Mundelsheim Widerstand gegen das Neubaugebiet

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In „Seelhofen IV“ sollen rund 44 Bauplätze entstehen. Foto: KS-Images.de

Mundelsheim - Der Entwurf für den Bebauungsplan steht und alle 20 Flurstücke in „Seelhofen IV“ sind im Besitz der Gemeinde – im geplanten Neubaugebiet sieht also alles soweit rosig aus. Doch die Planungen stoßen jetzt auf massive Kritik von Seiten der Bürgerschaft in Form der Initiative „Bürger gegen Seelhofen IV“.

„Wir sind grundsätzlich nicht gegen Bebauung an sich“, betont Mitglied Christian Erz: „Wir stören uns nur an der ungeschickten Planung.“ Die Mitglieder der Initiative hätten nämlich lieber ein Neubaugebiet im Gebiet „Rozenberg“ – was 2005 bei der Aufstellung des aktuellen Flächennutzungsplanes noch als Option gehandelt wurde. Da die Gemeinde aber nur Anspruch auf ein Areal hatte, musste der Gemeinderat eine Entscheidung fällen und sprach sich dabei mit knapper Mehrheit für „Seelhofen IV“ aus. Bereits damals habe man sich mit den Bedenken an den Bürgermeister Holger Haist gewandt, erklärt Christian Erz.

Zu dieser Zeit war jedoch noch eine erneute Diskussion und eine Umentscheidung als Option offen, erläutert der Schultes auf Nachfrage: „Dann hat es eine Gesetzesänderung gegeben und ein Tausch wäre nur über eine Änderungs des Flächennutzungsplans noch möglich gewesen.“ Davon habe allerdings das Landratsamt Ludwigsburg vehement abgeraten. Folglich fiel im Dezember 2016 der Beschluss, die Umsetzung von „Seelhofen IV“ anzugehen. „Ich hatte mir da eine große Diskussion erwartet“, so Christian Erz. Die blieb jedoch aus, da es aus Sicht der Verwaltung keine Optionen auf Wechsel mehr gegeben hätte, erläutert Bürgermeister Haist: „Und wir haben als Gemeinde auch die Pflicht, Wohnraum für unsere Bürger zu schaffen. Zumal wir sehr zurückhaltend vorgehen. Es handelt sich hier um ein relativ kleines Gebiet.“

Ein Punkt, den die Bürgerinitiative verstehen kann. Allerdings sieht sie im Baugebiet „Seelhofen IV“ gleich mehrere Probleme: Die Hauptkritik liegt dabei in der Verkehrssituation begründet. „Dieses Gebiet würde alleine nur über den Hartweg erschlossen“, betont Erz. Damit entstehe eine enorme Mehrbelastung im umliegenden Wohngebiet. Zudem liege das Gebiet fernab des Ortskerns, sodass man dort auf das Auto angewiesen sei, da auch kaum eine öffentliche Anbindung wie beispielsweise zu den Schulen bestehe. „Da haben schon meine Kinder drüber geflucht“, erzählt Christian Erz, der selbst in „Seelhofen“ wohnhaft ist. Der „Rozenberg“ aber liege deutlich zentraler und direkt an der Grundschule im Ort: „Von weniger Verkehr profitieren ja alle Bürger und natürlich auch unsere Umwelt.“ Eine Kritik, die Schultes Haist so nicht gelten lassen will: „Ein Baugebiet bedeutet immer mehr Verkehr – egal wo.“

Eine weitere Sorge in „Seelhofen IV“ sei für die Mitglieder der Initiative dazu noch der nahe gelegene Steinbruch, so Erz: „Schon jetzt spüren wir ab und zu die Erschütterungen.“ Sollte dort einmal eine Erweiterung anstehen, könne sich das zum echten Problem entwickeln. Zudem gebe es auch Ängste, dass das neue Baugebiet nur als „Türöffner“ fungiere, um Mundelsheim im Anschluss noch weiter auszubauen: „Seelhofen V, Seelhofen VI . . .“

Über ihre Befürchtungen und Kritik wollen die „Bürger gegen Seelhofen IV“ alle Mundelsheimer am 4. Dezember bei der Einwohnerversammlung informieren. Auch mit der Verwaltung hat die Initiative schon zusammengesessen. Deren Einsatz ist aus Sicht von Bürgermeister Haist völlig legitim: „Wir müssen kritische Stimmen ernst nehmen. Allerdings heißt das nicht, dass wir die Ansichten auch teilen.“

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