Marbach Welche Schule ist die Richtige?

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An beiden Schulen hat es viele Infos gegeben. Foto: Werner Kuhnle

Marbach - Wer nach den Sommerferien ein Kind zur weiterführenden Schule schickt, der steht – durch den Wegfall der verbindlichen Schulempfehlung und die Einführung der für viele immer noch ungewohnten Gemeinschaftschule – vor der Qual der Wahl.

Am Freitag konnten sich Eltern, angehende Schüler und deren Geschwister bei einem Tag der offenen Tür informieren, den die Tobias-Mayer-Gemeinschaftsschule (TMG) und das benachbarte Friedrich-Schiller-Gymnasium (FSG) durchführten.

Beiden Veranstaltungen gemeinsam war, dass sie die Schüler verschiedener Klassenstufen mit eingebunden haben, die ihre Projekte vorstellten oder erklärt haben, wie der Unterricht funktioniert. „Es ist doch schön, wenn Kinder auch von Kindern angesprochen werden“, fand Francisca Herhuth, Geografie-Lehrerin am FSG. In der Tat hatte Laura aus der sechsten Klasse keinerlei Mühe, den neunjährigen Fabian für das Angebot im Geografie-Fachraum zu begeistern. Voller Eifer machte er sich an ein Quiz, bei dem er die Bundesländer auf einer Deutschlandkarte bezeichnen durfte. Was er nicht selbst wusste, konnte er im daneben liegenden Atlas einfach nachschlagen.

Für das vielfältige Angebot am FSG wurde eigens ein Besucherflyer entworfen. Trotz der klaren Gliederung war das Ganze schon wegen der Dimension der Schule verwirrend. Wer sich da zurechtgefunden hat, hatte quasi schon den ersten Eignungstest bestanden. Die Eltern und ihre Kinder müssten sich aber nicht sofort entscheiden, betonte Direktor Christof Martin. Lediglich die Wahl des bilingualen Englischzugs, des Kunstprofils, der musikalischen Klassen und des Hochbegabtenzugs müssten schon bei der Anmeldung feststehen.

Auch die TMG war auf den ersten Blick etwas verwirrend, was aber daran liegt, dass im selben Gebäude auch die Anne-Frank-Realschule untergebracht ist. Und daran, dass es Klassenzimmer mit hübsch in Reihen angeordneten Bänken nicht mehr gibt. Statt Noten gibt es Gelingensnachweise mit den Stufen „Kompetenz erreicht“, „beratende bzw. freiwillige Wiederholung des Moduls“ und „nicht erreicht – Pflichtwiederholung“, erklärte Rektorin Silke Benner. Der Lehrer heißt Coach, der Schüler ist Lernpartner. Die Eltern, sogar die Großeltern, hatten viele Fragen, die Lehrer und Schüler gerne beantworteten. Highlight am Tag der offenen Tür war das gläserne Klassenzimmer. Hier stellten die Schüler verschiedene Projekte vor. Im Gang interviewten die Siebtklässler Jenny, Lisa und Tony eine Besucherin – professionell mit Kamera und Mikro. Daraus wird ein Film, in denen die Schüler anderen Kindern die Gemeinschaftsschule erklären.

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