Marbach Schokolade hat nun eine Schiller-Verpackung

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Andreas Goerlich, Liane Maxion und Andrea von Smercek Foto: Werner Kuhnle

Marbach - Eine Stunde länger als geplant tagt die vierköpfige Jury, die am Mittwochabend im Marbacher Bürgersaal den Gewinner des Schiller-Schokoladen-Gestaltungswettbewerbs ermitteln soll. „Wir könnten eine ganze Serie daraus machen“, sagt Jurymitglied Andreas Goerlich anerkennend. Als Grafikdesigner hat er dafür einen geschulten Blick. Auch Liane Maxion, Vorstandsmitglied bei Naturata ist ganz angetan von den vielfältigen und sorgsam erarbeiteten Einsendungen. Und Bürgermeister Jan Trost sagt begeistert: „Die tollen Ergebnisse lassen vermuten, dass vielleicht sogar Profis mitgemacht haben.“ Und: „Die Zahl der Einsendungen toppt alles, wir wären schon mit 30 oder 40 Bildern zufrieden gewesen.“

154 Bilder unterschiedlichster Art sind insgesamt eingegangen, nachdem die Stadt Marbach zum Schokoladen-Gestaltungswettbewerb aufgerufen hatte. Wunderbar und ganz unterschiedlich ausgeführte Schiller-Porträts sind darunter, kreative Collagen, vielfältige Zeichnungen und Comics. Die fair gehandelte Bio-Schokolade der Sorte Kakaosplitter von Naturata wird sich künftig in die Marbacher Schiller-Schokolade verwandeln, indem sie mit einer Banderole versehen wird, die das Gewinnerbild ziert.

Damit die Jury gut arbeiten kann, hat Andrea von Smercek, die bei der Stadtverwaltung für Bürgerschaftliches Engagement zuständig ist und ebenfalls zur Jury gehört, alle Bilder ohne Absenderdaten an Tafeln nebeneinander gehängt. Jedes der vier Jurymitglieder bekommt jeweils 20 farbige runde Kleber, um damit die persönlichen Favoriten markieren zu können. „Das mit den meisten Punkten gewinnt“, erklärt Andrea von Smercek die Vorgehensweise. Und dass das gar nicht so einfach ist, zeigt sich, als die Jurymitglieder Runde um Runde um die Ausstellungstafeln drehen und sich schwer tun, ihre Punkte zu vergeben.

70 Einsendungen kamen von Bürgern aus Marbach, der Rest der Bilder verteilt sich auf kreative Köpfe in der ganzen Region – eine Einsendung kommt aus Stuttgart, eine gar aus Bayern. Und auch alle Altersklassen sind vertreten, was die Auswahl und den Vergleich schwer werden lässt für die Experten. Vier Jahre alt ist der jüngste Teilnehmer beispielsweise, und auch eine ganze Familie aus Freiberg hat mitgemacht: Vater, Mutter und beide Kinder. Wichtig ist für die Entscheidungsträger, dass auf dem Bild folgende Dinge zu sehen sind: der Bezug zu Marbach, zu Schiller, zur Schokolade an sich und dass es sich um ein fair gehandeltes Produkt handelt.

1000 Tafeln der Sorte Schokosplitter werden zunächst mit der Banderole versehen, die sie zur Schiller-Schokolade macht, und im örtlichen Handel angeboten. Andrea von Smercek sagt: „Und dann werden wir sehen, wie es angenommen wird und wie es weitergeht.“

Schließlich hat ein Bild mit acht Punkten die höchste Zahl von Kleberchen auf seiner Hülle und steht somit als Sieger fest. Doch als sich zeigt, dass drei weitere Bilder jeweils sieben Punkte haben, einigt sich die Jury darauf, drei zweite Plätze zu vergeben und das Bild eines Kindes mit den meisten Punkten zum dritten Sieger zu küren. Alle Gewinner bekommen ihre Preise wie im Wettbewerb ausgelobt und Andrea von Smercek hofft, dass auch die Gewinner dazu beitragen, den Fairtrade-Gedanken weiterzutragen, indem sie einige ihrer gewonnenen Tafeln Schokolade im Familien- und Freundeskreis weitergeben und über den Wettbewerb sprechen. Alle Bilder werden in einer kleinen Ausstellung im Foyer des Rathauses zu sehen sein – und jeder Teilnehmer darf sich als Dankeschön eine Tafel Schokolade im Rathaus abholen.

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