Oberstenfeld Gospelfeuerwerk entzündet die Herzen der Besucher

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Die Groovin Foxes Foto: avanti

Oberstenfeld - Über allem lag am Freitagabend ein bemerkenswerter Glanz. Die Oberstenfelder Dorfkirche erstrahlte weihnachtlich; die drei Chöre von Chorleiter Ulrich Staudenmaier bildeten einen stimmlichen Strahlenglanz und das Publikum strahlte alsbald vor Freude. Dass die Konzerte des umtriebigen Chorleiters einen Publikumsmagneten darstellen, ist schon seit Jahren bekannt. Auch das Doppelkonzert am Freitag füllte das Gotteshaus mühelos und die Geschichte der Faszination Gospel-Chorgesang wurde von Staudenmaier wie folgt fortgeschrieben.

Seit 15 Jahren ist der Großbottwarer Musiker der Kopf von den „Groovin Foxes“. Gemeinsam mit dem Ensemble und dem jungen Chor, „Foxes 4C“ sind dies Chorgemeinschaften, die es verstehen, Gospelsongs mit großer Hingabe, Liebe und Leuchtkraft zu präsentieren. Den Konzertabend eröffneten die acht Mitglieder des Ensembles, die auf ein Startzeichen hin in die Kirche einmarschierten, um ein ganzes Publikum gefangen zu nehmen. Mit „Go tell it on the Mountains“ ertönte nicht nur ein wohlgefälliger Stimmenteppich; Dirigent und Sänger Ulrich Staudenmaier offenbarte als Solist sein beeindruckendes Stimmvolumen, das sich gerne auch mit improvisatorischen Spielereien – meist zum Refrain – in das Bühnengeschehen einwebte.

Fröhlich-frisch und ungemein mitreißend begeisterten dabei die gesanglichen Akteure und demonstrierten ausdrucksstark, wie vital der Gospel bei ihnen gesetzt ist. Die Kirche wurde zur kollektiven Geborgenheits-Welle, getragen vom groovig-anspruchsvollen Sound der Singenden, die mit freudigem Gesichtsausdruck und großer Präsenz ihr Liedgut interpretieren. Immer sind die Konzerte auch eine Art One-Man-Show: denn die charismatische Ausstrahlung des betont extrovertiert agierenden Chorleiters, macht nicht Halt vor dem Notenständer. Die Lebensfreude von Staudenmaier springt geradezu im Kirchenraum umher und tut es demjenigen gleich, der mit seiner bewegungsintensiven Führungsrolle rund 40 Sänger anleitet. Bisweilen motiviert er das Publikum mitzusingen oder rhythmisch zu klatschen. Aufforderungen, denen die meisten gerne folgen.

Und so wird aus den Darbietungsteilen der drei Chöre eine gemeinsame Show, die auf Happiness und guten Gefühlen basiert und die weit über eine Stunde lang das Wort Glück greifbar macht. Das darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Songs perfekt arrangiert und in punkto Choreografie und Interpretation wirkungsvoll inszeniert und dargeboten waren. Und dabei lässt Staudenmaier auch manch anderen Solisten-Stern am Himmel leuchten: Hans-Peter Barz und Jens Scheffler von den Großen etwa oder Miriam Conrad und Lara Weilguni vom jungen Chor. Der Chorchef hat es geschafft, dass diese sich souverän öffnen und einen auditiv wirkungsvollen Auftritt hinzulegen verstehen, der beim Zuschauer bestens ankommt.

Voller Stolz präsentierte der Chorleiter die neue Groovin Foxes Band und outete sich damit zugleich als glücklicher Vater: Denn der Nachwuchs ist mit Sophie (Klavier) und Julian Staudenmaier (Gitarre) klangstark repräsentiert und sorgt für eindrucksvolles Aufhorchen. Die ausgefeilt interpretierten Arrangements von Stücken wie etwa „Jesus is the Answer“ oder „Lean on me“, bei dem alle drei Chöre gemeinsam singen, geben den bekannten Songs oft noch eine neue, begeisterungsvolle Dimension. Häufig daran beteiligt ist auch das akzentuierte und lebhafte Spiel der Musiker, zu denen auch Adrian Rode am Schlagzeug und Bassist Tobias Lübbe sowie Ulrich Hofmann gehören, der Sophie ablöst, wenn sie singt.

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