Murr Tausende Narren säumen die Straßen

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Die Murr’mer Narren haben zum Faschingsumzug eingeladen – und die Gäste kamen. Foto: Werner Kuhnle

Murr - Narren haben Glück – auch mit dem Wetter: Statt des angekündigten Regens blitzte sogar die Sonne hervor. Allenfalls auf dem Rückweg sorgte ein Regenguss für Abkühlung. Der Umzug der Carnevalsfreunde Murr am Sonntag mit über 40 Gruppen entwickelte sich wieder zum Publikumsmagnet. Tausende säumten die von Polizei und Feuerwehr gesperrten Straßen, gefühlt waren es noch mehr Besucher als sonst schon. Der Zug startet im Blattert. Vorneweg führt die Feuerwehr den Lindwurm an. Kommandant Marcus Leibbrandt nascht als Teddybär nicht von den Leckereien, sondern verteilt sie großzügig an die Umstehenden. Ein kleiner Narr hat sicherheitshalber eine Tüte mitgebracht, falls die aufgesammelten Süßigkeiten nicht alle gleich in den Magen passen.

Entlang der Hindenburgstraße stehen die Zuschauer fast durchweg fünfreihig. Anwohner haben ihren Logenplatz. Das fröhliche Treiben beschränkt sich nicht nur auf die Teilnehmer des Umzugs. Links und rechts sorgen die Narren dafür, dass die Stimmung passt. Die Gruppen werden mit fröhlichem „Helau“ begrüßt und zum Teil sogar mit Flüssignahrung versorgt. Einige Außerirdische haben „Kopf-Getriebeöl“ im Becher, der Murr’mer Narr braucht ein Röhrle zum Schlürfen.

Der Musikverein bewirtet mit Glühwein, beim Café Ziegler haben blaue Schlümpfe ihre Station aufgebaut, und auch auf dem Dorfplatz versorgt Eugen Hofmann mit seinem Team die hungrigen Narren. Manche haben den Kinderwagen dabei, um die Berliner gleich palettenweise zu lagern. Hungern muss hier keiner: Die Gruppen verteilen reichlich Süßes und Salziges, wobei man bei manchen Wurfgeschossen besser eine haarige Perücke oder einen Hut aufhat. Die Hexen sind aber durch die jüngsten Vorfälle sensibilisiert und geben den Kindern die Bonbons auch mal ganz lieb in die Hand. Nur so manche Deifelshexe, Weinberg-Dämonen oder Feldgrabbe treiben ihre Späße.

Da erschreckt der Teufel von den Neckartalhexen schon mal die allzu kecken Zuschauer, die Waldhornhexen klauen Schuhe oder Mützen, galante Kühe malen die Gesichter an. Mitunter werden auch junge Damen „entführt“ und die Haare mit Konfetti verwuschelt, aber alles bleibt im Rahmen, sodass alle Beteiligten ihren Spaß haben – ganz getreu dem Motto: „Jedem zur Freud – niemand zum Leid.“ Wem das Treiben zu bunt wird, der wirft einfach mit Konfetti zurück oder lacht die Hexen schallend aus. Die bleiben dann verdutzt stehen und wundern sich.

Die Gloschd’r Hexa aus Steinheim lassen Konfetti auf die Zuschauer schneien, die Footballer von den Bulldogs zeigen akrobatische Einlagen und Rudelbildung, und mancher Ruf wie „Spätzles-Fresser“ oder „Schbiallomba-Schlotzer“ sorgt für Erheiterung. Allein die Carnevalsfreunde Murr sind mit neun Gruppen von den Sternschnuppen bis zum Elferrat dabei. Viele liebe Freunde wie der Sulzbacher Carnevalsverein sind wieder mit von der Partie. Und einige Gäste sind auch neu: Sehr zur Freude beteiligt sich der Murrer Karneval-Verein zum ersten Mal am Umzug, auch die Narrenzünfte aus Auenstein, Schmiden und Waiblingen, die Kornwestheimer Kornfetz, die Sulmdäler Rumpelhäx und der Spielmanns- und Fanfarenzug aus Heilbronn-Böckingen werden gerne in den Reihen des Gaudiwurms begrüßt.

Mit Applaus werden die Lokalmatadore empfangen, die beinahe immer dabei sind. Die Gässles-Fetzer vom Musikverein Murr heizen mit Guggenmusik ein, die Bottwartaler Schlehbeucher aus Oberstenfeld dürfen bei dem Umzug nicht fehlen und auch die Schneemänner des Feuerwehr-Fördervereins aus Poppenweiler tanzen wieder auf den Straßen und Gassen in Murr.

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