Murr/Duathlon Das Dirty Race fordert wieder Kraft und Ausdauer

Von
Der Regen der vergangenen Tage hat die Strecke aufgeweicht, größere Verletzungen sind aber ausgeblieben. Foto: avanti

Murr - Blanke Zähne unter dreckigen Gesichtern, blutige Nasen, wütende Krämpfe – das Dirty Race lieferte alles, was zu erwarten war. „Heute starten wir mit einem Countdown ohne Pistole“, rief Moderator Roy Fischer durch das Mikrofon. Und von zehn abwärts wurde der Start in die 17. Auflage des Dirty Race angezählt. Vor allem das durchwachsene Wetter der vergangenen Tage ließ im Gegensatz zur wohl konventionellen Ansicht die Organisatoren und Duathlon-Fanatiker mit Vorfreude auf das diesjährige Ereignis blicken. Denn wer zu Beginn noch grüne Wege zu sehen glaubte, wurde spätestens nach der ersten absolvierten Runde mit dem Fahrrad eines Besseren belehrt.

Im Vorfeld war die Freude groß: Mit einem hochkarätigen Teilnehmerfeld kündigte sich der diesjährige Cross-Duathlon an, doch leider konnten das Team um Veranstalter Achim Seiter und die zahlreich erschienenen Zuschauer Rekordsieger Sebastian Kienle nicht anfeuern. Der ehemalige Hawaii-Ironman-Sieger musste krankheitsbedingt kurzfristig absagen. „Das ist natürlich schade“, ließ Seiter wissen, dennoch erfreue er sich selbstredend an der „tollen Veranstaltung, den gut gelaunten Zuschauern und dem tollen Team.“ Denn auch ohne Kienle waren die Cross-Duathleten hochkarätig vertreten.

Unter den knapp 270 Teilnehmer und 36 Staffeln rangen sich die ersten Startnummern um die vordersten Plätze. Allen voran rannten bei den Männern Titelverteidiger Malte Plappert (Tri-Team Heuchelberg), Andi Böcherer (TriTeam Kaiserstuhl) und Lokalmatador Björn Laibacher (Team Silla Hopp/Pelagro). Bei den Frauen lief Kathi Wolff (Tri-Team Heuchelberg) der Konkurrenz nicht nur am Start buchstäblich davon.

Bereits die ersten vier Kilometer zu Fuß rund um das Stadion lief Andi Böcherer, nach Kienles Ausfall klarer Favorit im Feld, in nur knapp 16 Minuten und hatte hier bereits eine Minute Vorsprung, bevor das Fahrrad zum Einsatz kam. Derweil war auch Kathi Wolff bei den Frauen mit 18:43 Minuten schon rund zwei Minuten schneller als die Konkurrenz. Das eigentliche Spektakel für die Angereisten begann aber auf der Strecke durch die Obstgärten. „Die Tortur der Leiden“, wie es Fischer süffisant moderierte, „wo sich der Boden die Tage immer tiefer gestaltete.“ Neben der immer anstrengenderen Tour durch die Feldwege sorgte die matschige Strecke für das Programm: Dirty waren nicht nur die Fahrräder. Kurz bevor die Strecke zurück auf den betonierten Boden Richtung Stadion führte, mussten die Duathleten eine 90-Grad-Kurve nehmen – Stürze, Ausrutscher, die ein oder andere blutige Nasen und Krämpfe forderten die Ausdauer.

Doch alle Athleten schafften es durchweg ins Ziel, auch wenn die Zeiten sich bis über eine Stunde unterschieden. Schon Böcherers Trainer sagte, er solle es „scharf angehen“. Damit absolvierte der Favorit sein Rennen in 1:03:14 Stunden, mehr als zwei Minuten vor Lokalmatador Björn Laibacher, der 1:05:54 benötigte – und damit den Pokal für den Lokalhelden einheimste. Malte Plappert wurde Dritter. Doch vor allem für Böcherers weitere Saison war es ein gelungenes Rennen. „Ich bin zufrieden. Ein gutes Omen“, sagte der Sieger von 2016. „Damals hatte ich im Anschluss meine beste Saison. Es ist ein guter Auftakt, um alles aufzubrechen.“ Hier seien auch alle mit Herzblut dabei, deshalb komme Böcherer gerne wieder, wenn es zeitlich passe. Kathi Wolff gewann bei den Frauen in 1:16:45 Minuten und ließ damit die Konkurrenz weit hinter sich. Julia Leye (TSV Neustadt Triathlon) folgte auf Rang zwei mit 1:28:18 Minuten. In der Staffel der Männer gewannen Tim Schlichenmaier und Marcus Büchler, bei den Frauen Laura Hoffmann und Fabienne Hagenbuch.

„Bisher sind wir sehr zufrieden“, freute sich Achim Seiter, der während des Zieleinlaufs die rund 270 Teilnehmer alle abklatschte und beglückwünschte. Denn jeder leiste hier eine gute Arbeit, was sich auch an der rundum gelungenen Organisation sehen ließe. Aber auch weil bis dahin keine größeren Verletzungen bekannt war. Man müsse nur in die zufriedenen und lachenden Gesichter sehen. Und pünktlich zur Siegerehrung kamen Sonnenstrahlen hinter den Wolken hervor und krönten den Auftakt zur Triathlon-Saison.

Fotostrecke
Artikel bewerten
3
loading