Marbach-Rielingshausen Ruftaxi nach Rielingshausen hat ab und zu seine Tücken

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Wenn längst kein Bus mehr im Ort unterwegs ist, kommt auf Anforderung das Anrufsammeltaxi. Foto: Archiv (Werner Kuhnle)

Marbach-Rielingshausen - Eigentlich ist es ein Segen für alle Rielingshäuser, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind. Denn das Ruftaxi kutschiert die Bürger auch dann noch in Richtung Heimat, wenn längst kein Bus mehr im Ort unterwegs ist. Zumindest, wenn man rechtzeitig vorher die entsprechende Nummer wählt und den Service anfordert. Allerdings scheint dieses System zuletzt nicht immer wie gewünscht funktioniert zu haben – und ein junger Mann musste offenbar tief in der Nacht nach der Arbeit die ganze Strecke von Marbach nach Rielingshausen zu Fuß zurücklegen.

Eine unschöne Erfahrung, die er Christiane Scheuing-Bartelmess von der SPD mitgeteilt hat, die den Fall jetzt im Ortschaftsrat vortrug. „Er hat gesagt, dass ihm das in letzter Zeit häufiger passiert ist“, sagte Christiane Scheuing-Bartelmess. Dabei sei es ja an und für sich so gedacht, dass man sich bei dem Ruftaxi meldet und dann bis nach Rielingshausen gebracht werde. Dem jungen Herrn sei aber Folgendes gleich mehrfach widerfahren: Er habe Bescheid gegeben, dass er eine Heimkommgelegenheit braucht. „Er steigt auch gerade ein, und in dem Moment bekommt der Taxifahrer von irgendwo anders her einen privaten Auftrag zum Taxifahren und er wird gebeten, wieder auszusteigen. Dann fährt das Taxi eine private Tour“, berichtete Christiane Scheuing-Bartelmess. Sie habe den jungen Mann daraufhin gebeten, genau zu protokollieren, wenn so etwas wieder vorkommt, und die Sache an die Stadt zu übergeben.

In der Sitzung bat sie zudem die Verwaltung darum, sich um die Angelegenheit zu kümmern. Zumal nun auch Flüchtlinge auf dieses Angebot angewiesen seien, die ebenfalls schichten würden und nachts ein Ruftaxi benötigten, wie sie auf Nachfrage sagt.

Sollte sich die Geschichte tatsächlich so zugetragen haben, wie von Christiane Scheuing-Bartelmess geschildert, gehe das natürlich überhaupt nicht, macht der Ordnungsamtsleiter Andreas Seiberling unmissverständlich klar. „Es gibt einen Vertrag mit dem Unternehmen, und das Unternehmen hat eine Beförderungspflicht“, betont er. Schließlich diene das Ruftaxi als Busersatz. Das Angebot werde auch subventioniert. So müsse man in Verbindung mit einem ÖPNV-Ticket lediglich einen Euro für die Fahrt bezahlen.

Allerdings: Wenn der Fall im Rathaus eingegangen ist, werde man wie immer bei solchen Beschwerden auch die Gegenseite anhören, die zu den Vorwürfen Stellung beziehen könne. Dann müsse man sehen, wer Recht hat. Beanstandungen kämen immer wieder vor. „Mal sind sie berechtigt, mal nicht“, hat Andreas Seiberling im Laufe der Zeit gelernt. Er hebt auch hervor, dass man dem Ruftaxi eine gewisse Kulanz zugestehen müsse. „Eine Wartezeit von zehn bis 15 Minuten ist schon zumutbar“, findet der Chef des Ordnungsamts. Vielleicht habe der Fahrer ja gerade noch einen Passagier an Bord oder gerate in einen Unfall. Insofern könne er nicht immer auf die Minute pünktlich sein. Doch es dürfe selbstverständlich nicht sein, dass ein Nutzer des Ruftaxis herauskomplimentiert wird, weil plötzlich und unverhofft ein lukrativerer Auftrag eingetroffen ist.

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