kleemann macht das Rennen

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Amtsinhaber Reinhard Rosner (links) und Amtsvorgänger Manfred Läpple (rechts) gratulieren Markus Kleemann zum Sieg. Foto: Werner Kuhnle

Oberstenfeld - Es ist 18.50 Uhr, als der Amtsinhaber Reinhard Rosner am Sonntag von der Bühne des Oberstenfelder Bürgerhauses das Ergebnis bekanntgibt: Bei einer erneut „sehr guten“ Wahlbeteiligung von 60,9 Prozent haben sich 50,8 Prozent der 3651 Wähler für Markus Kleemann als neuen Bürgermeister ausgesprochen. Wenig später umarmt Kleemanns Chefin, die CDU-Landtagsabgeordnete Friedlinde Gurr-Hirsch, den Parlamentarischen Referenten. Der 30-Jährige strahlt, tritt nach weiteren Dankesworten Rosners an alle Kandidaten nach vorne – und gibt wohldosiert Einblicke in seine Gefühlslage: „Ich bin glücklich und freue mich auf meine neue Aufgabe“, sagt er, bedankt sich besonders bei seinen vielen erschienenen Helfern, kündigt an, mit den Bürgern die Gemeinde weiter „in eine menschliche Zukunft“ führen zu wollen – und unternimmt erste Dirigierversuche, als der Oberstenfelder Musikverein den etwa 400  Gästen im vollen Bürgerhaus aufspielt.

Kleemanns stärkster Mitbewerber auf den Posten, der 44-jährige Ludwigsburger Unternehmer mit SPD-Parteibuch, Marcus Kohler, kommt auf 42,45 Prozent. Er hat um rund 13 Prozent im Vergleich zum ersten Wahlgang aufgeholt – am Ende fehlen ihm nur etwa 300 Stimmen. „Ich bin natürlich enttäuscht“, sagt er in einer ersten Reaktion, zumal er bis zuletzt engagiert gewesen sei und sich Chancen ausgerechnet habe. Trotzdem überwögen bei ihm die positiven Eindrücke – er gratuliere Markus Kleemann zum Sieg. Er habe sehr viel dazugelernt, sei er doch als Newcomer „völlig unerfahren“ in den Wahlkampf gegangen. Generell könne er sich vorstellen, noch einmal für ein Bürgermeisteramt oder für den Gemeinderat zu kandidieren, sagte er auf Nachfrage von Pressevertretern.

Ernüchternd fiel das Ergebnis für Michael Meder aus. Der 46-jährige Uhrmachermeister und stellvertretende Bürgermeister aus den Reihen der Freien Wähler konnte nur 6,23 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. „Ich hatte mir schon ein paar Prozent mehr erhofft“, sagte der Stimmenkönig der Kommunalwahl vor einem Jahr. Als Grund vermutet er, „dass mir doch viele übelgenommen haben, dass ich so spät in den Wahlkampf eingestiegen bin.“ Trotzdem akzeptiere er das Votum der Mehrheit natürlich. Mit Markus Kleemann werde er auf jeden Fall die vereinbarte Mountainbike-Tour durch Oberstenfeld machen. Er habe schließlich in vielen Gesprächen wertvolle Hinweise für Verbesserungen bekommen.

Für den vierten Kandidaten Mathias Schwarz ist das eigene Ergebnis von 0,49  Prozent nicht entscheidend. Ihm sei wichtig gewesen, dass bis zuletzt mindestens ein Oberstenfelder vertreten sei. Auch er sieht die Wahl Markus Kleemanns als demokratische Willenserklärung: „Die Wähler werden sich da nicht täuschen.“

Erleichtert zeigt sich Bürgermeister Reinhard Rosner am Rande: „Es ist der erste Schritt, Verantwortung weiterzugeben.“ Er sei noch bis zum 14. Juli im Amt und werde die Themen in den nächsten Wochen übergeben. Dann werde er am 16. Juli verabschiedet. Die Einsetzung von Markus Kleemann sei für den 23. Juli vorgesehen.

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