Marbach Superheld oder Umweltschützer?

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Melanie Schneider und Carolin Birk (von rechts) haben über Berufe der Zukunft informiert. Foto: Werner Kuhnle

Marbach - Die Achtklässler der Anne-Frank-Realschule haben ganz vernünftige Berufsvorstellungen: Industriemechaniker will da einer der Jungs werden, Polizist oder Steuerberater, bei den Mädchen ist Kauffrau im Einzelhandel angesagt. Dass die Berufswelt sich aber stark verändern wird, das zeigen und erklären Carolin Birk und Melanie Schneider anhand von Videoclips und anschaulichen Exponaten.

Werkstoffe werden sich stark verändern. Schon jetzt stehen Carbonfasern oder Titan-Nickel-Legierungen als Materialien bereit, die neue Möglichkeiten im Fahrzeugbau öffnen. Für die 13- bis 14-Jährigen ist der Blick in die Arbeitswelt der Zukunft spannend. Die Bereiche „Mobilität“ und „Lifestyle“ sprechen die jungen Leute am meisten an, zur Auswahl auch „Wohnen“, „Menschen helfen“ oder „Arbeiten in der Zukunft“.

Die Entscheidung, ob man lieber als Superheld oder Umweltschützer die Welt retten will, müssen die Marbacher Achtklässler jetzt noch nicht treffen. Es ist aber gut zu wissen, was in der Berufswelt auf einen zukommt. „Schaut euch den Arbeitsalltag an, macht lieber mal ein Praktikum mehr und sucht euch den Beruf aus, der auch wirklich Spaß macht“, empfiehlt Carolin Birk, die als Umweltschutztechnikerin jetzt junge Leute coacht.

Wenn Autos autonom fahren und ein Kochroboter leckere Pasta kocht, stecken die Ideen von Ingenieuren und Technikern dahinter. „Wir werden weiterhin Menschen brauchen, die sich so was ausdenken“, stellt Melanie Schneider bei Coaching4Future fest.

Schon in der Kult-Serie „Knight Rider“ in den 1980er Jahren hatte David Haselhoff im selbstfahrenden Auto K.I.T.T. den perfekten Partner, der den Helden aus allen gefährlichen Situationen raushauen konnte. Das Vertrauen ins autonome Auto ist groß. Fast alle würden sich in so ein Fahrzeug setzen. „Eine Maschine macht weniger Fehler als ein Mensch“, sagt ein Schüler. Ob kleine Kinder dann ohne Begleitung in den Kindergarten gefahren werden können, wie jemand vorschlägt, bleibt abzuwarten.

Fest steht, dass es noch viele kleine Schritte braucht, bis all die Innovationen zuverlässig funktionieren. Berufe wie Mikrotechnologen oder Informatikerinnen sind auch für andere Bereiche wichtig, zum Beispiel bei Lagesensoren für das automatische Drehen bei Handys, um Cochlea-Implantate zu entwickeln, damit Taube hören können, oder Leitsysteme für die Paketzustellung per Drohne. Die Anwendungsbereiche sind vielfältig, wie die Zukunft selbst. Eine wichtige Hoffnung ist, Organe aus dem 3D-Drucker herstellen zu können. Hüftimplantate, Herzklappen oder eine Aorta aus körpereigenen Zellen gedruckt, diese Zukunftsvision erscheint wahrscheinlich. Um sie umzusetzen braucht es noch viel medizinische Grundlagenforschung und technische Tüftelei.

Wer weiß, vielleicht ist einer der jungen Menschen die gestern von Carolin Birk und Melanie Schneider die Arbeitswelt der Zukunft vorgestellt bekommen haben, mit dabei, wenn es darum geht, die Welt zu retten – oder zumindest ein bisschen besser zu machen. Coaching4Future vom Bildungsnetzwerk Baden-Württemberg ist ein gemeinsames Angebot der Baden-Württemberg-Stiftung, dem Arbeitgeberverband Südwestmetall und der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit.

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