Marbach Im Jugendhaus geht mal wieder der Punk ab

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Frontfrau Angie ist eine echte Röhre: Mainström in Aktion. Foto: Thomas Weingärtner

Marbach - Die Bühne aufgebaut, Licht und Ton installiert und noch schnell die Säulen im Publikumsbereich pogo-sicher gemacht – schon kann es wieder losgehen. Am vergangenen Samstag ging die Konzertreihe Punk im planet-x in die vierte Runde. Mittlerweile sind die Helfer um Frank Strebel und Jörg Möbius herum ein eingespieltes Team. Auch diesmal hatten die zwei Veranstalter wieder die volle Ladung Punk, Rock und Metal im Gepäck und boten ihren Besuchern allerhand an.

Den Anfang machten die Lokalmatadoren aus Ludwigsburg: Mainström überzeugt mit klassischen Riffs und roher Punk-Attitüde. Frontfrau Angie erwies sich schon bei den ersten Songs als echte Röhre, und die Besucher in der ordentlich gefüllten Halle feierten den Auftakt gebührend.

Choked by Gum hieß die Truppe, die sich im Anschluss die Ehre gab. Kompromisslos, hart und dennoch abwechslungsreich starteten Chocked by Gum mit einigen schnelleren Songs. Eines wurde schnell klar. Die deutschen Punker lassen sich nicht wirklich in eine Schublade stecken. Neben klassischen Punk-Parts fanden sich in der Musik von Choked by Gum ebenso Elemente aus Pop, Ska oder Hardcore. Die bis zu vierstimmigen Gesangsparts sorgten für ein zusätzliches, spannendes Element. Auch Strychnine aus Dresden sind kaum in eine Kategorie einzuordnen. Die Songs der vier Musiker drehen sich um Ungerechtigkeit, Sozialkritik und aktuelle politische Themen. Strychnine nehmen dabei kein Blatt vor den Mund. Obwohl sich die Dresdener mit klassischen Parolen eher zurückhielten, wurde deutlich, dass es bei Strychnine darum geht, alles in Frage zu stellen.

Neben den drei deutschen Bands hatten die Veranstalter am Samstag noch einen echten Leckerbissen parat. Stockkampf aus Innsbruck gaben sich die Ehre im planet-x und zeigten, dass auch Österreich der deutschen Szene in nichts nachsteht. Mit Trompete und Saxofon lieferten die Österreicher Punk im Stil von Ska-P.

Nachdem die Veranstaltung in ihrer dritten Auflage eher weniger Besucher anlocken konnte, verzeichnete das planet-x am Wochenende dagegen wieder volles Haus. „Ich weiß nicht so recht, woran das lag“, muss Organisator Frank Strebel zugeben. „Wir hatten knapp zehn Gäste im Juli.“ Ob das Sommerloch dafür verantwortlich war, oder das Fehlen einer Band aus dem direkten Umfeld, ist im Nachhinein schwer nachzuvollziehen. „Ich glaube, das Ganze muss sich auch noch ein bisschen mehr etablieren“, schätzt der Organisator. „Wir setzen vor allem auf Mundpropaganda und soziale Medien. Das hat bisher auch ganz gut geklappt.“

So schnell aufgeben wollen die beiden Punkkonzert-Macher jedenfalls nicht. „So weit sind wir auf keinen Fall. Natürlich haben wir überlegt, was wir verbessern können. Gleich aufgeben, wenn es mal nicht läuft, ist aber nicht unser Ding“, betont Frank Strebel. Die Konzertreihe wird es also weiterhin in Marbach geben und damit fette Riffs und laute Drums.

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