Marbach Theaterfestspiele kommen im September aufs Tapet

Von
In den Festspielen steckt ein hoher organisatorischer Aufwand. Foto:  

Marbach - Die Premiere der Theaterfestspiele ist gelungen – darin sind sich die Beteiligten wohl einig. Nicht nur die Pressekritiken waren durchweg positiv, auch das Finanzielle sieht rosig aus, wie es in einer Meldung an die Mitglieder des Vereins „Südlich vom Ochsen“ heißt: „Wir haben eine erste Bilanz gezogen und können ruhigen Gewissens sagen, dass die angestrebte ‚Null auf Null’-Kalkulation aufgegangen ist.“ Ein endgültiges Ergebnis wird es geben, nachdem alle Rechnungen eingegangen sind.

Diese positive Stimmung hatte auch die beiden Intendanten Philipp Wolpert und Tobias Frühauf dazu veranlasst, in einem Interview mit der Marbacher Zeitung klar Position zu beziehen, was die Zukunft der Theaterfestspiele angeht. „Wir brennen für die Idee gleich 2019 weiterzumachen und werden auch dafür kämpfen“, betont der Regisseur Wolpert auf Nachfrage noch einmal. Doch diese Aussage hat nun wohl unter den Mitgliedern von „Südlich vom Ochsen“ für Irritationen gesorgt. In einer E-Mail betont der Vorstand nun nämlich, „dass weder die Spekulationen noch der Artikel mit dem Verein abgesprochen waren“. Böses Blut? Keineswegs, wie Philipp Wolpert klarstellt: „Es gibt keine internen Konflikte.“

Das Interview habe die Stimmung nach den Theaterfestspielen eingefangen: „Das war unsere Einschätzung.“ Und die sieht unter anderem auch vor, dass mit der nächsten Auflage nicht allzu lange gewartet werden sollte, um „nicht in Vergessenheit“ zu geraten: „Das ist quasi ein Bestreben der jungen ‚Freigeister’“. Denn nicht nur er und sein Kollege Tobias Frühauf wollen so schnell wie möglich weitermachen, auch einige der Schauspieler hätten dies signalisiert: „Das Samenkorn ist gesät.“

Das heißt aber noch nicht, dass es schon eine finale Entscheidung gegeben habe, stellt Philipp Wolpert direkt klar: „Das muss demokratisch passieren.“ Es sei klar, dass gemeinsam im Verein und mit der Stadt Marbach besprochen werden muss, ob das umsetzbar wäre und in welcher Form eine Fortsetzung möglich sei: „Wir wollen ja auch die anderen nicht einfach überrennen.“

Auch Mark Scheuerle, der Vorsitzende von „Südlich vom Ochsen“, kann sich eine Fortsetzung der Theaterfestspiele prinzipiell vorstellen: „Gleich im nächsten Jahr hätte das natürlich einen Wiederholungseffekt, der sich sicherlich langfristig positiv auf die Zuschauerzahlen auswirken würde, ähnlich wie das in Stettenfels oder Jagsthausen der Fall ist.“ Die Künstler seien auch mit Eifer bereit, wieder ein tolles Festival für 2019 zu veranstalten.

Doch grünes Licht kann der Vorsitzende noch keines geben – denn: „Wir von ,Südlich vom Ochsen’ sind schon etwas älter und machen das ehrenamtlich. Das Orgateam hat circa ein halbes Jahr lang einen großen Teil seiner Freizeit in Vorbereitung und Durchführung der Theaterfestspiele gesteckt. Das können die maßgeblich Beteiligten nicht jedes Jahr stemmen.“ Durch die Festspiele habe der Verein aber einige neue, junge Mitglieder gewinnen können, die die Organisation übernehmen, oder zumindest wesentlich unterstützen könnten.

Mark Scheuerle hebt außerdem hervor, dass „Südlich vom Ochsen“ ein eingetragener Verein sei. Wichtige Entscheidungen seien schon immer demokratisch gefallen. „Um eine endgültige Zusage machen zu können, müssen wir erst einmal eine Vollversammlung durchführen, diskutieren und abstimmen.“

Ein weiterer Faktor sei die Finanzierung, so Scheuerle. Abzuwarten sei, wie die Abrechnung in diesem Jahr ausfalle, da wie erwähnt noch nicht alle Rechnungen eingegangen sind. „Durch das verregnete letzte Festspielwochenende sind erhebliche Einnahmen verloren gegangen. Mal sehen wie das ausgeht“, klingt der Vorsitzende vorsichtiger als das Schreiben an die Vereinsmitglieder. Und ohne Sponsoren und die finanzielle und organisatorische Unterstützung der Stadt gehe es auch nicht. „Das muss natürlich im Vorfeld geklärt werden.“

Am 10. September ist nun ein Runder Tisch mit der Stadt, Tacheles und Tarantismus sowie „Südlich vom Ochsen“ geplant. „Für den Fall, dass alle Beteiligten weitermachen möchten, müsste man dann an die Sponsorensuche gehen, und danach in der Vollversammlung final entscheiden“, blickt Scheuerle voraus.

Artikel bewerten
0
loading