Marbach/Radrennen Cobble Hoppel: Qual und Mords-Gaudi zugleich

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Weihnachtsfrau Birgit Seiberling und Hannes Hoffmann alias der „geilste Arsch Marbachs“. Foto: Avanti

Marbach - Es war nicht der Tag von Nicolai Peglow. Erst vergaß der Fahrer vom Radteam Schmitz sein Mountainbike, so dass er auf sein Rennrad umsteigen musste. Eben dieses ließ den großen Favoriten dann aber im Finale im Stich. Kurz vor dem Ziel riss die Kette – das Rennen war gelaufen. Wütend pfefferte Peglow sein Rad ins Eck, war anschließend untröstlich. Bis Organisationschef und Moderator Achim Seiter die Möglichkeit auf einen zweiten Versuch ins Rennen warf. Philipp Daum, der aktuelle Erste, gab sein Okay. Kurzerhand machten sich die Fahrer wieder auf dem Weg zum Start am Cottaplatz. Weiter oben am Torturm wurde gewartet. Fünf Minuten später dann die Nachricht: Nicolai Peglow darf doch nicht mehr starten. „Das Organisationsteam hat gemeinsam entschieden, dass er keine zweite Chance bekommt. Denn so ist das Rennen. Ihm ist vielleicht die Kette gerissen, andere wurden abgelenkt oder ihnen ist der Fuß abgerutscht. Das gehört dazu“, erklärte Andreas Seiberling. Damit stand Titelverteidiger Philipp Daum als Sieger fest. In 25:33 Sekunden war er die 202 steilen Meter hinauf gerast. Mit seinen 30:59 Sekunden reichte es für Nicolai Peglow, der den Cobble Hoppel übrigens im ersten Jahr gewann, nur zu Rang zwölf.

„Das sind super Zeiten heute“, war Achim Seiter schon nach den Qualifiaktionsläufen total angetan und meinte: „Man musste unter 30 Sekunden fahren, um überhaupt in den Finallauf zu kommen.“ In eben diesem lieferten sich die elf Starter dann einen harten Kampf. Am Ende wurde Andi Hahn hinter Daum Zweiter (26:52 Sekunden), Christian Steiner aus Kirchheim holte sich Rang drei (27:59 Sekunden).

Als Gewinner gingen am Ende aber alle hervor, denn das dritte Cobble Hobble hatte wieder einmal für einen Mords-Spaß in der Marbacher Altstadt gesorgt. Während Hannes Hoffmann zwischenzeitlich ob seines gewagten freizügigen Kostüms nur noch als „geilster Arsch Marbachs“ bezeichnet wurde, sausten Mina und Sebastian Tischler als Hexenexpress übers Kopfsteinpflaster und verzückten die Zuschauer am Streckenrand. Diese hatten es sich übrigens auch auf Balkonen oder dem Torturm bequem gemacht – gute Sicht war eben gefragt. Denn während Corbinian Seiberling als Gorilla verkleidet übers Pflaster huschte, gab Birgit Seiberling im roten Nikolauskostüm inklusive schwarzen Absatzschuhen alles. „Es ist wirklich wieder irre, was sich die Leute haben einfallen lassen“, sagte Achim Seiter und meinte: „Das Cobble Hoppel ist einfach nur geil. Etwas anderes fällt mir dazu nicht ein.“ Vor allem die Stimmung konnte sich gestern Mittag bei strahlendem Sonnenschein sehen – bei den Zuschauern, aber auch den Startern. Diese hatten nämlich selbst dann noch ein Lächeln auf den Lippen, als sie oben ankamen im Ziel.

„Das ist megaanstrengend, aber es ist wirklich Freude pur“, sagte Marius Nees ausgepumpt im Ziel. Vor allem die Oberschenkel brannten bei den Radlern. Kein Wunder. 14 Prozent Steigung müssen eben erstmal bewältigt werden. „Mit Dirndl ging es besser“, erklärte Simon Schlichenmaier lachend nach seinem Lauf. 33:71 Sekunden benötigte der Aspacher im Finale für die 202 Meter, in der Qualifikationsrunde hatte er im normalen Sportlerdress noch 34:06 Sekunden gebraucht. Im Männertrikot erkämpfte sich indes Sandra Streckert den Sieg bei den Frauen. Das Team Silla Hopp-Mitglied kämpfte sich in 46:42 Sekunden hinauf zum Torturm. Die zweitplatzierte Frau Birgit Seiberling brauchte 59:05 Sekunden, die drittplatzierte Frauke Bleymeyer 1:12:46 Sekunden.

Als bester Marbacher wurde übrigens Tobias Hermann (27:86 Sekunden) geehrt. Er siegte vor Björn Laibacher (30:57 Sekunden) und Alexander Wehinger (32:52 Sekunden) und strahlte im Ziel trotz kurzer Qual wie alle anderen überglücklich.

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