Mundelsheim „Man darf nicht nebeneinanderher leben“

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Lucas Bargs Lieblingswein ist ein Muskateller aus Mundelsheim. Foto: Werner Kuhnle

Mundelsheim - Wenn man Lucas Barg auf Mundelsheim anspricht, kommt er ins Schwärmen. Die Stadt habe viel Potenzial, liege wunderschön zwischen Neckar und Weinbergen und überhaupt kann er gar nicht verstehen, warum nicht jeder Bürgermeister dieser tollen Gemeinde werden möchte. In Mundelsheim könne ein Rathauschef mehr gestalten als verwalten. Da Lucas Barg so begeistert von Mundelsheims Lage ist, hat er sich auch das Neckarufer hinter dem Freibad als Treffpunkt ausgesucht. Die Sonne scheint, hin und wieder fahren Radfahrer vorbei und die Weinberge sind auch nicht weit. Lucas Barg grüßt jeden, der vorüberkommt, er fühlt sich sichtlich wohl. Mitgebracht hat er den Weißwein Muskateller aus Mundelsheim, der ihm besonders gut schmeckt. Das Neckarufer ist auch der Ort, an dem Lucas Barg gerne mit seiner Familie und dem Fahrrad unterwegs ist und Kräfte tankt.

Der Entschluss, seine Kandidatur für das Amt einzureichen, ist bei ihm Ende August gefallen. Der nächste Schritt: seine Frau von seinem Vorhaben zu überzeugen. Dazu arbeitete er extra eine Präsentation aus. „Ohne die Unterstützung der Familie könnte ich die Kandidatur nicht stemmen“, ist sich der 28-Jährige sicher, „meine Frau steht voll und ganz hinter mir und ist bei jedem Termin mindestens genauso aufgeregt wie ich“. Mit ihr und seinen drei kleinen Kindern wohnt der gelernte Logistiker in Hessigheim. Dass er nicht aus Mundelsheim kommt, sieht er bei der Wahl als Vorteil: „Ich habe von außen einen objektiveren Blick als Menschen, die schon immer in Mundelsheim wohnen.“

Als eine seiner Stärken bezeichnet Lucas Barg sein umfassendes Wissen im Fachbereich Ordnung und Sicherheit, das er durch seine Arbeit im Vollzugsdienst der Gemeinde Benningen und für die Stadt Marbach im Ordnungs- und Bürgeramt gewonnen hat. Ansonsten bezeichnet sich der junge Vater als guten Zuhörer, der sehr geduldig und kommunikativ sei.

Lucas Bargs Arbeit ist der Grund, weshalb er sich in den vier Wochen vor der Wahl mehr in Karlsruhe als in Mundelsheim aufhält. Dort besucht er eine Schulung, die sich nicht verschieben ließ. Wie will er es schaffen, trotzdem im Ort präsent zu sein? Am Wochenende und zu Veranstaltungen wie dem MZ-Leserforum sei er in der Gemeinde unterwegs, klingele an Türen und positioniere sich vor dem Supermarkt .

Besonders wichtig ist Lucas Barg, dass die Menschen in einem Ort wie Mundelsheim zusammenhalten: „Man muss als Gemeinschaft leben und darf nicht nebeneinanderher leben.“ Um das zu erreichen, möchte er, wenn er Bürgermeister wird, verschiedene Projektgruppe für diverse Themen installieren. In diesen Gruppen sollen Bürger unterschiedlichen Alters zusammen über Probleme diskutieren. Die Begegnung von Jung und Alt möchte er auch durch freies Wlan vor dem Rathaus erreichen. Auf diese Weise könne der Platz vor dem Rathaus zum Treffpunkt werden.

Ein wichtiges Thema ist für ihn auch die Vereinsförderung: „Es ist toll, was die Vereine für die Freizeitgestaltung von Kindern und Jugendlichen tun. Das muss die Gemeinde Mundelsheim unterstützen.“ Eine Baustelle sieht er beim Thema Kinderbetreuung: „Es fehlt an Betreuungsplätzen für Kinder unter sechs Jahren“, beschreibt er die Situation, „Ich kann absolut nicht verstehen, wenn Kandidaten sagen, wir hätten genug Angebote.“ Neben der Jugend sind die Senioren eine weitere wichtige Gruppe für ihn, für die er unter anderem Freizeitangebote schaffen möchte.

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