Oberstenfeld/Fußball „Wir wollen den zweiten Platz angreifen“

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Muhammet Kodal spielt künftig wieder für den FV Oberstenfeld. Foto: Archiv (avanti)

Oberstenfeld - Wir wollen den zweiten Platz angreifen“, sagt Fethi Asar, der Trainer des FV Oberstenfeld, vor der Rückrunde der Kreisliga A1 Enz-Murr. Dafür hat man sich unter anderem mit Muhammet Kodal, der vom FC Marbach kam, namhaft verstärkt. Als Tabellenachter überwintert der FVO in der Staffel A1. Was zunächst nach grauem Mittelfeld klingt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen jedoch als aussichtsreiche Ausgangslage in unmittelbarer Schlagdistanz zur Aufstiegsrelegation. „Der SV Pattonville als Tabellenerster ist für mich schon durch“, sagt FVO-Coach Asar mit Blick auf die Tabelle. Hinter dem enteilten Spitzenreiter folgt jedoch ein dicht gedrängtes Septett mit dem FVO derzeit ganz am Ende. Allerdings gilt: Gewinnt Asars Team seine beiden Nachholspiele, zieht man sogar am aktuellen Zweiten aus Pleidelsheim vorbei.

Anders als in den Jahren zuvor, als die Oberstenfelder in schöner Regelmäßigkeit den Saisonstart verpatzten und dann erst eine mühsame Aufholjagd starten mussten, ist der Verein nun also schon im Winter bei der Musik dabei. „Diesmal hatten wir im Sommer nicht ganz so viele Urlauber, die erst verspätet einstiegen. Zudem fiel der Fastenmonat Ramadan, in dem man kaum vernünftig trainieren kann, nicht in die Vorbereitungszeit“, hat Asar, dessen Team fast nur aus türkischen Spielern besteht, eine plausible Erklärung für die deutlich erfolgreichere Hinrunde parat. Hundertprozentig zufrieden ist er bislang jedoch nicht. „Wir stellen zwar die beste Abwehr der Liga, aber nach vorne ging doch häufig wenig“, sagt er mit Blick auf das Torverhältnis. In der Tat: Erst 21 Gegentore sind Ligabestwert. Mit nur 26 erzielten Treffern liegt man dagegen auf Augenhöhe mit den Abstiegskandidaten. „Ahmet Tiryaki ist trotz seiner 37 Jahre noch ein Topmittelstürmer. Aber man muss ihn einsetzen und mit Zuspielen versorgen“, bringt der Trainer die Grundproblematik auf den Punkt und fügt an: „Wir hatten bislang leider keinen echten Zehner.“ Die besten Zeugnisse stellt Asar im Rückblick auf die Hinserie daher wenig überraschend auch seinen beiden Innenverteidigern aus: „An Muhammet Sagis und Mehmet Cakir gibt es kaum etwas auszusetzen“, lobt er das erfahrene Duo aus dem Abwehrzentrum. Mit dem bereits 41-jährigen Sezer Uzun konnte zudem ein weiterer Routinier überzeugen. „Er hat die Ruhe und spielt immer mit Köpfchen“, stellt der Coach heraus.

Was den fehlenden Zehner angeht, hat man beim FVO im Winter aber Abhilfe geschaffen. Gleich drei Neuzugänge kann Asar zur Vorbereitung begrüßen, in der auch wieder ein einwöchiges Trainingslager im türkischen Antalya integriert sein wird. Alle drei Neuen sind Rückkehrer, die schon einmal das FVO-Trikot trugen. Zwei von ihnen, Muhammet Kodal, der vom FC Marbach kam, und Fatih Külekci, der aus seiner Zeit bei Dersim Ludwigsburg zuletzt ein halbes Jahr gesperrt war, sind ausgewiesene Zehner, auch wenn sie diese Rolle unterschiedlich interpretieren: Kodal als torgefährliches Arbeitspferd, das sowohl in als auch hinter der Spitze eingesetzt werden kann, Edeltechniker Külekci als klassischer Spielmacher oder auch auf der offensiven Außenbahn.

Defensivakteur Fatih Yücel, der vom TSV 1899 Benningen kam, komplettiert die Liste der Neuen. „Alle drei sind klare Verstärkungen“, ist Asar überzeugt und freut sich: „Zudem ist jetzt der Konkurrenzkampf enorm. Da kann sich keiner mehr sicher sein, Sonntags aufgestellt zu werden, obwohl er nicht im Training war.“ Vor allem Akteuren wie Murat Bayram und Kasim Simsek, die mit Tempo die Außenbahnen beackern können, hofft der Trainer somit Beine zu machen.

Der zweiten Saisonhälfte, die für den FVO am 11. März mit dem Heimspiel gegen den direkten Konkurrenten FV Ingersheim beginnt, blickt Asar daher zuversichtlich entgegen. „Wir haben in den vergangenen Jahren immer eine stärkere Rückrunde gespielt“, weiß er, und betont: „Ich will etwas mit der Mannschaft erreichen und den zweiten Platz angreifen.“ Neben den Ingersheimern stuft er dabei den SGV Freiberg II und den GSV Pleidelsheim als die härtesten Konkurrenten ein.

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