Murr/Duathlon Nicht unbedingt dirty, aber ziemlich schnell

Von
Bei eisigen Temperaturen haben sich die Sportler durchs Geläuf gekämpft. Foto: avanti

Murr -

Nicht unbedingt dirty, aber kalt und schnell war die 16. Auflage des Murrer Dirty Race am Samstag. Statt durchs Matschbad kämpften sich die rund 300 Athleten heuer zwar über eisfreie Straßen, aber auch über schneebedeckte Feldwege und Obstwiesen bis ins Ziel. Dabei waren sich nach den fünf Kilometern auf der Laufstrecke, den anschließenden 15 Kilometern auf dem Mountainbike und dem noch einmal vier Kilometer-Dauerlauf erwartungsgemäß alle Athleten einig: Der „Berg“ hatte es wie immer in sich. Gemeint war der lange und steile Anstieg zum Marbacher Galgen, den die Sportler alljährlich mit dem Rad bezwingen müssen.

„Der Berg ist brutal – der zieht alles aus einem raus“, meinte Alexander Dietrich, der bei seiner dritten Teilnahme zusammen mit David Albert für das Team Silla Hopp erstmals den ersten Platz in der Staffelwertung belegte und mit seinem schnellen, stuntreifem Wechsel aufs Rad für Aufsehen sorgte. Als zweitschnellste Staffel kamen Marten Wahl und Ralf Himmelsbach vom Team www.help-much.de ins Ziel (siehe Infokasten). Norbert Dietrich und Uli Lorenzen vom WSV Mehrstetten belegten den dritten Platz.

Kathi Wolff vom TriTeam Heuchelberg stand bei ihrer Dirty Race-Premiere nach 1:09:35 Stunden ganz oben auf dem Treppchen und fand: „Es hat viel Spaß gemacht“, sie gab aber auch zu: „Ich habe mir die Strecke und speziell den Berg zuvor schon einmal angeguckt.“ Nach der ersten Laufrunde lag sie zunächst noch hinter ihrer Trainingspartnerin und Mitfavoritin vom SV Würzburg, Laura Zimmermann, zurück. Nach der ersten Radrunde hatten die beiden die Plätze aber getauscht und Kathi Wolf brachte den Vorsprung auch ins Ziel. Die zweitschnellste Radzeit fuhr Martina Höllige, die mehrmalige Gewinnerin des mz3athlons und amtierende Cobble Hoppel Siegerin. Am Ende reichte es für sie damit hinter Zimmermann auf Rang drei.

Bei den Herren hatte Malte Plappert, der Vorjahres-Zweite, nach genau 1:00:15 Stunden die Nase erstmals ganz vorn. Er lag beim Wechsel aufs Rad noch auf dem dritten Platz, hinter dem bis dahin führenden und am Ende drittplatzierten Uli Königs von Therapie Reha Bottwartal und dem am Schluss Zweiten Philipp Nothof vom Team Speedlifecrew. Nach einer bärenstarken Radleistung übernahm Malte Plappert aber die Führung und kam 69 Sekunden vor Philipp Nothof ins Ziel. Der berichtete noch recht atemlos: „Mir ist zweimal die Kette runter. Malte hätte heute aber trotzdem gewonnen.“ Das Schicksal mit der Kette ereilte Lokalmatador Björn Laibacher vom Team SillaHopp ganze dreimal. Am Ende stand er auf dem vierten Platz. Der 21-jährige Sieger Malte Plappert, der seit 2012 am Dirty Race teilnimmt und bereits als Cross-Duathlon-Spezialist gilt, freute sich sehr über seinen ersten Sieg: „Durch den harten Boden war die Strecke dieses Jahr ganz besonders schnell. Es rollte heute ganz gut“, sagte er lachend und fügte an: „Das ist hier eine super unkomplizierte Veranstaltung, man kommt hier hin und hat einfach Spaß.“

Für das Organisations-und Helferteam ist die Veranstaltung an sich auch ein großer Spaß, „der Aufbau bei Minus acht Grad aber nicht unbedingt“, wie Veranstalter Achim Seiter schmunzelnd erklärte: „Ich bin zwar nach jedem Event erleichtert, nach dem Dirty Race aber immer ganz besonders, weil hier die Wetterkomponente noch einmal eine ganz besondere Rolle spielt. Vor ein paar Tagen hatten wir hier noch Blitzeis auf der Strecke, da bricht einem schon mal kurz der Schweiß aus.“ Weil ihm mittlerweile aber ein verlässliches, gewachsenes Team aus zahlreichen Helfern unter anderem vom Murrer Bauhof und vom Deutschen Roten Kreuz Großbottwar zur Seite steht, und weil das Dirty Race 2017 gänzlich ohne größere Blessuren vonstattenging, strahlte er am Ende des Renntages mit der Sonne und den glücklichen Finishern um die Wette.

Fotostrecke
Artikel bewerten
5
loading