Marbach Sanierung steuert Ende entgegen

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Das Geländer wird noch ausgetauscht, der Lift geht bald in Betrieb. Foto: Werner Kuhnle

Marbach - Es gibt Schüler, die kennen das Friedrich-Schiller-Gymnasium im Prinzip gar nichts anders als mit Baustellencharme. Schließlich bohren und hämmern die Handwerker bereits seit 2013 in dem Gebäudekomplex. Doch nun neigt sich die rund zwölf Millionen Euro teure Generalsanierung dem Ende entgegen. Im letzten Abschnitt würden die Räume der Kunstfachschaft umgestaltet, erklärte der Bauleiter Florian Titze vom Büro Bauphysik 5 am Donnerstag bei einem Vor-Ort-Termin des Ausschusses für Umwelt und Technik. Die Zimmer seien Ende 2017 bezugsfertig. Anschließend müssten nur noch Restarbeiten erledigt werden, ergänzte Markus Kaiser vom städtischen Bauamt.

Florian Titze machte allerdings keinen Hehl daraus, dass man bei dem Projekt zuletzt mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. „Jeder hat ja mitbekommen, dass wir eine Interimslösung beim ehemaligen Norma-Laden gebraucht haben“, sagte er. Dorthin mussten für ein paar Wochen Teile des Kunstunterrichts ausgelagert werden, weil der Umbau nicht im gewünschten Tempo vorangekommen war. Der Bodenleger und der Trockenbauer hätten die Verzögerungen verursacht. „Kurzfristig sind dann die Räume ausgefallen“, erklärte Florian Titze. Man hätte die Zimmer zwar theoretisch nutzen können, aber nur eingeschränkt. Deshalb entschied man sich, erst alles in trockene Tücher zu bringen und die Kinder zwischenzeitlich im alten Norma-Gebäude unterzubringen.

Verärgert zeigte sich der Bauleiter auch über die Firma, die sich um den Lift in der Aula kümmern sollte. „Wir haben den Aufzug schon im April 2016 beauftragt“, stellte Thomas Titze fest. Im Sommer 2017, also mit genügend Vorlaufzeit, sollte er dann eingebaut werden. Doch der Termin sei dreimal ohne Angabe von Gründen verlegt worden. „Das ist ein Trauerspiel von der Firma“, merkte er an. Doch nun ist der Aufzug endlich installiert. Die Abnahme ist für den kommenden Mittwoch geplant. Von da an kann er genutzt werden – allerdings nur von Schülern, die in wegen einer Einschränkung tatsächlich benötigen.

Während der Einbau eines Aufzugs von langer Hand geplant war, musste die Stadt ein weiteres Gewerk kurzfristig aussschreiben: die Erneuerung der Geländer in der Aula. Die Unfallkasse Baden-Württemberg hatte die Konstruktion inspiziert und eine Verbesserung angemahnt. Das bestehende Geländer hat mehrere Schwachpunkte. „Es gab schon Schadensfälle“, unterstrich Florian Titze die Notwendigkeit, die Sache in Angriff zu nehmen. So könne unter dem Geländer eine Flasche hindurchrollen und dann nach unten knallen. Das sei auch schon passiert, zum Glück sei die Sache aber noch glimpflich ausgegangen. Doch auch die Abstände zwischen den einzelnen Stäben seien zu groß. Darüber hinaus könne das Geländer recht leicht treppenartig bestiegen werden – ein weiterer Gefahrenherd. All diese Mängel werden mit einem neuen Geländer beseitigt, das in den Weihnachtsferien angebracht werden soll.

Längst in Betrieb ist das schmucke Lernzentrum, das dort entstanden ist, wo früher ein Aufenthaltsraum untergebracht war. Genutzt wird auch schon der neue Aufenthaltsraum, der dort angesiedelt ist, wo einst Generationen von Schülern beim Mäxle um eine Tischtennisplatte hetzten. Die Räte schauten sich mit großen Augen auch in einem neuen Kunstraum um, in dem ein Flachbildschirm hängt – natürlich per Touchscreen zu bedienen. Wobei auch das einige Schüler gar nicht anders kennen.

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