Marbach Schüler müssen in Container ausweichen

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Der „Coole Kasten“ existiert bereits seit Jahren. Weitere Container werden übergangsweise hinzukommen. Foto: Archiv (Werner Kuhnle)

Marbach - Mit Kosten von 21 Millionen Euro ist die geplante Sanierung des Bildungszentrums mit Anne-Frank-Realschule und Tobias-Mayer-Gemeinschaftsschule in Marbach das „finanziell größte Projekt in der Geschichte der Stadt“. Das sagte Bürgermeister Jan Trost in der Sitzung des Gemeinderat-Ausschusses für Umwelt und Technik am Donnerstag. Da bereits zum Großteil genehmigte Zuschüsse von 8,2 Millionen Euro fließen, und auch die Gemeinden Benningen, Erdmannhausen und Affalterbach für den Bereich der Tobias-Mayer-Schule jeweils etwas mehr als eine Millionen Euro übernehmen (wir berichteten), werden etwa 8 Millionen Euro von der Stadt Marbach zu finanzieren sein – sofern eine weitere Förderung bis zu einer Millionen Euro tatsächlich gewährt wird. Einstimmig gab das Gremium jetzt die Empfehlung für den Baubeschluss an den Gemeinderat weiter, der so ebenso grünes Licht geben dürfte.

„Acht Millionen sind natürlich kein Pappenstiel“, sagte Gerhard Heim, Erster Beigeordneter der Stadt, der von einem „Kraftakt“ sprach. Da die Finanzierung aber über vier Jahre laufe, sei diese zu stemmen. Gerade, wenn die Konjunktur anhalte. „Ohne Neuverschuldung wird es aber nicht machbar sein“, erläuterte er auf Rückfrage von Ernst Morlock (SPD). Die Maßnahme sei dennoch „alternativlos“, auch in Anbetracht der Zuschüsse, die nur fließen, wenn die Sanierung bis Ende 2022 abgeschlossen ist.

Die technische Umsetzung der Baumaßnahme stellte Florian Titze vom beauftragten Ingenieurbüro Bauphysik 5 in Backnang vor. Er führte auch aus, auf welche Umstände sich Schüler und Lehrer nach den Sommerferien 2019 einstellen müssen. Der Bau wird demnach in umfangreichen Abschnitten durchgeführt, während in den übrigen Gebäudeteilen der Unterricht stattfindet. „Die größeren Abschnitte sind erforderlich, um bis Ende 2022 fertig sein zu können. Ist jeweils ein Abschnitt fertig, wird ein anderer Bereich abgetrennt und in Angriff genommen“, sagte Titze. Jeder Abschnitt umfasse acht bis zehn Räume, die also für den Unterrichtsbetrieb wegfallen.

Als Ersatz werden auf dem Schulhof Richtung DRK-Heim acht als Klassenzimmer eingerichtete Modulcontainer aufgestellt. „Diese werden angemietet und auch nur während der Bauzeit dort bleiben“, erklärte Gerhard Heim. „Der Schulhof wird also deutlich kleiner sein, auch wegen der Baugeräte“, ergänzte Jan Trost. Die Aula und die Flure sollen während längerer Ferien saniert werden.

„Sieht man die Kosten von 21 Millionen schwarz auf weiß, erschrickt man schon“, meinte Ernst Morlock. Die Planung sieht der Sozialdemokrat aber „zur Zufriedenheit aller“ an. Auch Martin Mistele von den Freien Wählern sprach von einem „Brocken“ an Kosten. Im Vergleich zu anderen Schulsanierungen im Land „sind wir aber auf dem Boden“. Jochen Biesinger (CDU) hofft, dass „Schüler und Lehrer die Maßnahme gut mittragen“. Jürgen Waser (Grüne) freute sich, dass an alles gedacht sei. „So sind wir hier fit für die Zukunft.“ Ebenso sind für Hendrik Lüdke (Puls) „die Kosten nachvollziehbar und der Bedarf gegeben“. Bildung koste nun mal Geld. „Und das muss eine Gesellschaft auch einfach leisten.“

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