Oberstenfeld Längere Schönheits-OP für ein Wahrzeichen

Von
Der Nordflügel des Stiftsgebäudes wird derzeit als erster entkernt – dann folgen der Süd- und der Ostflügel. Foto: Oliver von Schaewen

Oberstenfeld - Die Geschichte wiederholt sich für Volker Wanner. Der Bauamtsleiter lässt das Stiftsgebäude nun schon zum zweiten Mal sanieren. „Vor 25 Jahren war die Aufgabe aber eine andere“, erzählt der Ingenieur, der 40 Jahre im Dienst der Gemeinde steht. „Damals wandelten wir nach dem Bau des Kleeblatt-Heims die Pflegezimmer im Stift in betreute Wohnungen um – heute werden diese Räume generalsaniert.“ Die Zielrichtung des drei Millionen Euro teuren Projekts bleibt jedoch die gleiche: Am Ende entsteht neben einer aufgefrischten Fassade neuwertiger Wohnraum für ältere Menschen, die eine Form von Betreuung brauchen.

Beim Rundgang durch die Baustelle zeigen sich Wanner und sein Chef, Bürgermeister Markus Kleemann, zufrieden. Nach den ersten Wochen hat es bei den Arbeiten im Nordflügel noch keine Überraschungen gegeben. „Man muss aber bei solch alten Häusern immer damit rechnen“, sagt Wanner über das dreiflügelige Haus aus dem Jahr 1713, in dem früher adeligen Stiftsdamen wohnten. Größte Herausforderung sei der Denkmalschutz in der Planung gewesen.

Die Kosten sollen im Rahmen bleiben – bei einem Eigenanteil von 1,5 Millionen Euro will die Gemeinde unnötige Ausgaben vermeiden. Die Kosten für das Projekt waren im Vorfeld gestiegen, weil die Kommune nicht schon beim 1000-Jahr-Jubiläum der Stiftskirche 2016 zu Potte kam. Das lag an der schwierigen finanziellen Lage, aber auch daran, dass die Förderung erst noch geklärt werden musste. Markus Kleemann zeigt sich erleichtert, dass das ortsprägende Gebäude mit Bundes- und Landesmittel zu 50 Prozent eine kräftige Finanzspritze erhalten hat. Den zwischenzeitlichen Kostenanstieg von zehn Prozent gegenüber der Schätzung vor fünf Jahren halten Wanner und Kleemann beim Blick auf den aktuellen Bauboom für absolut vertretbar. Erfreulich sei aus Sicht der Gemeinde, dass rund die Hälfte des Auftragsvolumens an Oberstenfelder Betriebe ging.

Das Warten auf den späteren Baubeginn hatte laut Kleemann auch den Vorteil, dass die Gemeinde die Bewohner des Stiftsgebäudes auf den Kraftakt vorbereiten konnte. „Wir haben intensive Gespräche mit den Mietern geführt“, erzählt der Bürgermeister. Während der Bauarbeiten im Nordflügel wohnen neun Personen im Südflügel. Sie ziehen dann wieder um, sobald der erste Bauabschnitt fertig ist. „Wir haben rechtzeitig nicht mehr weitervermietet, so können wir die Probleme können“, ergänzt Volker Wanner. Bedingt durch neue Zuschnitte im Inneren wird es im Frühjahr 2020 am Ende der Arbeiten 25  Wohnungen geben. „Der Bedarf steigt“, sagt Markus Kleemann. Dem wolle die Gemeinde mit der Sanierung nachkommen.

Fotostrecke
Artikel bewerten
0
loading