Mundelsheim „Die fantastische Lage am Neckar nutzen“

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Fühlt sich in den Weinbergen, aber auch in der Ortsmitte wie zuhause: Bernhard Wein. Foto: Werner Kuhnle

Mundelsheim - Neuer Wein für Mundelsheim: Passend zu seinem Slogan für die Bürgermeisterwahl am 14. Oktober hat Bernhard Wein neuen Wein zum Treffen mitgebracht. „Außerdem können wir dann danach noch Autofahren“, meint er augenzwinkernd. Er selbst hat an diesem Tag ohnehin noch eine weite Fahrt vor sich: 550 Kilometer nach Bomlitz, wo er mit seiner Familie lebt. Seit Ende September verbringt Bernhard Wein allerdings die meiste Zeit im Ländle. Übernachtet bei Verwandten in Oberderdingen im Kraichgau und ist ansonsten viel in Mundelsheim unterwegs. Also dort, wo er gerne künftig Bürgermeister wäre.

Für das Treffen auf ein Glas Wein hat er die Weinberge oberhalb des Ortes ausgewählt. „Es ist toll hier, ich liebe es, in den Weinbergen spazieren zu gehen.“ Auch, wenn er (noch) im Norden Deutschlands lebt: Durch die vielen Besuche in der Heimat seiner Verwandten „ist hier mein Heimatgefühl“, so Bernhard Wein.

Einige Mundelsheimer hat er schon kennengelernt. „Sehr liebenswerte und freundliche Menschen“, sagt Bernhard Wein. Im Falle seiner Wahl würde er mit seiner Familie auch in die Neckargemeinde ziehen. „Es bringt ja nichts, in einem so schönen Ort nur zu arbeiten“, findet er. Mundelsheim habe er mit Bedacht ausgewählt. Er will dort – auf ganz lange Sicht – auch seinen Altersruhesitz haben. Die Zeit als Bürgermeister würde er aber keinesfalls als Ruhephase vor der Pensionierung sehen. „Das könnte ich auch gleich haben und für so etwas bin ich auch nicht der Typ“, betont er.

Dass er schon 55 Jahre alt ist, sei sicher ein bisschen ungewöhnlich für einen Bürgermeisterkandidaten, räumt Bernhard Wein ein. „Aber man ist immer so alt wie man sich fühlt.“ Und dementsprechend hätte er noch viel vor mit Mundelsheim. „Wenn es die Bürger wollen, könnten wir die fantastische Lage hier am Neckar für den Tourismus nutzen.“ Momentan sei Mundelsheim zwischen dem Württembergischen Weinwanderweg einerseits und den Naturparks Stromberg-Heuchelberg sowie Schwäbisch-Fränkischer Wald „ein bisschen abgehängt und isoliert. Das muss sich ändern“, so Wein. „Man müsste sich als Erlebnisschleife dranhängen oder aber anstreben, das ganze Neckartal zum Biosphärengebiet zu machen, so käme man auch an Fördergelder. „Die Steillagen brauchen Förderung.“

Bernhard Wein kann sich vorstellen, dass es künftig in Mundelsheim ein Wein-Erlebniszentrum geben könnte. „So etwas lässt sich doch hier umsetzen“, betont er. Vom so generierten Qualitätstourismus würde auch der Ort profitieren – etwa dadurch, dass sich wieder mehr Gastronomie ansiedeln und halten kann oder vielleicht wieder ein Metzger in den Ort kommt.

Letztlich müsse die Gemeinde Mundelsheim auch Einnahmen generieren, um sich gewisse Dinge leisten zu können. „In der bisherigen Diskussion habe ich immer nur von Ausgaben gehört.“ Weitere Themen für Bernhard Wein sind das Zusammenleben von Jung und Alt im Ort einhergehend mit einer stärkeren Digitalisierung. Bernhard Wein könnte sich beispielsweise eine Online-Plattform für Gewerbetreibende vorstellen.

Im Wahlkampf stehen für Bernhard Wein noch Gespräche mit den Gewerbetreibenden sowie etwa den Weingärtnern an. Außerdem will er einen Bürgerabend veranstalten und an den Mundelsheimer Haustüren das Gespräch mit den Einwohnern suchen. Dass er von außerhalb kommt, sieht der 55-Jährige weniger als Nachteil denn als Vorteil. „Ich habe hier keine Verwandte, Freunde oder Geschäftsbeziehungen – so unterliege ich auch keinen Zwängen und bin unabhängig.“

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