Die Familie Eisenmann führt den Hofladen bereits in der dritten Generation. Foto: Werner Kuhnle

Im Hofladen der Familie Eisenmann in Rielingshausen gibt es neben den eigenen Erzeugnissen auch verschiedene Produkte aus der Region. Das Augenmerk liegt dabei immer auf hoher Qualität und gutem Geschmack.

Marbach-Rielingshausen - Es ist kurz nach 8 Uhr. Im Hofladen der Familie Eisenmann herrscht emsiges Treiben. In der Auslage der Bäckerei Glock liegen frisch gebackene Brote, die Käsetheke wird gerade bestückt. Alles soll perfekt sein, wenn ab 9 Uhr die Kunden kommen. „Manche klingeln aber schon früher“, so Jens Eisenmann mit einem Lachen. Ihn stört es nicht – ganz im Gegenteil. Dass es „im Moment voll im Trend liegt“ regional und beim Erzeuger zu kaufen, freut ihn sehr.

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Für den Erfolg sind aus seiner Sicht gleich zwei große Aspekte zuständig. Zum einen ist das sein Personal. „Ich bin wirklich stolz auf mein Team“, erklärt Jens Eisenmann. Zusammengezählt beschäftigt er bis zu 150 Personen über das gesamte Jahr. „Und alle sind für uns wichtig.“ Angefangen bei der Saisonkraft aus Rumänien bis hin zur Verkäuferin. Was den Hofladen angeht, stehe und falle alles mit seinem Personal. „Sie bringen viele organisatorische Ideen ein und übernehmen Verantwortung“, so das Lob des Hofladen-Besitzers Das spüren letzten Endes schließlich auch die Kunden.

„Der Hofladen lebt von den Leuten, die vor den Kunden stehen“, weiß Eisenmann. Neben dem persönliche Kontakt sei daher auch die Beratung wichtig. Und eben auch das Fachwissen über die Ware. Die kommt zum großen Teil aus eigenem Anbau. Spargel, Beeren, Zwetschgen, Kirschen, Mirabellen, Pfirsiche, Äpfel, Kürbisse. . .

Und das seit geraumer Zeit. Den Obsthof gibt es bereits seit den 60er-Jahren. Zunächst hat man nur eigene Ware verkauft. 1995 ist Gemüse und Obst aus dem Großhandel dazu gestoßen. Im selben Jahr ist der Laden angebaut worden. Zuvor fand der Verkauf unter einem Vordach statt. 2001 kam ein Glashaus hinzu – nun reihen sich auf rund 200 Quadratmetern Kisten, Regale, Theken und Lagerräume aneinander. „Wie es in Zukunft weitergeht, wird sich zeigen“, so Jens Eisenmann. Das hänge auch vom Personal ab. Dazu kommen noch Stände in der Region.

„Uns ist es wichtig, dass wir ein gut schmeckendes Produkt anbieten“, betont Jens Eisenmann. Egal ob im Hofladen oder an den Marktständen. Beim Eigenanbau verwende man daher nur wenig Chemie. „Und die Abstände werden größer, je näher es auf die Ernte zugeht.“ Dann wird auf Pflanzenschutzmittel gänzlich verzichtet. „Und wo es geht werden biologische Mittel wie Kupfer eingesetzt“, erklärt er weiter. Die Himbeeren werden überdacht, um sie vor Pilzen zu schützen. Bei den Erdbeeren werden regelmäßig faule Früchte entfernt. Um auf Nummer sicher zu gehen, nimmt der Obsthof regelmäßig an Monitorings teil – mit zufriedenstellendem Ergebnis. „Wir liegen in den meisten Fällen unter der Nachweisgrenze“, so Jens Eisenmann.

Eine gute Basis für die Verarbeitung der Produkte. Denn beim Bummel durch den Hofladen lassen sich auch Säfte, Liköre oder Marmeladen entdecken. „Dabei steht nicht die Optik im Vordergrund. Wichtig ist für uns, was enthalten ist.“

Das gilt nicht nur für den naturtrüben Apfelsaft, sondern für alle Produkte, die es im Hofladen der Familie Eisenmann gibt. An der Wand hängt ein großes Poster auf dem die Lieferanten eingezeichnet sind. Da ist die Bäckerei aus Erdmannhausen. Von den dort lebenden Sattelschweinen kommen auch Wurst- und Fleischwaren. „Für die haben wir aber derzeit nur einen Kühlschrank, das würde ich gerne ausbauen“, erklärt Jens Eisenmann seine Pläne. Die Milch stammt vom Milchbauernhof Dobler in Pflugfelden. „Dort wird auch noch selbst verarbeitet“, weiß Eisenmann. „Und das gute Futter der Kühe schmeckt man auch.“ Exotischeres Obst und Gemüse werden auf dem Großmarkt in Stuttgart hinzugekauft. „Da kann ich reinbeißen und selbst sehen, ob die Ware schmeckt“, begründet Eisenmann die Entscheidung. „Und mit der Zeit kennt man auch die jeweiligen Verkäufer.“

Das Konzept des Hofladens der Familie Eisenmann scheint aufzugehen. „Derzeit haben wir einen Zulauf an Kunden“, sagt Jens Eisenmann. Aber die Supermärkte seien natürlich trotzdem Konkurrenz. „Vor allem was Angebotsware aus Prospekten angeht, haben wir keine Chance“, gesteht er sich ein. Doch was die Preise angeht, müsse man sich nicht immer geschlagen geben. „Manchmal liegen wir auch deutlich unter Ladenpreis.“ Das liege daran, dass man etwa kürzere Wege und Lieferzeiten hat. Davon profitiere dann wiederum die Qualität der Waren. Die seien in Folge dessen nämlich in vielen Fällen auch frischer.

„Und dadurch, dass wir wirklich direkt am Konsumenten dran sind, kann man uns auch Kritik ins Gesicht sagen“, führt Jens Eisenmann weiter aus. Da man auch gerne mit neuen Anbauverfahren und Sorten experimentiere sei man auf das Feedback der Kunden angewiesen. Das führt mitunter auch zu Produktumstellungen. Lange habe man „aus der Not“ heraus, die Äpfel auch zu Schnaps verarbeitet. „Das ist aber dann im Umsatz stark zurückgegangen.“ Also habe man Alternativen suchen müssen. „Aber da achten wir drauf, dass ‚ned Kruscht’ wird“, betont Jens Eisenmann. Da wird Chutney und Marmelade auch in der eigenen Küche von einer der Mitarbeiterinnen gekocht. Alles für die gute Qualität. „Denn wenn eine Erdbeere gut schmeckt, bleibt sie dem Kunden auch im Bewusstsein.“