Marbach-Rielingshausen Die Resonanz auf die Hilfsaktion ist groß

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In der neuapostolischen Kirche stapeln sich die Hilfsgüter. Foto: Werner Kuhnle

Marbach-Rielingshausen - Wie kann die große Zahl an Flüchtlingen, die den Kommunen zugewiesen werden, untergebracht werden? Eine Frage, die landauf, landab die Verwaltungen beschäftigt. Marbach bekommt nächstes Jahr 38 Personen in der Anschlussunterbringung zugewiesen, informierte der Bürgermeister Jan Trost beim Ausspracheabend am Montag im Vereinsraum der Gemeindehalle Rielingshausen. Also in der Regel jene Personen, deren Asylverfahren abgeschlossen sind. Allerdings werde es wohl nicht bei dieser Zahl bleiben. Es sei von einer Verdoppelung auszugehen.

Wie viele Menschen in Not im Marbacher Stadtteil eine Bleibe finden sollen, kann der Rathauschef im Moment noch nicht sagen. Trost: „Wir wissen derzeit weder, wer zu uns kommt, noch, woher die die Menschen kommen. Klar ist aber: Wir müssen sie alle unterbringen – und zwar adäquat.“ Man werde mit Containern in die Fläche gehen müssen. „Wenn sie Flächen von Privatpersonen wissen, dann rufen Sie bitte bei uns an“, appellierte der Verwaltungschef Jan Trost.

Ob es denn bereits ein Integrationskonzept gebe, wollte eine Bürgerin am Ende des Ausspracheabends wissen. Schließlich gehe es doch darum, von Anfang an ein gutes Miteinander hinzubekommen, und es gebe anderswo bestimmt bereits gute Konzepte, von denen man lernen könne. Eine gute Integration sei nur möglich, wenn sich Bürger finden, die die Asylbewerber willkommen heißen und ihnen auch im Alltag zur Seite stehen, betonte der Leiter des städtischen Ordnungsamtes, Andreas Seiberling. „Diese Menschen wissen nicht, wie Deutschland funktioniert.“ Eine dezentrale Unterbringung wäre optimal – doch das sei angesichts der gewaltigen Zahlen, die auf die Kommunen zukommen, nicht realisierbar. Auch Andreas Fritz vom Landratsamt Ludwigsburg weist auf die unaufhörlich steigende Zahl der Asylbewerber hin. „Monatlich werden uns etwa 200 neue Asylbewerber zur Unterbringung zugewiesen.“

Was Marbach angehe, so müsse man sich kurzfristig auf die jeweilige Situation einstellen, betonte Seiberling. In der Kernstadt, informierte er, gebe es bereits einen Arbeitskreis Asyl. Außerdem plane die Stadt für den 8. Februar einen Filmabend zum Thema Asyl im Musiksaal des Friedrich-Schiller-Gymnasiums (FSG). Um 17 Uhr soll der Film „Land in Sicht“ gezeigt werden, danach soll es noch eine Podiumsdiskussion geben, an der neben Bürgermeister Jan Trost die Integrationsministerin Bilkay Öney, Brigitte Jäger vom Arbeitskreis Asyl, ein Vertreter der Bundespolitik sowie Betroffene auf dem Podium teilnehmen sollen. Initiiert hatten den Filmabend die Grünen, getragen wird er jedoch von allen Fraktionen im Gemeinderat.

Konkrete Hilfe will der Frauenclub Rielingshausen leisten. Vor einigen Wochen haben die ehrenamtlichen Frauen um Brigitte Wolf eine Spendenaktion gestartet. In unserer Zeitung und im Amtsblatt wurde aufgerufen, Kleidung, aber auch Dinge des täglichen Bedarfs zu spenden. Die Resonanz, freut sich Wolf, war riesig. „Wir haben Geschirr, Töpfe, elektrische Geräte, Bettzeug, Spielzeug und vieles mehr bekommen. Teilweise sind die Sachen sogar ganz neu.“ Viele Rielingshäuser haben Sachen abgegeben. „Wir haben aber auch ganz viele Spender aus Affalterbach, Murr, Großbottwar und Oberstenfeld, die sich gefragt haben, warum es in ihrem Ort nicht solch eine Hilfsaktion gibt“, erzählt Brigitte Wolf. Viele hätten sich an die eigene Familiengeschichte erinnert und daran, dass ihnen selbst einmal geholfen worden ist.

Zur Zeit sind die Mitglieder des Frauenclubs dabei, die in der neuapostolischen Kirche gelagerten Spenden zu sortieren. „Damit wir gleich loslegen können, wenn wir gerufen werden.“

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