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MarbachRäte geben noch keine Empfehlung ab

Phillip Weingand, vom 29.12.2012 15:00 Uhr
Am 3. Februar geht es bei der Marbacher Bürgermeisterwahl um die Wurst – und natürlich um den Arbeitsplatz hinter diesen Fenstern. Foto: Phillip Weingand
Am 3. Februar geht es bei der Marbacher Bürgermeisterwahl um die Wurst – und natürlich um den Arbeitsplatz hinter diesen Fenstern.Foto: Phillip Weingand

Marbach - Sechs Bewerber wollen am 3.  Februar neuer Bürgermeister von Marbach werden. Walter Bogner, CDU-Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat, geht davon aus, dass „der ein oder andere Kandidat“ nachfolgt. Für Hendrik Lüdke, Fraktionschef der Grünen, haben die drei Bewerber mit Verwaltungserfahrung die Hemmschwelle für weitere Anwärter höher gesetzt: „Da wägen sicher viele ab, ob sich der Aufwand lohnt.“ Der FW-Fraktionsvorsitzende Martin Mistele hält weitere Bewerber für möglich – nicht so SPD-Gemeinderat Dieter Zagel: „Ein vierter ernst zu nehmender Kandidat hätte sofort mit den anderen gleichziehen müssen.“

Alle halten Martin Kaspar, Hartwig Maier und Jan Trost für seriös. Die übrigen drei Bewerber – Ulrich Raisch, Toni Lehlbach und ein Mann, der seinen Namen erst im Januar bekannt geben lassen will – spielen für die Gemeinderäte kaum eine Rolle. Immerhin nennt Hendrik Lüdke Lehlbachs Vorhaben, Nichtwählern eine Stimme zu geben, einen „interessanten Gedanken.“ Zu den ernst zu nehmenden Kandidaten zählt er sie trotzdem nicht. CDU-Rat Bogner sieht durch Lehlbachs Vorgehen „die Demokratie an den Pranger gestellt“.

Ulrich Raisch, durch seine bisherigen Bürgermeister-Kandidaturen bekannt, trauen die Fraktionschefs nicht viel zu. „Manche gehen abends ins Wirtshaus und trinken ein Bier, andere bewerben sich eben für Bürgermeisterwahlen“, meint Walter Bogner. Auch der noch namenlose Kandidat hat nach Ansicht der Räte keine guten Chancen: „Der hat sich schon ins Abseits geschossen“, meint Lüdke, Bogner findet das Vorgehen „merkwürdig“.

Die drei aussichtsreichsten Aspiranten sind mit 30 bis 37 Jahren relativ jung. „Jünger als 30 sollte ein Marbacher Bürgermeister nicht sein“, betont Walter Bogner. Dieter Zagel meint: „Alter ist weder eine Schande noch ein Vorzug.“ Für Hendrik Lüdke spielt vielmehr eine Rolle, ob der neue Bürgermeister „nachhaltig in Marbach bleiben wird“, statt sich nach einer Wahlperiode auf einen Oberbürgermeister-Posten anderswo zu bewerben.

Martin Mistele hätte auch nichts gegen eine Frau einzuwenden, jedoch: „Das kann man nicht mit Zwang durchsetzen.“ Ähnlich sieht das Dieter Zagel: „Es ist modern, alles über eine Quote zu nivellieren. Wenn sich keine Frau hervortut, kann man sie aber nicht an den Haaren herbeiziehen.“

Der 37-jährige Jan Trost ist recht stark in der Region verwurzelt. Für Bogner ist das ein Vorteil: „Dann muss er später weniger dazulernen.“ Mistele spricht zwar von einem gewissen „Schwaben-Vorteil“, regionale Wurzeln seien aber kein Muss. Dieter Zagel sieht in der Herkunft „weder einen Vor-, noch einen Nachteil“. Kein Gemeinderat will eine Wahlempfehlung aussprechen – auch nicht Zagel, obwohl mit Martin Kaspar ein SPD-Mitglied kandidiert. „Er tritt als Person an, nicht für seine Partei“, betont Zagel. Erwartungen an einen künftigen Bürgermeister haben die Räte dennoch. „Er sollte vernünftig haushalten und das gute Klima mit Gemeinderat und Bürgern wahren“, wünscht sich Mistele. Bogner fordert Kompromissbereitschaft – „aber er sollte auch wissen, was er will“. Lüdke hat schon recht konkrete Fragen an die Kandidaten. Im Gespräch mit seiner Fraktion sollen die Bewerber klarmachen, wie sie etwa zu Neubauten außerhalb der Stadt oder einkommensabhängigen Kindergartengebühren stehen. Dieter Zagel fordert vom nächsten Schultes „eine gewisse Weltgewandtheit“. Immerhin müsse der Rathauschef mit dem Literaturarchiv „fast auf Augenhöhe verhandeln“ können.

Derweil verstärken zwei der Kandidaten ihre Bemühungen. Jan Trost teilt auf seiner Webseite www.jan-trost.de Termine mit. Darunter sind nicht nur die samstags und mittwochs auf dem Wochenmarkt, sondern auch Abendveranstaltungen im Januar. Den Anfang macht er am 9.  Januar um 19  Uhr in der FC-Klause. Sein Kontrahent Hartwig Maier kündigt auf seiner Homepage www.hartwig-maier.de auch an, am heutigen Samstag, 29.  Dezember, auf dem Markt mit einem Stand vertreten zu sein.

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