Oberstenfeld/Handballl Sauer über Ausgleich in letzter Sekunde

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SKV-Spielmacher Edgar Gneiding ist mit fünf Treffern in Flein der erfolgreichste Torschütze seines Teams gewesen. Foto: Archiv (avanti)

Oberstenfeld - Von einem „leistungsgerechten Unentschieden“, wie es der gegnerische Trainer Andreas Bromma bezeichnete, konnte in Paul Herbingers Augen keine Rede sein. Der Trainer von Handball-Württembergligist SKV Oberstenfeld sprach nach dem Remis beim TV Flein vielmehr davon, dass seiner Mannschaft „ein Punkt geklaut“ worden sei. „Einer der beiden Schiedsrichter war mit der Atmosphäre dieses Derbys überfordert.“

Abgesehen von mehreren Szenen im Verlauf der 60 Minuten ärgerte sich Herbinger insbesondere über die Geschehnisse in der Schlussminute. 25:23 führte der SKV, der Sieg schien sicher. „Wir haben dann etwa 15 Sekunden vor Schluss den Anschlusstreffer kassiert, wobei das in meinen Augen klar Schritte waren – aber das war eigentlich nicht weiter schlimm“, erklärte der SKV-Coach. Doch was dann passierte, war weder für ihn noch für seine Mannschaft nachvollziehbar: „Der Schiri hat in dem Moment, als der Ball im Netz war, die Zeit angehalten – ohne ersichtlichen Grund. Und in dem Moment, als er wieder angepfiffen hat, hat er sofort Zeitspiel angezeigt, ohne dass wir eine Chance hatten, den Ball nach vorne zu bringen“, schüttelte Herbinger den Kopf. Beim folgenden Ballverlust war in seinen Augen zudem ein nicht geahndetes Foul an Fabian Nandelstaedt im Spiel. So kam es durch einen Konter in letzter Sekunde noch zum Ausgleich. „So etwas habe ich in all den Jahren noch nicht erlebt. Die Mannschaft hätte sich die zwei Punkte verdient gehabt“, fand Paul Herbinger.

Denn über die 60 Minuten hatte der SKV in der Defensive „die wohl beste Saisonleistung abgeliefert“, lobte der Coach, der zudem fand, dass Torhüter Nikolai Uhl das Duell mit seinem Horkheimer Kollegen Wojciech Honisch für sich entschied. Die Oberstenfelder lagen über weite Strecken der Partie vorne, lediglich Mitte der ersten Halbzeit stand es mal 7:9 aus Sicht der Gäste, was sie aber vor allem über einige Kontertore in ein 11:9 drehten. „Wir haben dann vor der Pause noch mehrere Chancen liegenlassen, sonst hätten wir auch mit ein oder zwei Toren mehr führen können“, kommentierte Herbinger den 13:12-Halbzeitstand. Nach dem Wechsel leistete sich der SKV jedoch einige Nachlässigkeiten und geriet mit 15:17 in Rückstand. Ein erneuter Vier-Tore-Lauf brachte die Oberstenfelder jedoch erneut mit zwei Toren in Front. „Ab da haben wir das Spiel eigentlich wieder im Griff gehabt, und bei 25:23 in der Schlussminute war der Sieg vermeintlich sicher“, befand Paul Herbinger – doch dann kam jene ominöse Schlussphase, in der er und sein Team sich zu Unrecht um einen Punkt gebracht fühlten. Doch wenigstens hält der SKV die Fleiner in der Tabelle zwei Punkte auf Distanz.

SKV Oberstenfeld:
Uhl, Heidecker – M. Koch (5/4), Schmid, Goller (2), F. Koch (3), Sauerland (4), Deiko, Eitel, Gneiding (5/1), Nandelstaedt (4), Kavaklioglu (1), Selcho, Cakar (1).

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